Neue Impulse für Ehrenamt und Jugendarbeit in Schwandorf

Neue Impulse für Ehrenamt und Jugendarbeit in Schwandorf
Wie können mehr Menschen für das Ehrenamt gewonnen und Jugendliche stärker für gesellschaftliches und politisches Engagement erreicht werden? Mit diesen Fragen hat sich der Landtagsabgeordnete Martin Scharf bei Gesprächen im Landkreis Schwandorf beschäftigt. Einen Schwerpunkt bildete dabei der Austausch mit Florian Schmid von der Lernenden Region Schwandorf.
Ehrenamt vor Ort: Beratung und Unterstützung
Die Lernende Region Schwandorf berät Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, und vermittelt Interessierte direkt an passende Einsatzstellen. Rund 80 Möglichkeiten stehen dabei zur Verfügung – vom Kindergarten über das Krankenhaus bis zur Unterstützung von Geflüchteten. Auch die Ehrenamtskarte wird über die Lernende Region Schwandorf vermittelt und nach Angaben von Schmid sehr gut angenommen.
„Wir haben bei uns im Landkreis unglaublich viele Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Die entscheidende Frage ist, wie wir dieses Engagement noch besser unterstützen und auch neue Leute dafür gewinnen können“, erklärte Scharf. Eine wichtige Rolle spiele dabei inzwischen auch die Kommunikation über soziale Medien. „Wir müssen dort präsent sein, wo die Menschen heute erreichbar sind. Gerade für Vereine ist das eine große Chance, neue Mitglieder und Ehrenamtliche anzusprechen.“
Vereine stärken und Jugendliche beteiligen
Im Gespräch ging es auch um Schwierigkeiten vieler Vereine, Vorstands- und Funktionsstellen nachzubesetzen. Ein Ansatz könne sein, Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen und damit einzelne Ehrenamtliche zu entlasten. Ebenso müsse stärker darüber gesprochen werden, wie junge Menschen frühzeitig eingebunden werden können. Jugendparlamente oder Jugendvertreter in kommunalen Gremien könnten dabei zusätzliche Möglichkeiten eröffnen.
Auch Inklusion im Ehrenamt war Thema des Austauschs. Als Beispiel wurden mobile Legorampen genannt, die von Menschen mit Beeinträchtigungen gefertigt werden und dabei helfen können, kleinere Barrieren im Alltag zu überwinden. „Ehrenamt lebt davon, dass möglichst viele Menschen mitmachen können. Deshalb gehören Teilhabe und Barrierefreiheit für mich ganz selbstverständlich dazu“, so Scharf.
Jugendarbeit im Landkreis: Angebote und Bildung
Im Rahmen eines weiteren fachlichen Austauschs zur Jugendarbeit mit dem Schwandorfer Jugendamt wurde deutlich, dass es im Landkreis bereits zahlreiche Bildungs- und Beteiligungsangebote gibt. In den vergangenen beiden Jahren wurden rund 70 Veranstaltungen angeboten – von Medienkompetenz und dem Erkennen von Fake News bis hin zu Angeboten für Jugendliche mit Beeinträchtigung oder Migrationshintergrund.
Scharf sieht dennoch weiteren Handlungsbedarf. Besonders wichtig sei ein direkter und verlässlicher Kontakt zu jungen Menschen vor Ort. „Es reicht nicht, Angebote auf dem Papier zu haben. Wir brauchen Personen, die wissen, was Jugendliche beschäftigt, die ansprechbar sind und flexibel auf ihre Bedürfnisse reagieren können.“ Ein Gemeindejugendpfleger könne deshalb für viele Kommunen eine wichtige Unterstützung sein, etwa bei Ferienprogrammen, Jugendtreffs und weiteren Angeboten.
Bekannte Formate und starke Partner
Auch bestehende Formate wie die „Lange Nacht der Demokratie“ könnten stärker bekannt gemacht werden. Zudem spiele der Kreisjugendring eine zentrale Rolle, weil er unmittelbar mit jungen Menschen arbeite und ihre Interessen gut kenne.
Scharf verwies außerdem auf das Bildungs- und Teilhabepaket. Darüber können Kinder und Jugendliche aus finanziell schwächeren Familien bei organisierten Fahrten und Bildungsangeboten unterstützt werden. „Teilhabe darf nicht am Geldbeutel der Eltern scheitern. Gerade solche konkreten Unterstützungen helfen dabei, jungen Menschen Erfahrungen und Gemeinschaft zu ermöglichen.“
Engagement erleichtern statt erschweren
„Ehrenamt und Jugendarbeit gehören für mich eng zusammen. Wer früh erlebt, dass Mitmachen etwas bewirkt, übernimmt später eher Verantwortung. Genau deshalb müssen wir Strukturen schaffen, die Engagement erleichtern und nicht unnötig erschweren“, erklärte Scharf abschließend.
Wenn Du OberpfalzECHO als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Dich auf.
Füge jetzt OberpfalzECHO Deinen Quellen hinzu!




