Matthias Egersdörfer zelebriert Langsamkeit am Schafferhof

Matthias Egersdörfer zelebriert Langsamkeit am Schafferhof
Der Egers ist langsam. Er schneidet Zwiebeln langsam, denkt langsam und spricht meistens nicht besonders schnell. In dieser Langsamkeit hat er auch das neue Programm geschrieben. Das hat sehr lange gedauert. Buchstabe um Buchstabe, Wort um Wort. Satz um Satz. Mit einer trägen Wucht stemmt sich der Kabarettist darin gegen die Schnelligkeit der Welt.
Alltag im Eiltempo – und Egers’ Gegenentwurf
In der Früh fängt es manchmal an, dass der Himmel ohne Vorwarnung auf dich herunterstürzt. Die Frau hat zu wenig oder zu viel geschlafen. Sie redet drauflos. Unter einer Lawine aus Wörtern wirst du verschüttet. Da hast du noch keinen Schluck Kaffee getrunken. Du bist froh, dass die Erdanziehungskraft funktioniert und warst gerade dabei, deine Finger zu zählen. Schlimm an der Situation ist die hohe Geschwindigkeit, mit der die Wörter gesprochen werden. Schlimm ist das Gerenne der Mitmenschen in den Straßen, das Rasen der Traktoren über die Felder, die Hochgeschwindigkeit, mit der die Nachrichten und Katastrophen blitzen und donnern.
Es ist einige Jahre her, dass der Egers einmal in einer Küche gearbeitet hat. Die Küchenchefin hat in kurzer Zeit dreihundertmal zu ihm gesagt, dass er sich beeilen soll. Der Egers hat es versucht. Aber es ging nicht schneller.
Ein Abend der Entschleunigung
Der Egers ist langsam. Er schneidet Zwiebeln langsam, denkt langsam und spricht meistens nicht besonders schnell. In dieser Langsamkeit hat er auch das neue Programm geschrieben. Das hat sehr lange gedauert. Buchstabe um Buchstabe, Wort um Wort. Satz um Satz. Mit einer trägen Wucht stemmt sich der Kabarettist darin gegen die Schnelligkeit der Welt.
Der ganze Abend feiert die Langsamkeit und deswegen werden auch die Geschichten nicht in erhöhtem Tempo vorgetragen. Aber Sie brauchen sich als Zuschauer keine Sorgen zu machen, dass Sie wegen der geringen Geschwindigkeit vielleicht müde werden. Weil es gut sein kann, dass der Egers einmal eine Wut bekommt. Er regt sich ja oft einmal auf wegen allem und nichts. Und da wachen Sie dann schon wieder auf.
Matthias Egersdörfer: „langsam“ am 3. September, am Schafferhof, Beginn: 20 Uhr. Einlass: 19 Uhr.
Zur Person
Matthias Egersdörfer, 1969 in Nürnberg geboren, ist Kabarettist, Autor, Schauspieler und Sänger der Band »Fast zu Fürth«. Zahlreiche Auszeichnungen wurden ihm verliehen, unter anderem das Passauer Scharfrichterbeil, der Deutsche Kleinkunstpreis und der österreichische Kabarettpreis. Zusammen mit Jürgen Roth hat Egersdörfer den Briefroman „Die Reise durch Franken“ veröffentlicht, 2019 ist sein Roman „Vorstadtprinz – Roman meiner Kindheit“ beim Rowohlt Verlag erschienen. Neben vielen CD-Veröffentlichungen, unter anderem „Falten und Kleben“ (2008), „Ich mein’s doch nur gut!“ (2011) und „Nachrichten aus dem Hinterhaus“ (2023), ist Matthias Egersdörfer auch immer wieder einmal im Fernsehen zu sehen.
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