Regierungspräsident Walter Jonas besucht Flosser Synagoge
Regierungspräsident Walter Jonas besucht Flosser Synagoge
Regierungspräsident Walter Jonas kam von Regensburg direkt nach Floß und interessierte sich für die mehr als 339-jährige jüdische Geschichte im 1075-jährigen Markt Floß. Zu den geladenen Gästen zählten die beiden Ortsgeistlichen Max Früchtl und Wilfried Römischer, Pfarrer Alfons Forster aus Michldorf in seiner Eigenschaft als einer der drei Vorsitzenden der Weidener Gesellschaft, Bezirksheimatpfleger Tobias Appl, Landrat Andreas Meier, Bürgermeister Robert Lindner, Vorstandsvorsitzende Marika Mauerer von der Baugenossenschaft „Eigenheim“ Floß, Alfons Lehner und die Historikerin, Bibliothekleiterin der Hanns-Seidel-Stiftung München, und Herausgeberin ihrer Dissertationsarbeit “Die Judengemeinde Floß 1684 – 1942” Renate Höpfinger.
Wehret den Anfängen
Fred Lehner begrüßte seine Gäste in der Synagoge mit einem hebräischen Gebetsgesang von Oberkantor Estrongo Nachama aus Berlin mit dem Rias Kammerchor, ging in seinem anschließenden Vortrag auf die jüdische Vergangenheit in Floß, berichtete als Zeitzeuge über die Sanierung der am 9. November 1938 zerstörten Synagoge und hielt mit Nachdruck fest, dass wir alle wachsam sein müssen, soll sich das Unrecht von 1933 bis 1945 am jüdischen Volk nicht wiederholen.
Er rief aus: „Wehret den Anfängen, denn der Antisemitismus darf in unserem freiheitlich demokratischen Rechtsstaat keine Chance haben“. Synagoge und Friedhof bezeichnete Lehner als „Zeugen der Vergangenheit“, die Garanten auch dafür sind, dass der jüdische Kultus im Markt Floß lebt.
Die Vortragsstunde erhielt durch die hebräischen Gebetsgesänge von Pfarrer Wilfried Römischer (Gitarre) eine besondere Bereicherung. Die geladenen Gäste durften ein Präsent (Silbermünze des Marktes Floß) in Empfang nehmen.
Für den Regierungspräsidenten war es eine erbauende und eindrucksvolle Stunde, in der ein Zeitzeuge aus seinem Leben berichtete und deutlich machte, dass Toleranz und Menschlichkeit die heutige Zeit mehr denn je erfordern. Der Weg zum jüdischen Friedhof, er wurde zum Ende des 17. Jahrhunderts errichtet und weist heute über 400 Grabsteine auf, war eine weitere Station, die den Besuch in Floß so wertvoll machte.


