Grafenwöhr und Vilseck: Ver.di kündigt weitere Streiks der Beschäftigten der US-Armee an

Grafenwöhr und Vilseck: Ver.di kündigt weitere Streiks der Beschäftigten der US-Armee an
„Die Streikteilnahme hat diese Woche unsere Erwartungen übertroffen“, bilanziert ver.di-Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner. Nachdem zunächst die handwerklichen Bereiche in Grafenwöhr und Vilseck aufgerufen waren, weitete die Gewerkschaft ver.di diese am Mittwoch und Donnerstag auf zusätzliche Bereiche aus. Mehrere Kundgebungen fanden in Vilseck, Grafenwöhr, Hohenfels und Garmisch-Partenkirchen statt. Am 19. März jährte sich dabei zufällig der 25. Jahrestag des ver.di-Gründungskongresses. Die Streikenden in Grafenwöhr nahmen dies spontan zum Anlass für ein „Geburtstagsständchen“.
Kundgebungen und Treffpunkte am Montag
Mit Blick auf die Verhandlungen, die am Dienstag in Berlin fortgesetzt werden, ruft die Gewerkschaft ver.di für Montag zu einem nordbayerischen Streiktag auf, an dem sich auch Zivilbeschäftigte aus Mittelfranken beteiligen werden. Es finden mehrere Kundgebungen statt.
Hier eine Übersicht über die Kundgebungen:
- Grafenwöhr: Treffpunkt der Streikenden aus Grafenwöhr und Vilseck ab 7.30 Uhr vor der Wache drei, Kundgebung um 8 Uhr.
- Hohenfels: Streikkundgebung von 7 bis 8 Uhr vor Tor eins.
- Ansbach: Beginn der Kundgebung um 8 Uhr, Main Gate (Haupteingang Heliport Katterbach) – Neukirchen, auf dem Gehweg, direkt gegenüber der Zufahrtsstraße zum Main Gate.
Forderungen von ver.di in der Tarifrunde
Die Gewerkschaft ver.di fordert zwei Euro mehr pro Stunde für alle Beschäftigten und Auszubildenden bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die zweite Verhandlungsrunde war lange Zeit von guten Gesprächen geprägt. Die Arbeitgeber legten gleich zu Beginn ein Angebot vor: Zunächst war von 1,5 Prozent auf zwölf Monate die Rede, dann erhöhten sie auf zwei Prozent bei mindestens 65 Euro, plus einer Zulage für die Feuerwehrleute von fünf Euro pro Schicht.
„Trotz vielversprechender Diskussionen waren die Arbeitgeber am Ende zu keinen weiteren Zugeständnissen bereit“, bedauert ver.di-Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner. „Sie verschanzten sich hinter den aktuellen Konflikten. Doch gerade in unsicheren Zeiten haben die Beschäftigten Klarheit und Stabilität verdient.“
Betroffene Standorte und weiterer Zeitplan
Die Tarifverhandlungen für die ortsansässigen Beschäftigten bei den Stationierungsstreitkräften betreffen bundesweit alle Truppenübungsplätze der US Army, Briten, Franzosen, Kanadier und der NATO mit Schwerpunkten in Bayern und Rheinland-Pfalz. In Bayern sind es die Standorte in der Oberpfalz (Grafenwöhr, Vilseck, Hohenfels), Mittelfranken (Katterbach, Illesheim) und Kempten (Garmisch-Partenkirchen und Sonthofen) mit etwa 3.000 ortsansässigen Beschäftigten, die von dieser Tarifrunde betroffen sind.
Die Verhandlungen werden für die Arbeitgeberseite durch das Bundesfinanzministerium im Einvernehmen mit den Gaststreitkräften geführt, für die Beschäftigten durch die Gewerkschaft ver.di. Erste Verhandlungen fanden am 5. Februar und 4./5. März statt und werden am 24. März 2026 in Berlin fortgesetzt.













