Ehrenamt stärkt Gemeinschaft in Speinshart
Ehrenamt stärkt Gemeinschaft in Speinshart
Ehrenamt in Speinshart: Dank und Anerkennung
Das „Ich“ bedroht eine urdemokratische Institution: das Ehrenamt. Viele Speinsharter ersetzen diesen Eigennutz durch ein „Wir“, stellt Bürgermeister Albert Nickl bei einem Abend des Ehrenamts dankbar fest. Josef Höllerl ist seit 26 Jahren Vorsitzender des Speinsharter Obst- und Gartenbauvereins (OGV). Unter seiner Regie stellt sich der Verein bunt und lebendig dar. Ob Hobbykünstlermarkt in Münchsreuth, als Motor für ein blühendes Klosterdorf oder als Macher der Streuobstwiesen-Offensive: Josef Höllerl ist mit seiner OGV-Mannschaft für die Gemeinde eine große Bereicherung. Das Ehrenamt, jene Einrichtung, von der Theodor Heuss einmal sagte, dass die Demokratie von ihr lebe, ist in Speinshart eine „Marke“, betonte Bürgermeister Albert Nickl bei einem Empfang für die Vereinswelt im Saal des Gemeindezentrums.
Am Gemeinwohl orientiert
Mit der Einladung wollte der Gemeindechef die herausragende Bedeutung zahlreicher ehrenamtlich Tätiger für ein aktives Gemeindeleben unterstreichen. „Ein Abend für Kräfte, die in Speinshart Lebensqualität schaffen und das Dorfleben bereichern“, wie es Nickl formulierte. Begleitet vom berühmten Zitat John F. Kennedys aus seiner Antrittsrede „Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann – fragt, was ihr für euer Land tun könnt“, würdigte der Bürgermeister in einem festlichen Rahmen das herausragende Engagement vieler Speinsharter Mitbürgerinnen und Mitbürger für das Gemeinwohl.
Stille Stars
Die große Anzahl der zu ehrenden Gäste unterstrich die Einschätzung des Bürgermeisters von „stillen Stars, die den Stillstand verhindern“. Albert Nickl schätzt diesen Personenkreis auf mindestens 50 Prozent der Speinsharter Bevölkerung, die für „Gottes Lohn“ vielfältige Aufgaben übernehmen. „Ohne euch könnten Gemeinde und Vereine die Türen schließen“, unterstrich Nickl Speinsharts starke Kultur der sozialen Verantwortung, des menschlichen Umgangs und der Lebensfreude.
Wie also sehen diese Ehrenamtlichen aus, die das Klosterdorf auf Betriebstemperatur halten? Viele sind es, wie sich beim Empfang für die „Wir-Menschen“ herausstellte. Zuallererst ehrte der Bürgermeister einige Vereinsvorsitzende. Neben OGV-Vorstand Josef Höllerl war es Albert Schmid, den Albert Nickl besonders würdigte. Zwei Jahrzehnte war der Münchsreuther Vorsitzender der Hirthausfreunde. Unter seiner Regie habe Schmid die Hirthaussanierung angeschoben und den Neubau der Gemeinschaftshalle als Dorfmittelpunkt organisiert. Zudem sei der Münchsreuther seit 30 Jahren ein zuverlässiger Schatzmeister des Kapellenbauvereins, fasste Albert Nickl zusammen.
Zweiter Bürgermeister Roland Hörl war es vorbehalten, die Ehefrau des Bürgermeisters zu würdigen. Seit 21 Jahren Vorsitzende der Ortsgruppe des Katholischen Frauenbundes präge Elisabeth Nickl den Ortsverein. „Elisabeth Nickl und Speinsharts Frauen gehören zum großen Gemeindeschatz“, stellte Hörl mit Blick auf die Bürgermeister-Gattin fest und würdigte weitere Initiativen einer zielstrebigen Frau mit leisen Tönen. Mit dem Dank der Gemeinde verbunden waren kleine Geschenke und bunte Blumengrüße.
Ehrungen auf Vorschlag der Vereine
Auch für die Vereine bestand die Möglichkeit, verdiente Mitglieder zur Ehrung vorzuschlagen. Eine Chance, die viele Vereine und Institutionen nutzten. Gemeinsam mit Landtagsvizepräsident MdL Tobias Reiß würdigte Bürgermeister Albert Nickl folgende Gemeindebürger für ihr ehrenamtliches Wirken: Monika Höllerl, Max und Barbara Henfling (Obst- und Gartenbauverein). Hermann Schmid (Kapellenbauverein Münchsreuth). Brigitte und Werner Kosmale, Marga Schmidt und Christl Rodler (Verein der Freunde und Förderer der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart). Maria Seitz, Silvia Dietl und Christine Walberer (Ortsgruppe des Katholischen Frauenbundes).
Robert Kausler und Georg Müller (Freiwillige Feuerwehr Speinshart). Josef Hefner und Martin Fahrnbauer (Freiwillige Feuerwehr Tremmersdorf). Max Wagner und Hans Meyer (Krieger- und Soldatenkameradschaft). Günter Ring und Ralf Schlottke (Sportanglerverein). Holger Götz, Josef und Peter Gradl (Dorfgemeinschaft Haselbrunn).
Schon der Apostel Paulus forderte die jungen christlichen Gemeinden dazu auf: „Einer trage des anderen Last.“ In der Gemeinde Speinshart sind viele bereit, Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen, wie sich bei einem Ehrungsabend für verdiente Vereinsmitglieder herausstellte.






