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Freie Wähler setzen Prioritäten für Ortskern und Infrastruktur in Mantel

Mantel. Die Freien Wähler stellten im Februar im Gasthaus Hauptmann ihr Programm vor; 40 Gäste hörten zu. Themen waren Städtebauförderung, Ortskern, Infrastruktur, Angebote für Jugend und Senioren und solide Finanzen.

Mantel. Die Freien Wähler stellten im Februar im Gasthaus Hauptmann ihr Programm vor; 40 Gäste hörten zu. Themen waren Städtebauförderung, Ortskern, Infrastruktur, Angebote für Jugend und Senioren und solide Finanzen.
Foto: Eva Seifried

Freie Wähler setzen Prioritäten für Ortskern und Infrastruktur in Mantel

Die Wahlveranstaltung der Freien Wähler im Februar im Gasthaus Hauptmann war gut besucht. Rund 40 Gäste lauschten aufmerksam der Vorstellung des Wahlprogramms sowie den Herausforderungen, die in den kommenden Jahren in Mantel anstehen.

Marktratsmitglied und Erster Vorstand Friedrich Janner begrüßte neben zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern auch Gäste aus dem Kreisverband, darunter die Kreisvorsitzende Gabriela Bäumler sowie die Landratskandidatin Rebekka Fischer. Im Rahmen der Vorstellung des Wahlprogramms hat der Vorsitzende der Freien Wähler, Friedrich Janner, die zentralen Punkte in seiner Rede erläutert und die Schwerpunkte der künftigen politischen Arbeit dargelegt.

Vorantreiben der Städtebauförderung

Ein wesentliches Anliegen sei das weitere Vorantreiben der Städtebauförderung. Es seien die FW gewesen, die mit ihrem Antrag zur Wiederbelebung des Ortskerns die Städtebauförderung wieder ins Leben gerufen hätten, betonte Janner. Nun gelte es, diese konsequent weiterzuverfolgen und weiter zu fördern. Interessenten könnten sich im Rathaus informieren und würden dort an die zuständigen Stellen verwiesen.

Zukunftssichere und wirtschaftlich tragbare Entwicklung des Ortskerns

Ein weiterer Schwerpunkt sei die zukunftssichere und wirtschaftlich tragbare Entwicklung des Ortskerns. Im Mittelpunkt stünden dabei die Anwesen Gasthaus Post und Pleitegeier. Die FW hätten sich ausdrücklich für den Kauf dieser beiden Anwesen ausgesprochen, um zu verhindern, dass sie in falsche Hände geraten. Jetzt gehe es darum, diese Gebäude sinnvoll für die Gemeinde zu nutzen. Denkbar sei eine Nutzung als Rathaus in Verbindung mit Gastronomie. Voraussetzung sei jedoch, dass ein solches Projekt realisierbar und finanzierbar ist.

„Luftschlösser oder Hirngespinste können wir uns nicht leisten“, machte Janner deutlich. Man spreche hier von rund 15 Millionen Euro, plus/minus. Ohne massive Förderungen sei ein solches Vorhaben nicht umzusetzen.

Sanierung der maroden Infrastruktur

Mit klaren Worten sprach Janner die Sanierung der Infrastruktur an. In Mantel sei in den vergangenen Jahren oder Jahrzehnten kaum etwas passiert – das räche sich jetzt. Kaputte Straßen, marode Wasserleitungen und eine reparaturbedürftige Kanalisation zeigten einen erheblichen Sanierungsstau. Im Rathaus habe das kaum jemanden interessiert. Das sei sogar so weit gegangen, dass an den Straßen noch verdient worden sei. Regelmäßige Gelder für den Straßenunterhalt vom Landratsamt seien oft nur teilweise ausgegeben worden.

Zoigltermine
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Bei Druckschwankungen im Leitungsnetz bersten Leitungen, zudem seien an vielen Stellen Absenkungen in den Straßen zu beobachten. Hier müsse dringend Abhilfe geschaffen werden.

Nutzbare Treffpunkte und verlässliche Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche

Auch nutzbare Treffpunkte und verlässliche Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche seien ihm ein wichtiges Anliegen. Für Jugendliche gebe es im Gemeindezentrum zwar einen Jugendraum, dieser sei jedoch nur ein einzelner Raum – und zudem nur für Jugendliche gedacht, die keine Betreuung benötigen. Für Kinder verfüge die Gemeinde weder über einen geeigneten Raum mit Betreuung noch über entsprechende Angebote. Darüber hinaus würden weder organisierte Unternehmungen noch strukturierte Freizeitangebote angeboten. Hier sei die Gemeinde gefordert. Räumlichkeiten im Gemeindezentrum seien ausreichend vorhanden und müssten sinnvoll genutzt werden. Was die Betreuung betreffe, bestehe die Möglichkeit, Eltern mit einzubinden; eine entsprechende Bereitschaft sei in jedem Fall vorhanden.

Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter schaffen

Ein weiterer zentraler Punkt sei es, Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu schaffen. Das bedeute nichts anderes, als den Menschen die Möglichkeit zu geben, in der eigenen Gemeinde alt zu werden. Dies beginne im Alltag mit den Besorgungen des täglichen Lebens – der Versorgung mit Bargeld, Lebensmitteln und ärztlicher Betreuung. All das finde sich derzeit noch in der Gemeinde, weshalb dessen Erhalt von zentraler Bedeutung sei. Umso mehr müsse darauf geachtet werden, dass durch etwaige Entscheidungen diese noch vorhandene Situation nicht beeinträchtigt oder gar zerstört werde.

Zukunftsorientierte Finanzpolitik

Abschließend betonte Janner die Notwendigkeit einer zukunftsorientierten Finanzpolitik. Es gebe einen massiven Investitionsstau, hervorgerufen durch Versäumnisse der Mehrheitsfraktion der vergangenen Jahrzehnte. Dieser Stau müsse behoben werden und habe oberste Priorität. Daher sei es zwingend notwendig, die finanziellen Mittel sinnvoll einzusetzen, um diese Versäumnisse baldmöglichst zu beheben. Die Mittel der Gemeinde seien sehr begrenzt, die Spielräume äußerst eng. Realität und Notwendigkeit müssten Vorrang vor Wunschdenken und Hirngespinsten haben.

Abschließende Worte zur Bürgerliste

Zum Abschluss richtete Janner noch einige Worte an die BL. Deren Gründung stelle für ihn grundsätzlich kein Problem dar; auch die FW seien vor gut 30 Jahren auf ähnliche Weise entstanden. Ebenso habe er kein Problem damit, dass etliche Kandidaten der BL von der CSU zur BL gewechselt seien.

Kritisch sehe er jedoch, dass die BL fortwährend den schlechten Zustand der Gemeinde anprangere, ohne mit einem einzigen Wort jene zu benennen, die dafür verantwortlich seien. Dabei handle es sich um Personen, die heute auf vorderen Listenplätzen der BL zu finden seien. Diese seien zwischen zwölf und 24 Jahren im Gemeinderat vertreten gewesen, hätten als Fraktionssprecher oder Ortsverbandsvorsitzende fungiert, seien zweiter oder dritter Bürgermeister gewesen und hätten seit 2002 von der absoluten Mehrheit profitiert, mit der sie alles hätten entscheiden können.

Eine Gruppierung, die mit Begriffen wie Ehrlichkeit und Vertrauen werbe, wäre nach Ansicht Janners gut beraten, zunächst bei sich selbst anzufangen.

Doppelmandate von Landtagsabgeordneten hinterfragt

Nach der Präsentation des Wahlprogramms stellte Ehrenvorsitzender Anton König die Frage, ob es sinnvoll sei, dass Landtagsabgeordnete, die ihre Haupttätigkeit in München ausüben, zusätzlich Mandate in kommunalen Gremien übernehmen. In den vergangenen Jahren habe sich – nicht nur in Mantel – gezeigt, dass durch die vielfältigen Verpflichtungen eine regelmäßige Teilnahme an Sitzungen nicht immer gewährleistet sei. Seiner Ansicht nach sollten solche Ämter verstärkt von Personen übernommen werden, die ganzjährig vor Ort präsent sind und sich aktiv in die Gemeindearbeit einbringen können. Gleichzeitig betonte er, dass Landtagsabgeordnete ihre Heimatgemeinden von München aus durchaus wirkungsvoll unterstützen können – etwa indem sie gezielt über Fördermöglichkeiten informieren, bei Anträgen beraten oder Impulse für notwendige Projekte und strukturelle Entwicklungen geben.

Kommunale Herausforderungen im Landkreis

Gabriela Bäumler, Kreisvorsitzende und Kreistagskandidatin, gab Einblick in die Herausforderungen der Kommunen im Landkreis. Die Probleme seien vielerorts ähnlich: steigende Kosten im Straßenbau, bei Wasser- und Kanalsystemen sowie eine insgesamt angespannte finanzielle Lage. Durch die massiven Kostensteigerungen der vergangenen Jahre werde es zunehmend schwieriger, notwendige Projekte umzusetzen. Umso wichtiger sei es, Prioritäten klar zu setzen und regelmäßig zu hinterfragen.

