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Gemeinschaftsbackofen im Klosterhof in Speinshart beschlossen

Speinshart. Ein Gemeinschaftsbackofen im Großen Klosterhof soll kommen, der Denkmalschutz muss zustimmen. Der Gemeinderat meldet 2024 Rekordzahlen und plant 1,3 Millionen Euro für den Kanalbau in Haselbrunn ab Spätsommer 2026.

Gemeinschaftsbackofen im Klosterhof in Speinshart beschlossen

Klosterhof in Speinshart. Foto: Robert Dotzauer
Klosterhof in Speinshart. Foto: Robert Dotzauer

Brot als Geschenk der Natur und ein dazugehörender Backofen sind eng verbunden mit der bäuerlichen Ess- und Genusskultur. Ein Thema, das auch den Speinsharter Gemeinderat nicht ruhen lässt.

Historische Bedeutung der Dorfbacköfen

Die Dorfbacköfen haben eine lange Geschichte. Zum Kontext der Dorfentwicklung gehörten die Ofengewölbe über Jahrhunderte einfach dazu. Sie prägten die historischen Orts- und Dorfbilder. Durch die meist zentral gelegenen Backöfen bestand für die Dorfbewohner gemeinschaftlich die Möglichkeit, in ihnen rustikal-aromatisches Holzhofenbrot im wahrsten Sinne des Wortes, herzhaften Zwiebelkuchen und andere knusprige Backwaren auf erhitzten Steinböden zu backen. Das gemeinschaftliche Backen hatte zudem eine wichtige soziale Dimension. Es begünstigte das dörfliche Gemeinschaftsleben.

Backofen im Klosterhof ein Herzenswunsch

Für Bürgermeister Albert Nickl und das Gemeinderatsgremium war das Thema in der letzten Sitzung der Wahlperiode eine Herzensangelegenheit. Endlich ein Backofen im Herzen des Klosterdorfes, hieß der große Wunsch. Der soll nun in Erfüllung gehen. Als letztes Projekt einer gelungenen Dorferneuerung ist der Bau eines Gemeinschaftsbackofens beschlossene Sache. Für den Bürgermeister und seine Ratsmannschaft eine eilige Maßnahme, da das Dorferneuerungsverfahren in Kürze endet. Zeit zum Handeln, befand das Ratsgremium. Auch die vom Amt für Ländliche Entwicklung in Aussicht gestellte Förderung von 75 Prozent ließ den Rat nicht zögern, das Projekt zu forcieren.

Die bereits gefertigten Ansichten, Schnitte und Lagepläne stellte Bürgermeister Albert Nickl dem Gremium in der Gemeinderatssitzung vor. Als Standort ausgewählt ist der Randbereich der Festwiese vor der Wieskapelle im Großen Klosterhof. Verbunden mit der Erläuterung gestalterischer Einzelheiten sah der Gemeindechef mit der Errichtung eines Dorfbackofens eine weitere Aufwertung der „Spoinsater Festwiesn“. Bereits jetzt hätten sich einige Bürger bereit erklärt, den künftigen Backofenbetrieb zu begleiten, gab Nickl bekannt. Auch der örtlichen Vereinswelt biete sich bei diversen Festen die Möglichkeit, den Backofen zu nutzen.

Denkmalschutz muss zustimmen

Wegen der Nähe zu den denkmalgeschützten Gebäudlichkeiten ist formell eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis notwendig. Einem entsprechenden Antrag an die Denkmalschutzbehörden stimmte das Gremium einstimmig zu. Im Zuge der Optimierung des Festplatzareals informierte der Bürgermeister auch über Planungen, den seitlichen Eingangsbereich zur Klosterkirche neu zu ordnen. Unter anderem sollen Poller parkende Fahrzeuge auf Abstand zum Kircheneingang halten.

Die fetten Jahre sind auch im Klosterdorf vorüber

Die Jahresrechnung 2024 der Gemeinde Speinshart bestätigt noch einmal ein wirtschaftlich gutes Jahr. Doch die Kommunalfinanzen befinden sich in der Krise. Die Ausgaben steigen, die staatlichen Zuweisungen schwächeln – auch in Speinshart.

WITRON – Nachmittag der Ausbildung
WITRON – Nachmittag der Ausbildung

In einem Rückblick auf den Gemeindeetat 2024 beleuchtete zweiter Bürgermeister Roland Hörl noch einmal den Rekordhaushalt des Jahres 2024. Der Vizebürgermeister informierte den Rat als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses über die örtliche Prüfung der Jahresrechnung 2024. Zusammenfassend erinnerte er an die bedeutendsten Summen des Verwaltungshaushalts und an die wesentlichen Einzelpositionen des Vermögenshaushalts.

