Taxi-Zentrale Weiden
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OB-Kandidat Jürgen Meyer (Bürgerliste) im Interview: Ich stehe für ein neues Weiden

Weiden. Man kennt ihn als Lebensretter bei der ILS. Als Radiomoderator und freien Redner bei Hochzeiten und Beerdigungen. Jetzt bewirbt sich Jürgen Meyer (51) für die Bürgerliste um das Amt des Oberbürgermeisters. Dass er kein Parteisoldat ist, versteht er als Vorteil: "Ich stehe für ein neues Weiden."

Weiden. Man kennt ihn als Lebensretter bei der ILS. Als Radiomoderator und freien Redner bei Hochzeiten und Beerdigungen. Jetzt bewirbt sich Jürgen Meyer (51) für die Bürgerliste um das Amt des Oberbürgermeisters. Dass er kein Parteisoldat ist, versteht er als Vorteil: "Ich stehe für ein neues Weiden."
Weiden. Man kennt ihn als Lebensretter bei der ILS. Als Radiomoderator und freien Redner bei Hochzeiten und Beerdigungen. Jetzt bewirbt sich Jürgen Meyer (51) für die Bürgerliste um das Amt des Oberbürgermeisters. Dass er kein Parteisoldat ist, versteht er als Vorteil: "Ich stehe für ein neues Weiden."

OB-Kandidat Jürgen Meyer (Bürgerliste) im Interview: Ich stehe für ein neues Weiden

Anzeige – politische Werbung. Transparenzinformation gemäß EU-VO 2024/900: Auftraggeber / Sponsor: Bürgerliste Weiden, Wahlbezug: Kommunalwahl Bayern 2026, Art der Leistung: entgeltliche Veröffentlichung auf OberpfalzECHO.de, Targeting: kein personenbezogenes Targeting.

Vor mir liegt Ihre Wahlbroschüre. Die Bürgerliste fordert „frischen Wind für Weiden.“ Menschlich, modern, mit Mut zur Veränderung. Und immer wieder kommt die Botschaft: nah am Menschen. Ist das bei Ihnen beruflich bedingt?

Jürgen Meyer: Ja, das macht mich aus. Beruflich bedingt habe ich als Leiter der Einsatzzentrale gelernt, nah am Menschen zu sein und zuhören zu können. Wenn Sie jemanden in einer akuten Notsituation am Telefon haben, dann schreit der, der brüllt, hat Ängste. Wir bringen den Menschen dann soweit, zu erzählen, was passiert ist. Hier habe ich gelernt, genau zuzuhören. Aber auch als Nikolaus: Seit über 30 Jahren besuche ich am Nikolaustag Familien. Auch da kommt es zu Krisen, Kinder schreien, und man muss gelegentlich einen ruhigen Kopf bewahren.

Sie sind Leiter der Betriebsstätte Weiden der Integrierten Leitstelle Oberpfalz-Nord. Ihr koordiniert die Rettungskräfte im Notfall. Was hat Sie dieser Beruf gelehrt – im Hinblick auf Krisen?

Jürgen Meyer: Hinhören, abwägen und dann Entscheidungen treffen. Nicht rumreden. Auch wenn mal eine Entscheidung falsch getroffen wird, muss man dazu stehen. Ich habe die Ausbildung zum Brandoberinspektor gemacht und war viele Wochen an der Feuerwehrschule in Geretsried: Da sind wir regelrecht gedrillt worden, mit solchen Situationen umzugehen. Wobei die Corona-Krise mich dann gelehrt hat, noch schnellere Entscheidungen zu treffen.

Wie war die Corona-Pandemie für Sie als Leiter der Leitstelle?

OTH Amberg-Weiden
OTH Amberg-Weiden

Jürgen Meyer: Extrem belastend. Während andere zuhause blieben, musste ich die Dienststelle im 24/7-Betrieb aufrechterhalten. Zusätzlich haben wir als einzige in Bayern ein Bürgertelefon angeboten. Im September 2020 kam dann noch die Evakuierung wegen Bombenalarms dazu. Wir haben die Leitstelle komplett nach München verlegt – ohne Einschränkungen für den Bürger. Da habe ich gelernt: Du musst teamfähig sein, genau hinhören – und handeln.

Kann man das auf eine Stadtverwaltung übertragen?

Jürgen Meyer: Ja. Ich meine schon. Ich bin überzeugt, dass die Stadtverwaltung hervorragende Kräfte hat. Wir haben Kompetenz im Amt – aber man fühlt sie nicht.

Sie möchten von der Verwaltung ein Gestalten statt verwalten“. Was würden Sie ändern?

