SPD 60plus fordert in Weiden neutrale Pflegestützpunkte für die Oberpfalz

SPD 60plus fordert in Weiden neutrale Pflegestützpunkte für die Oberpfalz
Jede Familie kann von heute auf morgen von einem Pflegefall betroffen sein. Was tun? Wo kann ich mich hinwenden? Welche Hilfe kann ich bekommen?
Klausurtagung in Weiden: neutrale Pflegestützpunkte im Fokus
Mit diesem Thema beschäftigten sich deshalb Mitglieder der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus Oberpfalz bei einer Klausurtagung in Weiden. SPD-AG 60plus-Bezirksvorsitzender Reinhold Strobl hatte dazu die Vorstandsvorsitzende der „Pflegenden Angehörigen e. V.“, Kornelia Schmid (Amberg), eingeladen. Kornelia Schmid pflegte selbst über viele Jahre hinweg ihren Mann zu Hause. Sie weiß, wie wichtig unter anderem neutrale Pflegestützpunkte für Pflegende sind. Deutschlandweit ist sie eine begehrte Gesprächspartnerin. In ihrer bundesweiten Facebook-Gruppe befinden sich inzwischen 34.000 Mitglieder.
Prävention stärken: Angehörige als Schlüssel
Eigentlich, so Schmid, müssten alle, die in Deutschland Verantwortung für Prävention tragen, begeistert sein: In fast allen der rund fünf Millionen Pflegehaushalte gebe es potenzielle „Präventions-Motoren“ – pflegende Angehörige mit engen, oft jahrzehntelangen Beziehungen zu genau den Menschen, für die präventive Maßnahmen gedacht seien. Bezirksrat Bruno Lehmeier betonte, dass es Ziel eines jeden Menschen sei, die Eigenständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.
Inzwischen gibt es in Deutschland insgesamt etwa 700 Pflegestützpunkte. Diese Punkte bieten Unterstützung und Beratung zu verschiedenen Aspekten der Pflege.
Pflegestützpunkte: Stand in Bayern und der Oberpfalz
Als Kornelia Schmid mit ihrer Arbeit begann, gab es in Bayern neun neutrale Pflegestützpunkte – jetzt sind es etwa 58. In der Oberpfalz gibt es nur einen neutralen Pflegestützpunkt (Regensburg). Projekte, so Kornelia Schmid, gebe es genügend. In Bayern gebe es mehr als 600 000 pflegebedürftige Menschen – Tendenz steigend. In der Oberpfalz sei es so, dass es auf 1.000 Einwohner etwa 52 Pflegebedürftige gebe. Der Wert der Arbeit der pflegenden Angehörigen wurde auf etwa 206 Mrd. € geschätzt. Sie bemängelte auch, dass jedes Bundesland eigene Regelungen zur Entlastung habe.
Deshalb seien neutrale Pflegestützpunkte in Deutschland eine wichtige Anlaufstelle für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sowie für Menschen, die von Pflegebedürftigkeit bedroht sind. Die Beratung für die Nutzer ist kostenfrei. Die Finanzierung erfolgt über die Pflegekassen und Kommunen, wobei die Pflegekassen gemeinsam mit kommunalen Trägern Pflegestützpunkte einrichten.
Förderung, Beratung und Entlastung im Überblick
Zweck der Förderung sei es, so das Landesamt für Pflege mit Sitz in Amberg, ein auf Dauer angelegtes und landesweites Beratungsangebot für Menschen mit Pflegebedarf sicherzustellen. Zuwendungsempfänger seien die Kommunen beziehungsweise Landkreise, die sich an der Trägerschaft eines Pflegestützpunktes beteiligen. Pflegestützpunkte könnten eine Förderpauschale in Höhe von jährlich bis zu 20.000 EUR für eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft beantragen. Pflegestützpunkte böten eine kostenfreie und unabhängige Beratung für Pflegebedürftige und Angehörige, unterstützten bei der Beantragung des Pflegegrades und der Leistungen und gäben Beratung über ambulante Dienste, die Tagespflege und Pflegeheime.
Wichtig seien auch Informationen zur Wohnraumanpassung, zu finanziellen Zuschüssen und zu Entlastungsangeboten für pflegende Angehörige. Sie bieten auch Hausbesuche und Case-Management bei komplexem Pflegebedarf an. Die derzeitige Situation in der Oberpfalz, so Reinhold Strobl, sei nicht zufriedenstellend: „Hier haben wir noch viel zu tun.“




