Sagen aus Prag begeistern im Bürgerhaus Erbendorf

Sagen aus Prag begeistern im Bürgerhaus Erbendorf
Das Museum Flucht-Vertreibung-Ankommen lud zu einem „sagenhaften“ Spaziergang durch Prag ein. Rainer Christoph, ein ehemaliger Rektor, der sich seit über drei Jahrzehnten für die deutsch-tschechische Verständigung einsetzt, erzählte vor zahlreichen Zuhörern im Bürgerhaus zauberhafte, geheimnisvolle und romantische Sagen aus der Goldenen Stadt.
Prags Mythen und ihre Ursprünge
Begleitet von Bildern tauchte Rainer Christoph in die sagenumwobene Geschichte von böhmischen Kaisern und Königen, Heiligen und Ketzern ein. Seine erste Sage drehte sich um die Gründungsvision der Fürstin Libuše, der mythischen Stammmutter der Tschechen. Sie blickte vom Felsen Vyšehrad über die Moldau und prophezeite: „Ich sehe eine Stadt, deren Ruhm die Sterne berühren wird.“ Sie befahl ihren Gefolgsleuten, dort eine Stadt zu gründen, wo ein Mann gerade eine Türschwelle (tschechisch: prah) zimmerte. So erhielt Prag seinen Namen.
Die Legende vom Golem
Um die jüdische Gemeinde vor Verfolgungen zu schützen, erschuf Rabbi Löw im 16. Jahrhundert den Golem. Er war eine riesige Gestalt aus dem Lehm der Moldau. Durch ein magisches Pergament im Mund zum Leben erweckt, verrichtete er treu seinen Dienst. Als er jedoch eines Tages außer Kontrolle geriet, nahm der Rabbi ihm das Lebenszeichen ab. Man sagt, die Lehmreste des Golems ruhen bis heute auf dem Dachboden der Altneu-Synagoge.
Rainer Christoph ging unter anderem auf den Teufelspakt der Karlsbrücke ein.
Der Teufelspakt der Karlsbrücke
Der Bau der Karlsbrücke stand unter keinem guten Stern. Immer wieder stürzten Teile ein. Verzweifelt schloss der Baumeister einen Pakt mit dem Teufel. Der Bau würde halten, wenn der Teufel die Seele des ersten Lebewesens bekäme, das die Brücke überquert. Der listige Baumeister wollte einen Hahn schicken, doch der Teufel täuschte dessen schwangere Frau, die als Erste über die Brücke eilte.
Nachdem Meister Hanuš die prächtige Astronomische Uhr am Altstädter Rathaus fertiggestellt hatte, ließen ihn die Ratsherren angeblich blenden, damit er kein zweites, ebenso schönes Werk für eine andere Stadt schaffen könne. Aus Rache griff der blinde Meister ins Uhrwerk und hielt es für lange Zeit an.
Mitreißender Abend im Bürgerhaus
Bürgermeister Johannes Reger bezeichnete den sagenhaften Abend als mitreißend.






