Musik trifft Literatur: John McNamara Gang im Parapluie
Musik trifft Literatur: John McNamara Gang im Parapluie
Im Mittelpunkt steht der durchgeknallte John, auch wenn sein Name schottisch klingt ein waschechter Ire, der im bayerischen Mainburg seine Wahlheimat gefunden hat. Er bringt die Covers mit irren Gesten und Grimassen rüber und ist insoweit ein Rosstäuscher, indem er Zuschauer glauben lässt, sie lauschten real einer von diesen sündhaft teuren Bands.
Musik geht nicht ohne Text
McNamara und seine Sidemusiker erfüllten am Samstag im „Kulturbahnhof“ neben musikalischer Cleverness auch alle anderen Voraussetzungen für das neue Format „Musik trifft Literatur“. Zum einen gibt es wohlbekannte Hits auf die Ohren, zum anderen liefert die Band gleich die Erklärung dazu, worum es in den Songtexten eigentlich geht.
„Parapluie“-Wirt Bernd Mende hatte die Idee dazu. Denn spätestens seit Bob Dylan den Literatur-Nobelpreis ergatterte, so glaubt er, sei klar, dass Musik ohne Text auf Dauer nicht auskommen kann.
Neue Einblicke selbst für die Bandmitglieder
Leider hatte sich das Profil am Samstag noch nicht so richtig herumgesprochen innerhalb bei den Weidenern. So erfuhren bei der Auftaktveranstaltung nur gut 40 Besucher, was es etwa mit dem Song „Banks of the deep End“ von Gov’Mule auf sich hat.
Selbst Keyboarder Ludwig Schifferl hat nicht gewusst, worüber der Typ eigentlich singt. Deshalb hat er sich schlau gemacht und rausgekriegt: Es geht wieder einmal um Drogen. Normalerweise erklärt dem Publikum aber Bassist und Bücherwurm Chris Röhrl die Dinge.
Nicht immer die richtige Stimme fürs jeweilige Lied
„Got my Mojo workin‘“ von Eric Clapton, „Don’t let me down“ von den Beatles oder „Superstition“ von Steve Wonder am Lagerfeuer im Biergarten: Immer wieder zu hören: Die faszinierende Stimme von Frontmann John. Kurzer Break. Bei der Dire Straits-Nummer „Sultans of Swing“ lässt er andere ran.
John selbst gönnt sich selbst eine mehrminütige Sitzpause. „More Soul to Blues and Rock“ lautet die Parole an diesem warmen Samstagabend. Es wird mal laut, mal leise, oft sehr emotional. Werner Norgauer, der mit seiner Leadgitarre den Bandsound prägt. Am Schlagzeug sitzt Walter Herter.
Vollbesetzte Biergarten-“Live Stage” muss wetterbedingt in die Bierhalle ausweichen
Tags zu vor musste die „Biergarten-Livestage“ kurzerhand in die proppenvolle Bierhalle umziehen. Das Wetter war zu schlecht für draußen. Und drinnen durften die Besucher gleich mal die neuen Sitzgarnituren testen. Auf der Bühne stand mit dem „Paginza Quartett“ eine waschechte Latin-, Jazz-, Chansons-, Tango- und Schlagercombo.
Eine ausgebildete Musikertruppe, die mit Klarinette (Catherine Winter), Trompete (Maximilian Winter), Akkordeon (Waldemar Geigert), Percussion (Sebastian Winter) und Gesang kreuz und quer durch die Stile surfte und vor allem pfiffige und leicht angestaubte Songs für Herz und Seele interpretierte. Patina inbegriffen. „Rote Lippen“, „The Girl von Ipanema“, „One Note Samba“ oder „Libertango“.






