Abschied von der selbstlosen Berta Ritter in Kaltenbrunn

Abschied von der selbstlosen Berta Ritter in Kaltenbrunn
Berta Ritter, deren ganze Fürsorge der Großfamilie galt, ist im gesegneten Alter von 92 Jahren – und bis zuletzt erstaunlich rüstig – ihrer Stiefschwester Edith Häusler nur zwei Tage nach deren Tod ebenso unerwartet schnell in die Ewigkeit nachgefolgt. Viele Menschen gaben ihr am Samstag das letzte Geleit. Den Trauergottesdienst feierte Ruhestandspfarrer Josef Häusler in Konzelebration mit Pfarrer Varghese Puthenchira und Pater Prince Kalarimuryil.
Trauergottesdienst in Kaltenbrunn: Abschied von Berta Ritter
Ausgehend vom Psalm 23 betonte Pfarrer Varghese Puthenchira: „Aus diesem Vertrauen hat Berta Ritter gelebt, und dies hat ihr Halt gegeben und Kraft geschenkt, ihren Weg treu und liebevoll zu gehen. Wie der gute Hirt hat sie gelebt: als treusorgende Ehefrau, herzensgute Mutter, als Mensch, der da war, mitgetragen hat, sich nicht selbst, sondern – wie der Hirt – auch das andere Ufer im Blick hatte: im Glauben, im Gebet, in der treuen Erfüllung ihrer täglichen Aufgaben. Die Melodie ihres Lebens klingt weiter bei Gott.“
Ein Leben für die Familie: Engagement und Fürsorge
In ihrer Trauerrede würdigte Angelina Kästner nach eigenem Kennenlernen vor fünf Jahren die Ritter-Oma als Frau mit großem Herzen, mit Mut und Stärke und vor allem mit einer tiefen Liebe zu ihrer Familie. Die Urenkel setzten zu den Daten und Ereignissen jeweils einen symbolischen Gegenstand auf die Altarstufen und entzündeten ein Licht. Geboren 1934 als zweites Kind von Josef und Maria Bayer, war ihre Kindheit vom Krieg geprägt. Zwei Jahre arbeitete sie als Kindermädchen in Amerika.
1958 heiratete sie Hans Ritter; sie lebten zu viert in der kleinen Dachgeschosswohnung im Michl-Speth-Haus, ehe sie in zwei Jahren selbst ihr Eigenheim bauten. Eine große soziale Tat vollbrachte das Ehepaar, als sie zu ihren eigenen vier Kindern auch die vier Kinder der früh verstorbenen Bayer-Schwester Maria und ihres Ehemanns Kurt aufnahmen und auch ihre Bayer-Mama pflegten. Über jeden Zuwachs an Enkel (zwölf) und Urenkel (20) hat sich die Ritter-Oma unendlich gefreut. Ihre Tür stand immer für jeden offen.
Musikalischer Abschied in St. Martin
Die Geschwister Anneliese und Angelina Kästner sangen in der Pfarrkirche St. Martin, begleitet auf dem E-Piano, „Wir sind nur Gast auf Erden“, das Bonhoeffer-Lied sowie „Maria, breit den Mantel aus“ und „Time to Say Goodbye“. Auf dem E-Piano ließ Anneliese das „Alleluja“ von Cohen erklingen.