Jürgen Meyer: Ich will ein Bürger-Dienstleistungszentrum schaffen, das offen ist. Auch zeitlich länger, etwa donnerstags bis 20 Uhr. Ein Rathaus, in dem man merkt, dass man willkommen ist. Ich kann mir einen Bürgerschalter im Foyer vorstellen. Der Bürger soll nicht ins Rathaus kommen und nach Tafeln suchen, sondern empfangen werden.

Wenn Sie jetzt im Wahlkampf unterwegs bist, was sagen die Leute: Was fehlt ihnen? Wo drückt der Schuh?

Jürgen Meyer: In der Altstadt sei nichts los. Es gäbe zu wenig Einkaufsmöglichkeiten. Auch eine Unstrukturiertheit im Rathaus wird beschrieben. Bauanträge würden zu lange dauern, es könne zu wenig digital erledigt werden. Ich kann noch nicht beurteilen, ob das wirklich so ist, aber der Bürger erzählt einem das. Und: Die Leute haben Angst, dass die Kinder hier keinen vernünftigen Arbeitsplatz finden und wegziehen, obwohl sie vielleicht gerne blieben. Auch von einer Vernachlässigung der Kultur ist immer wieder die Rede. Die Serenaden seien jedes Jahr „copy und paste“, es käme nichts Neues hinzu.

Thema Serenaden: Sie sagen Ja, aber neu denken. Was meinen Sie damit?

Jürgen Meyer: Die Serenaden sind ein Aushängeschild unserer Stadt. Ich würde mir wünschen, dass die Serenaden ausgeweitet werden – auch räumlich. Ich könnte mir in der Altstadt eine Open Stage für junge Bands vorstellen. Das muss nicht immer viel kosten – und die Jugend würde einbezogen. Wir müssen ohnehin wieder mehr in die Jugend hineinhören. Wir haben einen Seniorenbeirat, aber wir geben unserer Jugend keinen Respekt. Das würde ich ändern: Ich bin für eine Art Jugendparlament, einen „Jugendrat“, den ich sofort umsetzen würde.

Max-Reger-Park – da habe ich im Prospekt das schöne Wort „magische Momente“ gelesen.

Jürgen Meyer: Ich wünsche mir einen Stadtstrand.

Wie muss man sich das vorstellen?

Jürgen Meyer: Es gibt da diesen schönen Ort im Max-Reger-Park, wo die Treppen zum Flutkanal hinuntergehen. Ich wünsche mir hier ein Areal für Jung und Alt, mit Kaolin-Sand und Chill-out-Area und einem DJ. Dafür muss man auch nicht die Kasse plündern. In anderen Städten kommt das sehr gut an.

Jürgen Meyer kandidiert für die Bürgerliste um das Amt des Oberbürgermeisters in Weiden. Foto: Bürgerliste/Hübner

Thema Finanzen: Viele Dinge, die die Bürgerliste fordert, kosten natürlich schon Geld, wie etwa ordentliche Schulen. Wie kann Weiden mehr Einnahmen generieren?

Jürgen Meyer: Nur durch die Ausweisung von neuen Industrieflächen. Da wird auch kein anderer Mitbewerber rumkommen. Wir müssen zum einen die jetzigen Arbeitgeber hier halten. In dieser Hinsicht war die Erhöhung des Gewerbesteuer-Satzes aus meiner Sicht ein Fehler. Die Bürgerliste hat dagegen gestimmt. Das A und O bleibt die Ausweisung neuer Industrieflächen.

Wo? Ist für das Gewerbegebiet Weiden-West IV ein neuer Anlauf möglich?

Jürgen Meyer: Ich würde Weiden West IV nicht ausschließen. Aber ebenso muss die Stadtplanung Alternativen prüfen – und ich sehe da Möglichkeiten. Eine Nachverdichtung wird dabei nicht reichen. Ein interkommunales Gewerbegebiet, etwa mit Altenstadt/WN, halte ich auch nicht für zielführend: Warum sollte Altenstadt/WN auf Weiden warten? Und den Flugplatz Latsch in ein Gewerbegebiet umzuwandeln, hielte ich für völlig verkehrt.

Jürgen Meyer: „Das will ich bewegen“

Endlich neue Räume für Wirtschaft und Zukunft: Ein neues Gewerbegebiet zur Finanzierung von Projekten.

Kultur sichtbarer machen: Ein Stadtstrand im Max-Reger-Park, Kinderlachen und belebte Abende in der Stadt.

Jugendparlament: Junge Menschen bekommen eine echte Stimme.

Landesgartenschau: Keine reine Blumenshow, sondern Ort der Begegnung.

Offenes Rathaus. Ein Haus, in dem sich jeder Bürger gesehen und gehört fühlt.

Würdiger Umgang in Krisenmomenten: Weg von konfessioneller Bindung auf Friedhöfen, hin zu flexibleren Bestattungszeiten.

