Söder stärkt Kommunalpolitik in Erbendorf
Söder stärkt Kommunalpolitik in Erbendorf
Die Stadtkapelle Erbendorf eröffnete den Nachmittag musikalisch und spielte beim Einzug von Ministerpräsident Dr. Markus Söder den Bayerischen Defiliermarsch. Schon vor Beginn nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit zum Austausch. Die Kandidaten und Mitglieder der CSU und CWL sorgten mit Kaffee, Kuchen, Brotzeiten und Zoigl für die Bewirtung.
Ortsvorsitzende Sandra Dostler begrüßte neben den Ehrengästen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Erbendorf sowie viele Gäste aus umliegenden CSU-Ortsverbänden. Ein besonderer Dank galt aber dem bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, der bereits zum vierten Mal in die Stadthalle nach Erbendorf gekommen war.
Talkrunde mit Grillmeier, Fütterer und Söder
Im Zentrum stand eine ausführliche Talkrunde mit Landrat Roland Grillmeier, Bürgermeisterkandidat Matthias Fütterer und Ministerpräsident Markus Söder. Dabei wurde ein breites Themenspektrum angesprochen.
Ein Schwerpunkt war die Stärkung des ländlichen Raums. Söder betonte, Bayern bestehe nicht nur aus den Metropolen. Investitionen in Breitband und Glasfaser, die Verlagerung von Behörden sowie die finanzielle Stärkung der Kommunen hätten in den vergangenen Jahren gerade Regionen wie die nördliche Oberpfalz vorangebracht. Kommunen müssten gestalten können und dafür auch die nötigen Mittel erhalten.
Junge Kandidaten und Verantwortung
Auch die Rolle junger Kandidaten in der Kommunalpolitik wurde diskutiert. Söder sprach sich ausdrücklich dafür aus, Verantwortung früh zu übernehmen. Netzwerke, Engagement vor Ort und der direkte Draht zu Entscheidern seien wichtige Faktoren, um Projekte in der Region voranzubringen. Er appellierte auch an die Kommunalpolitiker, Mut bei Entscheidungen zu zeigen.
Matthias Fütterer knüpfte im Talk an diese Punkte an. Er betonte, wie wichtig kurze Wege und funktionierende Netzwerke für eine Stadt wie Erbendorf seien. Als ehemaliger JU-Ortsvorsitzender habe er erlebt, wie wertvoll Teamarbeit und persönliche Kontakte seien. Viele der damals aufgebauten Verbindungen wirkten bis heute nach. Politik funktioniere nur, wenn man ansprechbar sei und bereit sei, Verantwortung zu übernehmen.
Alter ist kein Maßstab
In der Diskussion um junge Kandidaten machte Fütterer deutlich, dass Alter allein kein Maßstab sei. Entscheidend seien Einsatzbereitschaft, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, sich auch schwierigen Themen zu stellen. Er sehe sich als jemand, der anpacken wolle und nicht nur verwalten.
Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum
Ein weiteres Thema war die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Landrat Grillmeier schilderte die Herausforderungen bei der Weiterentwicklung der Krankenhausstrukturen. Söder verwies auf notwendige Spezialisierungen, den Ausbau der Telemedizin, mehr Ausbildungsplätze für medizinisches Personal sowie Programme zur Stärkung der hausärztlichen Versorgung. Ziel sei eine verlässliche medizinische Betreuung vor Ort, kombiniert mit leistungsfähigen Schwerpunktzentren.
Bürokratieabbau und Wirtschaft
Intensiv diskutiert wurde auch der Bürokratieabbau. Sowohl Landrat als auch Ministerpräsident machten deutlich, dass Genehmigungsverfahren einfacher und schneller werden müssten. Gerade für Baugebiete, Betriebserweiterungen oder Infrastrukturprojekte brauche es pragmatische Lösungen. Söder kritisierte überbordende Regelungen und warb dafür, Entscheidungen stärker vor Ort zu ermöglichen.
Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage ging es um Energiepreise, internationale Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft. Söder sprach sich für Technologieoffenheit aus, verwies auf die Bedeutung des Mittelstands und betonte, dass Leistungsbereitschaft weiterhin Grundlage des Wohlstands sei. Auch Themen wie Forschung, Digitalisierung und Hightech-Standorte wurden angesprochen.
Innere Sicherheit und Ehrenamt
Breiten Raum nahm außerdem die innere Sicherheit ein. Söder stellte die bayerische Grenzpolizei, konsequente Maßnahmen bei Straftaten sowie die Erfolge bei der Bezahlkarte für Asylbewerber dar. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung gelungener Integration für Menschen, die arbeiten und sich einbringen wollen.
Nicht zuletzt ging es um das Ehrenamt. Rund 40 Prozent der Menschen in Bayern engagierten sich freiwillig, vor allem in Vereinen, bei Feuerwehren und in sozialen Einrichtungen. Ohne dieses Engagement würde vieles nicht funktionieren. Hier wolle der Freistaat weiter unterstützen und bürokratische Hürden abbauen.
Goldenes Buch und Steinwaldhaus
Im Anschluss an die Talkrunde trug sich Ministerpräsident Markus Söder in das Goldene Buch der CSU Erbendorf ein. Bürgermeisterkandidat Matthias Fütterer überreichte ihm dabei einen Geschenkkorb mit regionalen Spezialitäten.
Bei dieser Gelegenheit nutzte Fütterer auch die Möglichkeit, dem Ministerpräsidenten ein Schreiben zu übergeben. Darin bittet er um Unterstützung beim Steinwaldhaus, das infolge der Insolvenz der Ziegler-Group zum Sanierungsfall geworden ist und die Stadt vor große Herausforderungen stellt. Das Thema bewegt viele Bürgerinnen und Bürger in Erbendorf.
Wahlkampf und Ausblick
Nach der Talkrunde wurde das Wahlvideo von Matthias Fütterer gezeigt. Anschließend stellte er sich und seine Themen noch einmal ausführlich vor. Er sprach über solide Finanzen, eine starke heimische Wirtschaft, lebendige Vereine und die Weiterentwicklung zentraler Projekte in Erbendorf. Besonders wichtig sei ihm eine offene Kommunikation und enge Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern.
Mit Blick auf die bevorstehende Kommunalwahl war die Veranstaltung ein deutliches Signal der Geschlossenheit und gab noch einmal Rückenwind für alle Kandidaten. Viele Gäste blieben noch lange nach dem offiziellen Ende in der Halle und nutzten die Gelegenheit für Gespräche.
Zum Abschluss dankte Sandra Dostler allen Mitwirkenden für Organisation, Einsatz und Unterstützung. Der Nachmittag habe gezeigt, wie wichtig eine starke kommunale Vertretung und der enge Austausch zwischen Kommune, Landkreis und Freistaat für die Region und für Erbendorf im Speziellen ist.











