Jugendbeteiligung braucht verlässliche Strukturen in Schwandorf

Jugendbeteiligung braucht verlässliche Strukturen in Schwandorf
Austausch mit Jugendtreff, Kreisjugendring und Jugendbeirat
Wie können junge Menschen dauerhaft für kommunales Engagement begeistert werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich Martin Scharf bei einem Austausch mit Vertretern des Kreisjugendrings Schwandorf, des Jugendtreffs Schwandorf und des Jugendbeirats Schwandorf. Gemeinsam wurden Möglichkeiten diskutiert, wie Jugendliche stärker in kommunale Entscheidungen eingebunden werden können und welche Rahmenbedingungen dafür notwendig sind.
An dem Gespräch nahmen neben dem Landtagsabgeordneten Martin Scharf auch Ina Pirdschun und Thomas Elgass vom Jugendtreff sowie Tobias Bergmann in der Doppelfunktion als Vorstand des Jugendbeirats und des Kreisjugendrings teil. Dabei stellte Scharf die Unterstützungs- und Beratungsangebote eines Landtagsabgeordneten vor und informierte über Fördermöglichkeiten durch den Freistaat Bayern.
Langfristige Beteiligung braucht stabile Strukturen
Im Mittelpunkt stand jedoch die Frage, wie Jugendbeteiligung langfristig gelingen kann. Einigkeit bestand darin, dass viele Kommunen junge Menschen gerne einbinden möchten, in der Praxis aber oft geeignete Strukturen fehlen. Beteiligungsangebote würden häufig nur punktuell stattfinden. Dauerhafte Formen der Mitwirkung aufzubauen und aufrechtzuerhalten sei deutlich schwieriger. Gleichzeitig werde es zunehmend anspruchsvoller, Jugendliche für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen. Viele Vereine und Organisationen haben Schwierigkeiten, ausreichend Helfer und Verantwortliche zu finden. Auch im Jugendtreff und Jugendbeirat ist diese Tendenz zu beobachten.
Die Gesprächsteilnehmer berichteten, dass Jugendliche häufig das Gefühl hätten, ihre Anliegen würden nicht ausreichend wahrgenommen oder hätten wenig Einfluss auf Entscheidungen. Wenn Vorschläge nicht umgesetzt werden oder lange Bearbeitungszeiten entstehen, gehe Motivation verloren. Niedrigschwellige Beteiligungsangebote seien deshalb besonders wichtig. Auch Bürokratie und langwierige Verfahren wirkten auf viele junge Menschen eher abschreckend. Kleine, aber dafür direkt umsetzbare Projekte seien daher oft zielführender und motivierender für junge Menschen.
Schwandorfer Strukturen stärken und vernetzen
Vorgestellt wurden die bestehenden Strukturen in Schwandorf. Der Jugendtreff ist eine Einrichtung der Stadt Schwandorf und angegliedert an das Kulturamt. Gleichzeitig bildet er den organisatorischen Rahmen für die Arbeit des Jugendbeirats, der sich seit mehr als 20 Jahren mit Veranstaltungen, Anträgen und Ideen für die Schwandorfer Jugend einsetzt. Diskutiert wurde zudem die Möglichkeit, Jugendvertreter aus den örtlichen Vereinen zu benennen und in die bereits vorhandenen Strukturen zu integrieren.
Ein weiteres Thema war die Ehrenamtskarte. Aus Sicht der Gesprächsteilnehmer könnten niedrigere Zugangsvoraussetzungen dazu beitragen, mehr junge Menschen für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass für eine dauerhafte Interessenvertretung junger Menschen häufig hauptamtliche Ansprechpartner erforderlich sind, um die Jugendlichen zu beraten und zu unterstützen.
Frühzeitige Mitwirkung als Schlüssel
Scharf betonte abschließend die Bedeutung einer frühzeitigen Beteiligung junger Menschen an kommunalen Entscheidungen. Wer Verantwortung übernehmen solle, müsse die Möglichkeit erhalten, sich einzubringen und ernst genommen zu werden. Dafür brauche es praktikable und verlässliche Strukturen, die Jugendliche dauerhaft begleiten und unterstützen.
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