Digitalisierung mit Herz und Verstand: Moderne Verwaltung, kurze Wege, einfache Prozesse.

Ein Wort zu Ihrem Team: Was ist die Stärke der Bürgerliste?

Jürgen Meyer: Wir haben kluge Köpfe. Bei uns ist alles vertreten: vom Professor bis zum Handwerker, vom Arzt bis zum Schüler. In unserer Mitgliederversammlung können wir in die verschiedenen Facetten unserer Stadtkultur und Gesellschaft hineinhören.

Ihre Prognose: Haben Sie eine Chance auf die Stichwahl?

Jürgen Meyer: Ja, ich halte das für möglich. Weiden braucht Neues. Und ich sprudle vor Ideen. Beispiel Leerstand NOC: Warum nicht auf den 1.100 Quadratmetern Fläche im Obergeschoss ein Bürgerzentrum einrichten? Warum kein Bobbycar-Rennen im Parkhaus? Wir müssen moderner werden. Beispiel: Friedhöfe. Dort gibt es für Beerdigungen katholische und evangelische Zeiten. Wie im Mittelalter. Ein freier Redner darf nur, wenn kein anderer will. Ein Friedhofscafé: Warum nicht? Es gibt so viele trauernde Menschen, die Kontakt suchen. Die Umsetzung eines Eichengrabfeldes: Seit Jahren reden wir da drüber und nichts geschieht.

Sie sind als freier Redner bei Hochzeiten, aber noch viel öfter bei Beerdigungen tätig. Von Natur aus sind Sie ein positiver, heiterer Mensch – wie passt das zum Tod?

Jürgen Meyer: Ich habe vor dem Sterben extrem viel Angst. Mein ganzes Berufsleben bei der ILS geht es um Sterben und Tod und Krankheit. Ich bin ein Hypochonder vom Feinsten. Nach jedem Trauergespräch, in dem es um Krebs geht, taste ich mich danach selber ab. Aber mir gefällt es, Menschen in dieser besonderen Situation helfen zu können. Es freut mich, wenn Leute nachher anrufen und sagen: Das war eine schöne Beerdigung. Das gehört zum Lebenskreis einfach dazu.

Jürgen Meyer: Zeit für frischen Wind im Rathaus

Jürgen Meyer (51) ist Leiter der Betriebsstätte Weiden der Integrierten Leitstelle Oberpfalz-Nord. Gleichzeitig ist der gelernte Büro- und Kommunikationskaufmann als Hypnose-Coach, Radiomoderator mit 20-jähriger Erfahrung und freier Redner tätig. Er ist:

  • glücklich verheiratet
  • stolzer Patenonkel von Noel
  • „g’scheid g’naschig“
  • ehrenamtlicher Nikolaus seit über 32 Jahren.

Im Nebenberuf sind Sie Radiomoderator. Seit 2008 holen Sie sonntags zum Ramasuri-Frühschoppen prominente Gäste in den Sender. Was sind die Top 3 Ihrer Lieblingsgäste?

Jürgen Meyer: In jedem Fall Marianne Rosenberg, ein Star meiner Kindheit. Jürgen Drews ist unvergessen, weil sein Dackel ins Studio gemacht hat. Und Micaela Schäfer, die mir unbedingt ihr Nippel-Tattoo zeigen wollte. Sie hat’s tatsächlich gemacht.

Kürzlich war der Bergdoktor bei Ihnen im Studio: Schauspieler Hans Sigl. Er hat ja den Ruf, sehr kompliziert zu sein.

Jürgen Meyer: Gar nicht! Er war eine coole Socke, ganz unkompliziert. Er hat meinen Mann Max und mich zur Schlagernacht in die Wachau eingeladen.

Hatten Sie sich als Kind schon auf Ihre Berufe festgelegt?

Jürgen Meyer: Gar nicht. Ich wollte immer Müllmann werden, wegen der coolen Technik der Müllautos. Mein Vater wollte mich ins Handwerk schicken, Büro- und Kommunikationskaufmann habe ich dann gelernt. Und mit 21 Jahren war ich der jüngste stellvertretende Leiter einer ILS. Dabei wollte ich eigentlich nie Lebensretter oder Moderator werden.

Und Politiker?

Jürgen Meyer: Ich bin auch kein Berufspolitiker. Ich bin ein Emotions-Verstärker. Ich bin kreativ. Und ich weiß, ich kann etwas bewegen. Mein Vorteil ist: Ich arbeite neutral. Bei mir geht es nicht um die Partei, um CSU oder SPD oder wie sie alle heißen. Das kann im Weidener Stadtrat mit seinen vielen Fraktionen und Kontroversen helfen. Wir müssen endlich die Giftspritze wegpacken und den Weg miteinander gehen. Dafür stehe ich: für ein neues Miteinander.