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Beliebt und wertgeschätzt: Flosser Gemeinde trauert um Christoph Winkler

Floß. Eine Institution des Flosser Gemeindelebens ist kürzlich verstorben. Der Zimmerermeister Christoph Winkler war ein angesehener Bürger und Politiker.

Beliebt und wertgeschätzt: Flosser Gemeinde trauert um Christoph Winkler

Die Beliebtheit und Wertschätzung des Flosser Zimmerermeisters, Mitglied des Marktgemeinderates und des evangelischen Kirchenvorstandes drückte sich bei der Trauerfeier am Dienstag in der vollbesetzten evangelischen Kirche St. Johannes Baptista und anschließend auf dem Friedhof aus. Foto: Fred Lehner

Die Nachricht vom Tod des 52-jährigen Zimmerermeisters Christoph Winkler verbreitete sich am Wochenende im Markt wie ein Lauffeuer. Trauer und Bestürzung kehrte auch im Gremium des Marktgemeinderates ein, dessen Mitglied Winkler seit der letzten Kommunalwahl 2020 über die Liste der FDP/UW war.

Ein ehrenwertes, christliches Leben

Die Beliebtheit und Wertschätzung des Handwerksmeisters bekundeten die Flosser Wähler mit ihrem Vertrauen. Winkler schaffte von Platz 14 den Sprung auf Platz drei als Mitglied der FDP/UW-Fraktion. Sein Slogan lautete: „Die Qualität unserer Ziele bestimmt die Qualität unserer Zukunft. Mehr Ehrlichkeit gegenüber dem Bürger“. Danach lebte auch der sportlich engagierte Verstorbene, dessen Offenheit und beispielhafte Hilfsbereitschaft sich auch dadurch ausdrückte, dass er keine Feindschaften kannte.

Ihm konnte man auch nicht böse sein. Sein liebenswertes und auf christliche Nächstenliebe eingestelltes Wesen führte auch zum großen Vertrauen als Mitglied des Kirchenvorstandes der evangelischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptista. Aktiv war er im Fischereiverein, im Turnverein 1908, beim SC Altglashütte, dem Förderverein SLZ Silberhütte und beim 1860-Fanclub Neustadt Waldnaab-Löwen, wo er als Kassier tätig war.

Zimmerermeister mit Leidenschaft

Christoph Winkler erblickte mit seinem Zwillingsbruder Armin Winkler am 26. Mai 1970 als Kind der Eheleute Ilsemarie und Klaus Winkler das Licht der Welt, verbrachte im Elternhaus mit Bruder Armin und Schwester Lisa seine Kinder- und Jugendzeit, ging in die Flosser Volksschule und besuchte die Wirtschaftsschule Weiden. Mit seinem Bruder erlernte er das Zimmererhandwerk, das er mit der Meisterprüfung abschloss.

Mit Unterstützung seiner Eltern bauten die Gebrüder Winkler eine eigene Zimmerei mit Holzhandlung im Ortsteil Grafenreuth auf. Am 1. Oktober 2005 verehelichte er sich mit der Flosserin Manuela Pscheidt. Ihr großes Familienglück sind die beiden Mädels Hannah und Sarah. Schmerzlich war der überraschende Tod seiner Eltern. Die Mutter verstarb im Dezember 2014 und Vater Klaus im März 2020.

Berührender Abschiedsgottesdienst

Im Trauergottesdienst am Dienstag in der überfüllten evangelischen Kirche St. Johannes Baptista zündete Pfarrer Wilfried Römischer an der Osterkerze ein Licht der Hoffnung an und legte den Konfirmationsspruch „Alles, was ihr tut, mit Worten oder Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn“. Aus eigenem Erleben schilderte Römischer in eindrucksvoller Weise die Lebensstationen des Verstorbenen, dessen christliche Einstellung und stete Hilfsbereitschaft beispielhaft war.

Zoigltermine
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Die musikalische Gestaltung des Trauergottesdienstes übernahmen der Posaunenchor unter Leitung von Wolfgang Lang und Kantor Andreas Kunz mit dem Kirchenchor. Während sich die Trauergemeinde mit dem Lied „Ins Wasser fällt ein Stein“ verabschiedete, sang der Chor „Meine Zeit steht in deinen Händen“.

Stets im Einsatz für die Menschen

Für den Markt drückte Bürgermeister Robert Lindner in einem ehrenden Nachruf die tiefe Betroffenheit über den Tod eines geschätzten Kollegen und Freundes aus. Winkler habe aktiv am kommunalen Geschehen mit allen Entscheidungen teilgenommen. Den Verlust eines aufrechten Kollegen und Freundes betrauerte der Vorsitzende des FDP-Ortsvereins, auch für die FDP/UW-Fraktionsfamilie, Oliver Mutterer, der Winkler als einen Mann der Tat bezeichnete.

Heinz Kett stellte für den Turnverein 1908 Floß und den Förderkreis Skilanglaufzentrum Silberhütte in seinem ehrenden Nachruf die sportlichen Erfolge heraus und hielt fest, dass sich Winkler für das Skilanglaufzentrum Silberhütte verdient gemacht habe. Im evangelischen Friedhof fand unter Choralklängen des Posaunenchores und den Liedern des Kirchenchores die Beisetzung statt. Das „Feierabendlied“ des Posaunenchores beendete die Trauerfeier.