Als Rechnungsergebnis kam Roland Hörl auf ein Rekord-Gesamtvolumen in Höhe von 5,2 Millionen Euro und auf einen Rechnungsüberschuss von 111.139 Euro. Der Betrag wurde der allgemeinen Rücklage zugeführt. Als wesentliche Investitionsmaßnahmen nannte der zweite Bürgermeister den Ausbau der Speinsharter Kellerhausstraße und die Erschließung des Baugebietes Krummacker III. Zum Bericht gab es keine Erinnerungen. Den einstimmigen Beschluss des Gremiums zur Feststellung und Entlastung der Jahresrechnung 2024 kommentierte Bürgermeister Albert Nickl mit etwas Wehmut. „Das war vermutlich für lange Zeit das letzte fette Jahr“.

1,3 Millionen Euro für Kanalbau in Haselbrunn

Tiefbauplaner Michael Wagner vom Grafenwöhrer Ingenieurbüro Schultes berichtete über weitere Einzelheiten zur Kanalsanierung im Ortsteil Haselbrunn. Nach Vorstellung der Planung in einer Anliegerversammlung konzentrierte sich der Tiefbauexperte auf Detailinformationen zur geplanten „modifizierten“ Deckenerneuerung der Dorfstraße in Form einer Wiederherstellung des Straßenkörpers nach Ende der Kanalbauarbeiten und auf die Dimensionierung der Rückhaltebecken. Das Gesamtvolumen der Baumaßnahme kalkuliert Wagner auf zirka 1,3 Millionen Euro. Die Entwurfsplanung billigte die Ratsversammlung einstimmig. Als nächste Schritte kündigte Michael Wagner die Erstellung der Ausführungsplanung und die Ausschreibung der Bauleistungen an. Mit dem Beginn der Bauarbeiten rechnen Planer und Bürgermeister im Spätsommer 2026.

Einverstanden war der Rat mit der Verlegung eines neuen Wasserleitungsteilstückes zwischen dem Ortsteil Zettlitz (Gemeindegebiet Speinshart) und der Schmierhütte (Stadt Eschenbach). Die Leitung verläuft in öffentlichen Feldwegen der Gemeinde Speinshart. Einvernehmen herrschte über einen Bauantrag zur Nutzungsänderung einer Feldscheune in eine Lagerhalle für Sanitär- und Heizungsmaterial in der Gemarkung Tremmersdorf. Ein Ausbau des Zufahrtsweges ist mit dem Einvernehmen des Gemeinderates nicht verbunden.

Umfangreicher Berichtsteil

Im Berichtsteil erläuterte der Bürgermeister mit Blick auf die Sanierung der Kindertagesstätte die Restarbeiten im Innen- und Außenbereich. Albert Nickl informierte zudem über personelle Veränderungen im Gemeindekindergarten und verwies in diesem Zusammenhang auf einen Elternbrief. Erläuterungen über „Baustellen an allen Ecken und Enden“ beinhalteten den planmäßig fortschreitenden Wasserleitungsbau, den Rückbau von Freileitungen durch das Bayernwerk und den Glasfaserausbau mit zum Teil unbefriedigenden Ergebnissen bei der Verlegung der Breitbandkabel. Als Auftraggeber sei die Telekom bereits aufgefordert worden, sich um die Mängel zu kümmern, merkte der Sitzungsleiter an. Zudem empfahl Nickl allen Anliegern, umgehend offiziell die Verlegung eines Hausanschlusses zu beantragen. Den kostenlosen Hausanschluss werde es nicht mehr lange geben. Um Verständnis bat der Bürgermeister für die derzeit bestehenden Behinderungen.

Dank an das Gremium

Mit einem Blick auf die bewegenden Jahre in der Wahlperiode 2020-2026 und damit verbunden mit einem Dank an die Mandatsträger/innen für ihren Einsatz im Dienst der Gemeinde endete der öffentliche Teil der Sitzung. Zudem kündigte der Bürgermeister eine Verabschiedung von Johann Mayer, Wolfgang Merkl, Richard Neukam und Gabi Scherl in einem gebührenden Rahmen an. Den Termin für die konstituierende Sitzung der neuen Wahlperiode ab 1. Mai 2026 legte das Gremium auf Freitag, 15. Mai 2026 fest.