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Bürgerdialog statt Wahlkampf in Schlammersdorf

Schlammersdorf. Johannes Schmid moderierte das Bürgergespräch im Vereinsstüberl des Bürgerhauses. Zahlreiche Themen hatten die Bürger im Vorfeld der Veranstaltung zur Diskussion gestellt.

Schlammersdorf. Johannes Schmid moderierte das Bürgergespräch im Vereinsstüberl des Bürgerhauses. Zahlreiche Themen hatten die Bürger im Vorfeld der Veranstaltung zur Diskussion gestellt.
Johannes Schmid moderierte das Bürgergespräch im Vereinsstüberl des Bürgerhauses. Zahlreiche Themen hatten die Bürger im Vorfeld der Veranstaltung zur Diskussion gestellt. Foto: Gerhard Löckler

Bürgerdialog statt Wahlkampf in Schlammersdorf

Gastbeitrag von Gerhard Löckler

Keine klassische Wahlkampfveranstaltung, sondern ein offenes Bürgergespräch: Mit diesem Anspruch begrüßte Johannes Schmid als Vorsitzender der Unparteiischen Wählergruppe (UWG) die Gäste im Vereinsstüberl des Bürgerhauses. Statt großer Parolen standen konkrete Alltagsfragen im Mittelpunkt, die vorab über die sogenannte Bürgeranliegenbox (BAB) gesammelt wurden. Über 30 Punkte betrafen Straßen, Wasserleitungen, Glasfaser, Kindergarten, Feuerwehr oder Friedhof: Die Bandbreite der Themen zeigte deutlich, wo den Bürgern der Schuh drückt.

Sachorientierte Kommunalpolitik

„Regional denken – lokal handeln“ – so fasste Johannes Schmid die Linie der UWG zusammen. Ziel sei sachorientierte Kommunalpolitik ohne Parteibrille, mit klarer Priorisierung und transparenter Information.

Ein Diskussionspunkt war auch die Ortsverbindungsstraße zwischen Moos und Oberbibrach. Als amtierender Bürgermeister wusste Johannes Schmid zu berichten, dass sich aktuell abzeichne, dass Fördermittel nur realistisch seien, wenn auch die Brücke saniert werde. Damit steige die Gesamtsumme erheblich. Gleichzeitig verwies er auf weitere große Investitionen: rund 1,2 Millionen Euro für den Breitbandausbau, mindestens 400.000 Euro für ein neues Feuerwehrfahrzeug, etwa 400.000 Euro für die Kläranlage sowie über eine Million Euro für Baulanderweiterungen. „Nicht alles gleichzeitig versprechen, sondern solide priorisieren“, lautete deshalb seine Devise.

Breitband, Bürgerhaus, Nahwärme und Feuerwehr

In der „BAB“ sorgten auch der Breitbandausbau, die Nutzung des Bürgerhauses sowie die Nahwärmeplanung der Gemeinde für Nachfragen. Auch die Feuerwehr stand im Fokus. Ein neues Fahrzeug sei keine Prestigeentscheidung, sondern Voraussetzung für die Einsatzfähigkeit. Ein Grundsatzbeschluss wird laut Schmid zeitnah im Gemeinderat gefasst werden, um Fördermöglichkeiten zu sichern.

Bei der Frage nach Baugrund konnte berichtet werden, dass voraussichtlich 2027 nach Abschluss der Grundstücksverhandlungen mindestens 13 Bauplätze realisiert werden können. Auch für den seit Jahren diskutierten Radweg nach Oberbibrach wurde ein baldiger Baubeginn in Aussicht gestellt.

Verkehrssituation und Friedhof

Mehrere Wortmeldungen betrafen die Parksituation in Schlammersdorf während Veranstaltungen, aber auch am Kindergarten. Als Bürgermeister berichtete Johannes Schmid von Gesprächen mit den Veranstaltern, besseren Ausschilderungen und bei Bedarf klaren Regelungen. Auch Wünsche nach Zebrastreifen, Verkehrsspiegeln oder externen Blitzern wurden vorgebracht. Gemeinsam mit den zuständigen Fachstellen soll geprüft werden, welche Maßnahmen sinnvoll und rechtlich umsetzbar seien.

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Überraschend breiten Raum bei den Rückmeldungen nahm das Thema Friedhof ein. Die Vielzahl der Rückmeldungen zeigte, dass oft eine naturnahe, schlichte Form der Bestattung gewünscht wird. Ein „Friedwald“ im klassischen Sinn würde aber zusätzliche Infrastruktur wie Parkplätze, Wege und Bewirtschaftung bedeuten. Johannes Schmid möchte aber prüfen lassen, ob nicht innerhalb der vorhandenen Flächen ein Angebot geschaffen werden kann, das den Wünschen der Bürger entspricht.

Bürgerbeteiligung und klare Prioritäten

Das Bürgergespräch zeigte vor allem eines: Die Menschen interessieren sich weniger für parteipolitische Schlagworte als für funktionierende Infrastruktur, Sicherheit und Transparenz. Die UWG setzte dabei auf Teamarbeit und Fachkompetenz aus der Gemeinde selbst. Am Ende blieb der Abend seinem Anspruch treu: kein Schlagabtausch, sondern eine strukturierte Diskussion mit klaren Prioritäten und der Einladung an alle Bürger, sich weiterhin einzubringen.