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DGB-Kampagne gegen Gewalt macht Station in Schwandorf

Schwandorf. Der DGB stellt die Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“ vor und warnt vor wachsender Gewalt im öffentlichen Dienst. Bei einer Infoveranstaltung wurden alarmierende Zahlen und konkrete Hilfen präsentiert.

Schwandorf. Der DGB stellt die Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“ vor und warnt vor wachsender Gewalt im öffentlichen Dienst. Bei einer Infoveranstaltung wurden alarmierende Zahlen und konkrete Hilfen präsentiert.
DGB-Kampagne gegen Gewalt in Schwandorf. Foto: Katja Ertl

DGB-Kampagne gegen Gewalt macht Station in Schwandorf

Beleidigungen, Drohungen, tätliche Angriffe: Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst ist längst zum Massenphänomen geworden – ob auf Ämtern, bei der Polizei, in Krankenhäusern oder den Verkehrsbetrieben. Mit der bundesweiten Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“ setzen der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften seit 2020 ein deutliches Zeichen für mehr Respekt und sichere Arbeitsbedingungen. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung in Schwandorf wurde die Initiative durch Katja Ertl, DGB-Regionssekretärin in der Oberpfalz, nun auch den Kolleginnen und Kollegen vor Ort vorgestellt.

Auftakt in Schwandorf

Die Begrüßung übernahm Wolfgang Kurzendorfer, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Schwandorf. Er machte in seinen einleitenden Worten deutlich, wie sehr das Thema auch die Beschäftigten in der Region betreffe: „Wer im Dienst der Gesellschaft arbeitet, hat Respekt verdient – keine Beleidigungen, keine Drohungen und schon gar keine Gewalt. Es ist Zeit, dass wir gemeinsam hinschauen und handeln.“

Alarmierende Zahlen

Die im Vortrag präsentierten Daten zeichnen ein klares Bild: Rund 70 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen und privatisierten Sektor wurden in den letzten Jahren Opfer verbaler oder körperlicher Gewalt. 67 Prozent melden erlebte Gewalt nicht. Besonders betroffen sind Beschäftigte in der öffentlichen Verwaltung, im Rettungsdienst, bei der Polizei sowie im Nah- und Fernverkehr. Hinzu kommt das wachsende Problem digitaler Gewalt: In Kommunen haben bereits 92 Prozent der Beschäftigten Beleidigungen, Bedrohungen oder Hassbotschaften im Netz erlebt. Die Folgen reichen von Schlafstörungen über psychische Belastung bis hin zu Krankschreibungen – fast 30 Prozent der Betroffenen werden nach einem Angriff arbeitsunfähig.

DGB-Kampagne gegen Gewalt in Schwandorf. Foto: Katja Ertl
DGB-Kampagne gegen Gewalt in Schwandorf. Foto: Katja Ertl
DGB-Kampagne gegen Gewalt in Schwandorf. Foto: Katja Ertl
DGB-Kampagne gegen Gewalt in Schwandorf. Foto: Katja Ertl

Was der DGB fordert

Der DGB fordert einen öffentlichen Bewusstseinswandel, Personalaufbau und eine angemessene Ausstattung der Dienststellen, präventive Schulungen, ein ausgebautes Gesundheitsmanagement, die Sensibilisierung von Führungskräften, notwendige Investitionen in die Infrastruktur sowie eine fundierte statistische Erfassung von Gewaltvorfällen.

Konkrete Angebote der Initiative

Die Initiative arbeitet auf vier Ebenen: Sensibilisierung der Öffentlichkeit durch bundesweite Plakatkampagnen und Regionalkooperationen, konkrete Hilfsangebote über eine kostenfreie und anonyme Hotline in Kooperation mit dem WEISSEN RING (0800-116 006 0) sowie Beratung bei digitaler Gewalt gemeinsam mit der Organisation HateAid, Vernetzung und Weiterbildung auf Konferenzen und in Workshops sowie umfangreiches Informationsmaterial.

Viel erreicht – noch viel zu tun

„Seit dem Start der Initiative im Februar 2020 sind bundesweit mehr als 150 Aktionen und Veranstaltungen durchgeführt worden. Kooperationen mit Verkehrs- und Entsorgungsunternehmen, Grundsatzerklärungen gegen Gewalt in mehreren Bundesländern – darunter Bayern – sowie wissenschaftliche Studien in Zusammenarbeit mit dem Bundesinnenministerium zeigen Wirkung“, so Ertl. Klar ist aber auch: Der Handlungsbedarf bleibt groß.

LUCE – DENK.summit
LUCE – DENK.summit

Katja Ertl abschließend: „Die Botschaft der Initiative ist einfach und stark: Hinter jedem Schalter, jedem Streifenwagen, jedem Krankenbett und jeder Straßenbahn steht ein Mensch. Den zu schützen, ist unser aller Aufgabe.“

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