Auf a Leberkässemmel mit Markus Söder: Blitzauftritt für CSU-Kandidat Benjamin Zeitler

Auf a Leberkässemmel mit Markus Söder: Blitzauftritt für CSU-Kandidat Benjamin Zeitler
„Auf a Leberkässemmel mit Markus Söder“ hat die CSU die Einladung für Montag, 16 Uhr, im Markthaus überschrieben. Der Ministerpräsident kommt deutlich vor der Zeit. Um 15.36 Uhr fährt die schwarze Limousine aus München am Oberen Markt vor. Ihm wird eine Krücke gereicht, Söder schont sich noch nach einer Hüft-OP vom Dezember. Ansonsten merkt man ihm nichts an, einen bereitgestellten Hocker ignoriert der 1,93-Meter-Mann.
Der Landesherr ist für alles zu haben. Er hält Krapfen in die Kamera, schüttelt die Hände der Bäckerfamilie Brunner mit Gerhard sowie Tochter Sophie Brunner. In der Hausner-Filiale nimmt er von Bereichsleiterin Stefanie Sperrer ein Tablett mit Leberkäs-Semmeln entgegen, flankiert von Metzger Alexander Hausner mit Tochter Malena und Sohn Maximilian. „Ich bin ja quasi Werbeträger für Metzger“, scherzt Söder, der bekanntermaßen gern seine fleisch- und wurstlastigen Brotzeiten auf Socialmedia postet.
Seitenhieb auf Altneihauser
„Stolz und Ehre“ empfindet CSU-Herausforderer Benjamin Zeitler, der am 8. März mit OB Jens Meyer (SPD) und fünf weiteren Bewerbern um den Chefsessel im Rathaus ringt. In zwei Wochen starte die Briefwahl für die Kommunalwahlen – „die wichtigste Wahl für die Menschen überhaupt“. Die Entscheidungen, die im Rathaus getroffen werden, träfen den Bürger direkt.
Mehr Schützenhilfe aus München kann sich Zeitler dann nicht wünschen. Söder spricht 3 Minuten 30 Sekunden. Er outet sich als „Fan der nördlichen Oberpfalz“: „Wir Franken lieben die nördliche Oberpfalz.“ Es gibt die ersten Lacher. „Anders wäre es nicht erklärbar, dass wir bei unserer wichtigsten, höchsten Veranstaltung des Jahres – Veitshöchheim am kommenden Freitag – jedes Jahr die Oberpfälzer einladen. Wir laden keine Oberbayern ein, keine Schwaben, keine Niederbayern. Sondern immer wieder die Oberpfälzer, um uns beschimpfen zu lassen. Das muss echte Liebe sein.“
An „alte Zeiten anknüpfen“
Der Norden müsse gestärkt werden. Schon als junger Abgeordneter habe er sich gewundert, dass „alles Geld in München“ bleibt. Bayern bestehe aber nicht nur aus dem Süden, sondern eben auch aus dem Norden, wie der nördlichen Oberpfalz. „Mein Gefühl ist: Wenn wir in der Stadt Weiden noch besser Doppelpass mit München spielen würden, dann kann Weiden wieder an die alten Zeiten anknüpfen.“ Zeitler sei vernetzt: Allein die Nähe zu Finanzminister Albert Füracker sei ein Vorteil.
Söder nimmt an Beifall und Lachern mit, was schnell abzugreifen ist. Er sei 59 Jahre alt, alt genug, um frei zu sein in seiner Rede: Er begrüße keine „Leberkäser*innen“. Er habe auch keine Lust, sich beim Essen einer Leberkässemmel belehren zu lassen. „In Bayern soll man die Freiheit haben, zu essen, was man möchte. Und seien wir uns doch mal ehrlich: Ein Leben ohne Leberkäs ist denkbar, aber doch nicht wirklich sinnvoll.“
Um Punkt 16 Uhr beißt Söder beherzt in seine Semmel, der Rest wird verteilt. Gut 200 Bürger füllen um diese Zeit das Markthaus und greifen gerne zu. Für viele ist es schon vorbei, ehe es losgegangen ist: Während die Security um 16.10 Uhr schon den Rückzug durch den Seiteneingang in die Judengasse vorbereitet, stehen am Oberen Markt noch Besucher an. Zumindest eine Leberkässemmel dürften sie noch bekommen haben.



