Ein Blick in die Geschichte verdeutlichte zudem die enge Verbindung Mantels zu den Freien Wählern im Kreistag: Das Jubiläum „35 Jahre Freie Wähler im Kreistag“ im Jahr 2025 hat seinen Ursprung auch in Mantel. Ehrenvorsitzender und damaliger Marktrat Anton König war 1990 maßgeblich daran beteiligt, dass erstmals eine Kandidatenliste der Freien Wähler für den Kreistag aufgestellt wurde, die im Laufe der Jahre stetig an Zustimmung gewinnen konnte.

Solide Kreisfinanzen und Prioritäten

Rebekka Fischer, Landratskandidatin der Freien Wähler und seit 2020 Gemeinderätin in Tännesberg, betonte in ihrem Beitrag insbesondere die Bedeutung solider Kreisfinanzen. Die Ausgaben des Landkreises müssten sich deutlich stärker an den Grundbedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientieren, anstatt Mittel für wünschenswerte, jedoch nicht zwingend notwendige Projekte zu binden. Gerade in finanziell angespannten Zeiten sei eine verantwortungsvolle und sparsame Haushaltsführung wichtiger denn je – allerdings nicht um jeden Preis, sondern mit klarem Fokus auf die richtigen Prioritäten. Gespart werden dürfe nicht bei zentralen Aufgaben wie Infrastruktur, medizinischer Versorgung oder der Unterstützung der Kommunen, wohl aber bei Ausgaben, deren Nutzen kritisch hinterfragt werden müsse.

Wiederkehrende Posten dürften nicht zur Selbstverständlichkeit werden, sondern sollten regelmäßig auf Aktualität, Wirksamkeit und Notwendigkeit überprüft werden. Jeder eingesetzte Euro müsse nachvollziehbar und zielgerichtet im Sinne der Bürger verwendet werden.

Landkreis als Partner der Kommunen

Ein weiterer Schwerpunkt sei die stärkere Rolle des Landkreises als verlässlicher Partner und Koordinator für die Städte und Gemeinden. Gerade bei Themen wie der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum oder anderen strukturellen Herausforderungen brauche es eine klare Zuständigkeit und eine zentrale Anlaufstelle auf Kreisebene, an die sich Kommunen und Bürgermeister unkompliziert wenden können. Der Landkreis müsse hier stärker vernetzen, Informationen bündeln, Fördermöglichkeiten aufzeigen und konkrete Hilfestellung leisten. Ziel sei es, Probleme frühzeitig gemeinsam anzugehen und praxisnahe Lösungen zu entwickeln.

Demokratisches Miteinander stärken

Abschließend betonte Fischer die Bedeutung eines starken demokratischen Miteinanders. Angesichts zunehmender Anfeindungen und Bedrohungen gegenüber Politikerinnen und Politikern sowie ehrenamtlich Engagierten sei es wichtiger denn je, klare Haltung zu zeigen. Demokratie beginne vor Ort – in den Gemeinden, im Kreistag und in den kommunalen Gremien, wo Entscheidungen unmittelbare Auswirkungen auf das tägliche Leben haben.

Gerade auf dieser Ebene dürfe es keinen Raum für Einschüchterung, Beleidigungen oder Gewalt geben. Dies betreffe nicht nur die politische Auseinandersetzung, sondern ebenso die tägliche Arbeit zahlreicher Ehrenamtlicher in den Gemeinden und im Landkreis – insbesondere in der Pflege, in sozialen Einrichtungen sowie in der sogenannten Blaulichtfamilie bei Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Wer Verantwortung für das Gemeinwesen übernehme, verdiene Rückhalt und Wertschätzung. Der Schutz und die Stärkung dieses Engagements seien eine Aufgabe aller politischen Ebenen – und dürften nicht allein von der Landes- oder Bundespolitik eingefordert werden, sondern müssten auch vor Ort aktiv gelebt und umgesetzt werden.

Kandidaten stellen sich vor

Im Anschluss nutzten Karl Meier, Willi Weiß, Holger Götz und Sabine Bodensteiner die Gelegenheit, sich als Kreistagskandidaten persönlich vorzustellen. Sie machten deutlich, wie breit die Freien Wähler thematisch aufgestellt sind – von Jugend- und Seniorenarbeit über solide und nachvollziehbare Finanzpolitik bis hin zu Fragen der medizinischen Versorgung und einem verantwortungsvollen Umgang mit modernen Medien.

Für Mantel treten im Kreistag Friedrich Janner und Simon Weber an. Mit ihrer Kandidatur möchten sie die Interessen der Marktgemeinde auf Kreisebene vertreten und sich für eine sachorientierte, bürgernahe Politik einsetzen.