Jetzt Tickets für die kommenden Jahn-Spiele sichern!
okticket – Kultur
okticket – Kultur

Zeitreise durch Kemnath mit Gottlieb Scharff

Kemnath. Ein Bildvortrag des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreises ließ rund 30 Besucher mit Zeichnungen des Künstlers Gottlieb Scharff den Wandel der Stadt entdecken und knüpfte an die Sonderausstellung im Museum an.

Kemnath. Ein Bildvortrag des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreises ließ rund 30 Besucher mit Zeichnungen des Künstlers Gottlieb Scharff den Wandel der Stadt entdecken und knüpfte an die Sonderausstellung im Museum an.
Zeitreise durch Kemnath mit Gottlieb Scharff. Foto: Bernhard Piegsa

Zeitreise durch Kemnath mit Gottlieb Scharff

Nichts ist beständiger als der Wandel: Das lernt man nicht zuletzt, wenn man einen Spaziergang durch Kemnath mit einem Besuch der Gottlieb-Scharff-Sonderausstellung im Museum in der Fronveste verbindet. Wie der 1905 geborene und 1991 verstorbene Zeichner und Maler vor etwa 100 Jahren markante Plätze seiner Heimatstadt sah und wie sie sich dem heutigen Betrachter präsentieren, führte Käthe Pühl den rund 30 Besuchern des Bildvortrags „Damals – heute – Gottlieb Scharff“ im Bürgerhaus „Lenzbräu“ vor Augen, zu dem der Heimatkundliche Arbeits- und Förderkreis (HAK) eingeladen hatte.

Historischer Blick auf Kemnath im Wandel

Zu den Orten im Stadtkern, die sich in den vergangenen 100 Jahren am stärksten verändert haben, zählte die Museumsmitarbeiterin den Primianusplatz. Der einstigen Bebauung seien weitgehend Neubauten gewichen, die früher bis an den Platz reichende „Bucht“ des Stadtweihers samt der ehedem als „Kemnather Stadtbrille“ bekannten Johannisfallbrücke verfüllt und das Gefallenenmahnmal in die so entstandene Parkanlage zurückversetzt worden. Weniger einschneidend seien die Veränderungen am Cammerloherplatz gewesen, wo vorwiegend der Bau des Fußgängerdurchlasses im Kirchturmsockel und die Aufstockung des Bäckereigebäudes auffielen.

Praktisch unverändert habe das einstige Franziskanerkloster, Gottlieb Scharffs Elternhaus, die Jahrzehnte überdauert, wusste Käthe Pühl. Auch die Häuser am Stadtplatz, namentlich das zur Polizeiwache umgewidmete historische „Rentamt“, das ehemalige Amtsgericht und der „Bäcker-Adl“ mit dem davor errichteten Brunnen, hätten großenteils ihr Erscheinungsbild der 1920er Jahre bewahrt. Zu den markanten Ausnahmen zählten das frühere „Stricknerhaus“ mit dem benachbarten ehemaligen Textilhaus Högl. Zur modernen befestigten Ortsverbindungsstraße habe sich die Berndorfer Straße gewandelt. Ein auf der Basis der Scharff-Zeichnung KI-generiertes Farbbild lasse erahnen, wie der Künstler die Friedhofskapelle und ihr Umfeld gesehen habe.

Vergleich von historischen Ansichten und Gegenwart

Die verblüffend hohe Qualität des künstlich erzeugten „Fotos“ mahne den Betrachter: „Glauben Sie nicht alles, was Sie sehen.“ Ferner zeigte Pühl das Bild eines Hofes an der Trautenbergstraße, den Scharff offenbar während eines Umbaus zeichnerisch festgehalten hatte, und seine Rekonstruktion des Bautenkomplexes der Fortschauer Gewehrmanufaktur, von dem noch die beiden Hauptgebäude erhalten geblieben sind. Auch stellte sie der Scharffschen Zeichnung des Berndorfer Schlosses eine heutige Fotografie des äußerlich stark veränderten Gebäudes gegenüber und bewies anhand einiger Bilder, dass der Künstler gelegentlich auch zeitgenössische Fotoaufnahmen, etwa in Gestalt von Postkarten, als Vorlagen für seine Arbeiten heranzog.

Kunst erleben, Kemnath erkunden

HAK-Vorsitzende Katrin Pasieka-Zapf dankte Käthe Pühl, Liane Preininger sowie den Fotografen Norbert Vetter und Doris Köhler für die Vorbereitung des Referats und wies darauf hin, dass die Gottlieb-Scharff-Ausstellung des Heimat- und Handfeuerwaffenmuseums in der Fronveste noch bis Jahresende sonntags von 14 bis 16 Uhr, am ersten Sonntag des Monats zusätzlich von 10 bis 12 Uhr besichtigt werden könne. Ein Teil der ausgestellten Bilder werde demnächst ausgetauscht: „Unser Fundus umfasst noch viele Kunstwerke aus Scharffs Nachlass.“ Für den 2. August plane der HAK eine Stadtführung, die „Neubürger“ mit ihrer neuen Heimat vertraut machen, aber auch alteingesessene Kemnather auf manches Unbekannte hinweisen solle. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Seeleitenparkplatz („Platz der Begegnung“).

Die Teilnahme ist kostenlos, zum Abschluss treffen sich die Teilnehmer zu einem gemütlichen Beisammensein im Museumshof. Zur besseren Planung bittet der HAK um Anmeldung per Mail stadtfuehrung@hakkem.de oder Instagram (@hak_kemnath).

Tipp: Wenn Du etwas googelst, bekommst Du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt.
Wenn Du OberpfalzECHO als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Dich auf.
Füge jetzt OberpfalzECHO Deinen Quellen hinzu!
okticket – Kultur
okticket – Kultur