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Ein Fernwärmenetz für die historische Altstadt von Burglengenfeld?

Burglengenfeld. Die Stadt prüft ein Fernwärmenetz für die Altstadt: Stadtwerke erstellen eine Machbarkeitsstudie, weil die Wärmeplanung ein Netz fürs ganze Stadtgebiet verwirft. Fokus liegt am Marktplatz und auf Quellen wie Naab.

Burglengenfeld. Die Stadt prüft ein Fernwärmenetz für die Altstadt: Stadtwerke erstellen eine Machbarkeitsstudie, weil die Wärmeplanung ein Netz fürs ganze Stadtgebiet verwirft. Fokus liegt am Marktplatz und auf Quellen wie Naab.
Foto: bayernwerk

Ein Fernwärmenetz für die historische Altstadt von Burglengenfeld?

Ist ein Fernwärmenetz in der historischen Altstadt wirtschaftlich darstellbar? Das sollen jetzt die Stadtwerke Burglengenfeld untersuchen. Den entsprechenden Auftrag erteilte der Stadtrat nach der Vorstellung der Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung durch die Bayernwerk Netz GmbH und das Institut für nachhaltige Energieversorgung (Rosenheim).

Wärmeplanung für Burglengenfeld: Zentrales Ergebnis

Zentrales Ergebnis der Wärmeplanung: Ein flächendeckendes Wärmenetz im gesamten Stadtgebiet ist unrealistisch und wirtschaftlich nicht darstellbar. Für die meisten Hausbesitzer heißt das, dass sie in Zukunft auf dezentrale Lösungen wie etwa Wärmepumpen oder Pelletheizungen setzen sollten, um den gesetzlichen Anforderungen für eine klimaneutrale Wärmeversorgung nachkommen zu können.

In der historischen Altstadt jedoch besteht ein hohes Potenzial für die Errichtung eines Wärmenetzes. Das geht aus den Berechnungen der Bayernwerk Netz GmbH und des Instituts für nachhaltige Energieversorgung (INEV) hervor. INEV-Projektmanagerin Patricia Pöllmann hatte dafür Parameter wie die Anzahl der Gebäude, die Dichte der Bebauung und die mögliche Trassenlänge betrachtet. Nach dem Leitfaden der Bundesregierung ist vor allem die Wärmeliniendichte ausschlaggebend. Je höher die Wärmeliniendichte ist, desto höher ist das Potenzial für einen wirtschaftlichen und effizienten Betrieb von Wärmenetzen.

Altstadt weist hohe Wärmeliniendichte auf

Im Bereich rund um den Marktplatz liegt laut Projektmanagerin Christina Albrecht (Bayernwerk Netz GmbH) eine „sehr hohe Wärmeliniendichte“ vor. Daher mache es Sinn, diesen Bereich in einer Machbarkeitsstudie genauer unter die Lupe zu nehmen. Bürgermeister Thomas Gesche sagte, man wolle nun schnell in die Umsetzung kommen und „nahtlos weitermachen“.

Der Stadtrat sah das genauso und beauftragte die Stadtwerke, eine Machbarkeitsstudie für das „Fokusgebiet Altstadt“ erstellen zu lassen. Auch die Vorstadt wird in der Untersuchung berücksichtigt. „Ausdrücklich soll bei dieser detaillierten Prüfung auch die Einbeziehung der Wärmelieferung durch Heidelberg Materials mit überprüft werden“, heißt es im Beschluss des Stadtrats. Eine alternative Wärmequelle ist die Naab (Flusswärmepumpe).

Informationsveranstaltung im Rathaus: Ergebnisse und Lob

Gleich am Tag nach der Vorstellung der Kommunalen Wärmeplanung im Stadtrat folgte die Präsentation der Ergebnisse für die Bürgerinnen und Bürger bei einer Informationsveranstaltung im Rathaus. Christina Albrecht lobte dabei die intensive Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung in Person von Diplom-Ingenieurin Anja Krieger und Klimaschutzmanager Dominik Kerner sowie dem Team der Stadtwerke um Vorstand Johannes Ortner. Das Ergebnis: „Burglengenfeld ist eine der ersten Kommunen, die mit der KWP fertig ist. Und wir haben dafür nur neun statt der durchschnittlich üblichen zwölf Monate gebraucht“, sagte Albrecht.

Grammer Solar
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Johannes Ortner gab das Lob zurück: „Bayernwerk und INEV haben wirklich gute Arbeit geleistet.“ Bei Detailfragen aus der Bevölkerung bat er um Geduld: Wasser- und Kanalnetz seien auch nicht von heute auf morgen entstanden. Für den Bereich der Altstadt werde die Machbarkeitsstudie belastbare Informationen liefern. Eine solche Studie haben die Stadtwerke unabhängig von der KWP bereits für den Naabtalpark auf den Weg gebracht. Das Wohlfühlbad Bulmare betreibt dort zwei Blockheizkraftwerke, die Wärme für ein kleines Netz mit Stadthalle, Schulzentrum und Funktionsgebäude liefern. Die Studie hier soll Aufschluss darüber bringen, ob sich das vorhandene Wärmenetz wirtschaftlich und effizient erweitern lasse.

Kostenlose Energieberatung

Wie spare ich Heizkosten? Welche Förderungen kann ich nutzen? Und lohnt sich eine neue Heizung überhaupt? Klimaschutzmanager Dominik Kerner wies auf das Angebot einer kostenlosen Beratung zu diesen Fragen hin. Anmeldebögen dafür liegen im Bürgerbüro aus und stehen auf der Website der Stadt zum Download zur Verfügung. Ziel ist es laut Kerner, Unsicherheiten rund um Heizungstausch, Gebäudeenergiegesetz und Kosten zu verringern und Eigentümer bei Entscheidungen zu unterstützen.