Hilfstransport aus der Oberpfalz bringt Hoffnung in die Ukraine (1)
Hilfstransport aus der Oberpfalz bringt Hoffnung in die Ukraine (1)
Eigentlich hätten Siegfried Hausner und Bernd Follmer von ihrem Hilfstransport in die Ukraine längst schon wieder in Neustadt/WN am Felixhügel zurück sein müssen. Aktuell sie aber immer noch vor Ort unterwegs.
OberpfalzECHO berichtet exklusiv von dieser Fahrt und ihren zwei Helden. In dem vorliegenden Bericht geht es um die theoretischen Erwartungen und Planungen der Hilfsfahrt in die Ukraine. Aus Sicherheitsgründen für die Hilfscrew wird die Redaktion erst nach Rückkehr der Hilfsmannschaften über weitere Details berichten.
So lief die Abfahrt in Neustadt
Der Hilfstransport in die Ukraine der Hilfsorganisation Space Eye startete am vergangenen Sonntag um 16 Uhr in Neustadt an der Waldnaab. Die beiden ehrenamtlichen Fahrer Siegfried Hausner und Bernd Follmer machten sich mit einem Sprinter und einem Anhänger mit Doppelachse auf den Weg in die westukrainische Region Wyhoda, rund 200 Kilometer südöstlich von Lwiw (Lemberg).
Ziel ist es, mehrere Schulen pünktlich zur Wiederaufnahme des Unterrichts am Vormittag mit dringend benötigten Hilfsgütern zu versorgen. Insgesamt legen die Helfer zwischen 1.100 und 1.200 Kilometer zurück. Unter normalen Bedingungen dauert die Fahrt etwa 14 bis 16 Stunden, doch Staus, Grenzwartezeiten oder Pannen können den Zeitplan jederzeit verändern.
Große Erfahrung und Motivation der oberpfälzischen Hilfscrew
Hausner und Follmer sind erfahrene Helfer. Sie haben bereits mehrere Hilfstransporte durchgeführt und kennen sowohl die Zollformalitäten an den EU-Außengrenzen als auch die besonderen Herausforderungen vor Ort. Für Siegfried Hausner ist es bereits der fünfte Einsatz. Auf die Frage nach seiner Motivation antwortet der Ruheständler schlicht: „Weil es sonst keiner macht!“
Seine Frau unterstützt das Engagement trotz der Risiken. Respekt vor der Tour habe er, Angst jedoch keine: „Aus Erfahrung haben wir lange Unterhosen und Thermojacken an. Dort herrscht eisiger Winter und uns ist bei einer früheren Tour die Beheizung unseres Fahrzeugs ausgefallen.“
Hilfsgüter für Schulen und Familien
Geladen wurden rund 2,7 Tonnen Hilfsgüter. Neben Kartons mit Lebensmitteln umfasst der Hilfstransport in die Ukraine auch spezielle Familienpakete. Diese enthalten Hygieneartikel, Waschmittel sowie Spiele oder Kuscheltiere für Kinder. Gerade für die Jüngsten soll damit ein Stück Hoffnung geschaffen werden. Die Übergabe erfolgt an mehreren Schulen in der Region Wyhoda, die etwa 3.500 Einwohner zählt.
Bei früheren Transporten erlebten die Fahrer dort emotionale Empfänge. Schulklassen sangen Lieder, Lehrkräfte bereiteten kleine Bewirtungen vor. Besonders eindrücklich bleibt das tägliche Totengedenken um 9 Uhr auf den Schulhöfen für gefallene Soldaten.
Organisation und Zollformalitäten werden in Neustadt erledigt
Koordiniert wird der Einsatz von der Space-Eye-Niederlassung in Neustadt. Niederlassungsleiter Andreas Lehner bereitete dort mit seinen ehrenamtlichen Helfern den Transport akribisch vor. Dazu gehörten die penible Zusammenstellung der Hilfsgüter, die Abstimmung mit Ansprechpartnern in der Ukraine sowie die Erstellung der notwendigen Zollpapiere. Diese müssen an den Außengrenzen der Europäischen Union vollständig vorgelegt werden. Das Fahrzeug wird durchleuchtet und genau geprüft.
Unterwegs unter erschwerten Bedingungen
Die Orientierung im ukrainischen Straßennetz erfolgt meist über Navigationsgeräte. Allerdings kam es bei früheren Fahrten bereits zu GPS-Störungen während Luftalarmen. In solchen Situationen müssen die Fahrer pausieren. Hinzu kommen winterliche Bedingungen. Die Helfer rechnen mit Schnee sowie mit schmalen Straßen und Schlaglöchern, die an die Bundesrepublik der sechziger Jahre erinnern. Vorsorglich führen sie eigene Verpflegung mit, da nicht immer gewährleistet ist, unterwegs Lebensmittel zu erhalten.
Technik, Bezahlung und Verständigung in der Ukraine
Der Treibstoff wird überwiegend per Kreditkarte bezahlt, da der bargeldlose Zahlungsverkehr in der Ukraine vielerorts weiter verbreitet ist als in Deutschland. Stromausfälle können diese Möglichkeit jedoch einschränken. Die Verständigung mit Ortskräften erfolgt über Übersetzungsprogramme auf dem Handy, da Englischkenntnisse nicht überall vorhanden sind. Trotz dieser Hürden funktioniert die Zusammenarbeit zuverlässig. In der Ukraine erwartet ein Bezirksabgeordneter den Hilfstransport in die Ukraine und unterstützt die Verteilung der Güter.
Weiterer Bericht nach Rückkehr nach Neustadt
Ursprünglich war die Rückkehr der Fahrer schon für Mittwoch geplant. Riesige Staus, ein Motorschaden und winterliche Straßenverhältnisse machten diesen Plan bis zur Minute jedoch zunichte. Aus Sicherheitsgründen berichtet OberpfalzECHO erst nach der Rückkehr der Helfer ausführlich über diese humanitäre Aktion.




