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Abschied vom Altbürgermeister Georg Härning in Weiherhammer

Weiherhammer. In großer Zahl versammelten sich am Samstag Gläubige, Weggefährten und Vertreter des öffentlichen Lebens in der Pfarrkirche Hl. Familie Weiherhammer, um Abschied von Altbürgermeister Georg Härning zu nehmen.

Weiherhammer. In großer Zahl versammelten sich am Samstag Gläubige, Weggefährten und Vertreter des öffentlichen Lebens in der Pfarrkirche Hl. Familie Weiherhammer, um Abschied von Altbürgermeister Georg Härning zu nehmen.
Letzte Ehre für Altbürgermeister Georg Härning in Weiherhammer. Foto: Siggi Bock

Abschied vom Altbürgermeister Georg Härning in Weiherhammer

Der langjährige Kommunalpolitiker war am 19. Februar im Alter von 89 Jahren verstorben. Der Trauergottesdienst wurde von Pfarrer Varghese Puthenchira zelebriert, konzelebriert von Pfarrvikar Pater Prince.

Große Anteilnahme in Weiherhammer

Neben der Familie nahmen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung Abschied. Unter ihnen befanden sich Landrat Andreas Meier, Abgeordnete und Bürgermeisterkollegen aus der Region.

In seiner Predigt stellte Pfarrer Puthenchira Worte des Apostel Paulus in den Mittelpunkt: „Keiner von uns lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber … Ob wir leben oder ob wir sterben – wir gehören dem Herrn.“ Diese christliche Grundhaltung habe auch das Leben von Georg Härning geprägt. Er habe nicht sich selbst in den Vordergrund gestellt, sondern stets dem Gemeinwohl gedient. Sein politisches Handeln sei von Verantwortungsbewusstsein, Weitblick und tiefer Verbundenheit mit seiner Heimat getragen gewesen.

Glaube und Gemeinwohl prägten das Leben von Georg Härning

Geboren am 8. Juli 1936 in Weiherhammer, wuchs Härning unter einfachen Verhältnissen auf. Nach dem frühen Tod des Vaters musste die Familie zusammenhalten. Früh übernahm er Verantwortung und half mit, den Lebensunterhalt zu sichern. Nach der Volksschule absolvierte er eine Lehre als Modellschreiner im Hüttenwerk, wechselte später in den mittleren Staatsdienst und war viele Jahre im Finanzamt Weiden tätig.

1960 heiratete er Maria Guldner. Das Ehepaar wurde mit fünf Kindern beschenkt, musste jedoch auch schwere Schicksalsschläge verkraften. Der Tod dreier Kinder und später der Ehefrau im Jahr 2012 prägten sein Leben. Halt fand er im Glauben und in seiner Familie. „Der liebe Gott hat es immer gut gemeint mit mir“, sagte er oft – ein Satz, der seinen Optimismus und seine tiefe Gottverbundenheit widerspiegelt.

Familie und Glaube gaben Halt

Politisch trat Georg Härning 1962 in die Christlich-Soziale Union in Bayern ein. 1963 gründete er den Ortsverband der Jungen Union in Weiherhammer. Von 1966 bis 1972 war er Zweiter Bürgermeister, ehe ihn die Bürger 1972 zum Ersten Bürgermeister wählten. Dieses Amt bekleidete er bis 1996. In diesen 30 Jahren prägte er die Entwicklung Weiherhammers entscheidend.

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In seine Amtszeit fielen die Ausweisung des Gewerbe- und Industriegebiets sowie die Ansiedlung bedeutender Unternehmen, darunter das heutige Werk von Pilkington. Damit wurden wichtige Arbeitsplätze geschaffen und der wirtschaftliche Grundstein für die positive Entwicklung der Gemeinde gelegt. Darüber hinaus engagierte sich Härning über 30 Jahre im Kreistag Neustadt/WN. In verschiedenen Ausschüssen arbeitete er sachlich, besonnen und lösungsorientiert. Besonders am Herzen lag ihm das Landkreissiedlungswerk, in dem er viele Jahre Verantwortung trug. Für seine Verdienste erhielt er unter anderem das Bundesverdienstkreuz.

Weiherhammer im Wandel seiner Amtszeit

Am Ende des Gottesdienstes würdigten mehrere Redner das Lebenswerk des Verstorbenen. Der amtierende Bürgermeister Ludwig Biller zeichnete den Weg seines Vorgängers nach und betonte dessen Weitsicht und Gestaltungswillen. Weiherhammer verliere einen verlässlichen Ratgeber und einen Mann, dem das Wohl der Gemeinde stets über alles gegangen sei.

Landrat Andreas Meier hob hervor, dass Härning zu jener Generation von Kommunalpolitikern gehörte, die nach der Gebietsreform den heutigen Landkreis entscheidend mit aufgebaut hätten. Er habe den Dialog gesucht, sorgfältig abgewogen und nachhaltig gedacht. Viele heute selbstverständliche Entwicklungen trügen seine Handschrift.

Würdigung durch Bürgermeister und Landkreis

Für die Vereine sprach Severin Hirmer. Er erinnerte daran, dass Georg „Schorsch“ Härning über Jahrzehnte hinweg das Vereinsleben in außergewöhnlicher Weise unterstützt habe. Ob bei Sportvereinen, Feuerwehr, Wasserwacht, Schützen, kirchlichen Verbänden oder Fanclubs – er sei stets Förderer, Mitgestalter und oft Wegbereiter gewesen. Besonders die Jugendarbeit habe ihm am Herzen gelegen. Rechnet man seine Mitgliedschaften zusammen, komme man auf mehr als 800 Jahre Vereinszugehörigkeit.

Mit Fahnenabordnungen und Ehrensalut erwies die Gemeinde ihrem Altbürgermeister die letzte Ehre. In christlicher Hoffnung wurde er in Gottes Hände zurückgegeben. Trompeter Hans Rettinger intonierte das Lied vom guten Kameraden und „S´ist Feieroumd“. Weiherhammer verliert mit ihm eine prägende Persönlichkeit, einen leidenschaftlichen Kommunalpolitiker und einen Menschen, der seine Heimat aus tiefster Überzeugung geliebt und ihr gedient hat. Sein Wirken wird in der Gemeinde noch lange spürbar bleiben.

Letzte Ehre für Altbürgermeister Georg Härning in Weiherhammer. Foto: Siggi Bock
Letzte Ehre für Altbürgermeister Georg Härning in Weiherhammer. Foto: Siggi Bock