SPD nominiert Werner Rieß in Pleystein als Bürgermeisterkandidat

SPD nominiert Werner Rieß in Pleystein als Bürgermeisterkandidat
Es schien alles fast so geheim zu sein wie die amerikanischen Goldreserven in Fort Knox. Doch in wenigen Tagen wird der SPD-Ortsverein Pleystein die Bürgerinnen und Bürger der Großgemeinde mit einem Flyer, der dann in allen Briefkästen zu finden sein wird, über ihren Bürgermeisterkandidaten und ihre Bewerber um ein Stadtratsmandat und vor allem über ihre künftige kommunalpolitische Arbeit informieren.
Vorab-Informationen zur Nominierung des SPD-Ortsvereins Pleystein
Doch vorab gibt der SPD-Ortsverein Pleystein in einem Gespräch das Ergebnis der seinerzeitigen Nominierungsversammlung am 2. Dezember 2025 im Gasthaus „Böhmische Stuben“ bekannt.
Einstimmig wurde Werner Rieß, wie bereits bei der Kommunalwahl 2020, zum Bürgermeisterkandidaten des SPD-Ortsvereins Pleystein gewählt. Werner Rieß, 59, Gastwirt, führt auf Platz 1 auch die Liste der Stadtratskandidaten an.
Dort finden sich auf den Plätzen 2 bis 9
- Verena Künzl, 39 Jahre, Förderlehrerin,
- Tino Bayer, 49, Busunternehmer,
- Martina Lorenz, 53, Erzieherin,
- Hansjürgen Schneider, 58, Zerspanungsmechaniker,
- Silke Holfelder-Strigl, 43, Hauswirtschafterin,
- Martin Puff, 46, Mechatroniker,
- Eva Schneider, 56, Hotelfachfrau,
- Wolfgang Helm, 64, Dipl.-Verwaltungswirt im Ruhestand.
Schwerpunkte: Städtebausanierung, Nahwärme und Infrastruktur
Werner Rieß sieht im Fall seiner Wahl zum Bürgermeister aktuell einerseits seine Hauptaufgabe in der Fortführung begonnener Projekte und andererseits darin, in Planung und Vorbereitung befindliche Vorhaben zu Ende zu bringen. Dazu gehören nach den Worten von Werner Rieß das Gesamtprojekt „Städtebausanierung“, der Aufbau eines Nahwärmenetzes, alle weiteren Schritte zur Ausweisung des Baugebietes „Forststraße“ und der Bau von Regenüberlaufbecken.
Auf der Agenda stehen dazu noch der Ausbau der Kindertagesstätte und die Vorbereitungen in der Zottbachtalschule für die Ganztagesbetreuung. „Das sind genügend Aufgaben, um erst nach deren Abschluss zu schauen, was finanziell noch übrig bleibt.“ Der SPD-Bürgermeisterkandidat weiß aber auch, dass einige Straßen einer dringenden Sanierung bedürfen. Doch vorab gelte es, die laufenden Projekte und Vorhaben zu Ende zu bringen.
Trotz der großen und umfangreichen Aufgaben sieht Werner Rieß die Notwendigkeit, „von den Schulden runterzukommen“. Diese Schulden, in der derzeitigen Höhe von 4,5 Millionen Euro, zu halbieren, sieht der SPD-Bürgermeisterkandidat als wünschenswertes Ziel. Unter der Voraussetzung, dass publizierte Mittelzuweisungen des Bundes auch bei der Kommune „ankommen“, könnten weitere Vorhaben zur Verbesserung der Infrastruktur begonnen werden. „Ansonsten sind wir mit den Pflichtaufgaben genügend gefordert.“
Feuerwehrhäuser und neues Einsatzfahrzeug
„Irgendwann stehen die Feuerwehrhäuser in Lohma und Miesbrunn auf dem Arbeitsplan“, ist sich Werner Rieß bewusst und merkt dazu ergänzend an, dass die Feuerwehr Pleystein im nächsten Jahr ein neues Fahrzeug erhalten wird.
Werner Rieß befürwortet auch das Konzept der geplanten Marktplatzsanierung, die Teil des Gesamtprojektes „Städtebausanierung“ sei. „Mit diesem Vorhaben steht und fällt die Städtebausanierung.“ Die hohen Förderzusagen machen nach den Worten des SPD-Bürgermeisterkandidaten die Umsetzung dieses Projektes möglich.
Skepsis bei der Sanierung des Freibads
Klar die Meinung von Werner Rieß zur Sanierung des Pleysteiner Freibades: „Ich bin sehr skeptisch“ – diese Aussage verbindet der SPD-Kandidat mit seiner persönlichen Einschätzung, dass sich die Stadt Pleystein das, zumindest in den nächsten Jahren, nicht leisten könne. Das treffe laut Werner Rieß sowohl für die Sanierung als technisches Bad als auch für die Umgestaltung zum Naturbad zu. „Die Variante Naturbad ist nicht wesentlich günstiger als die technische Version“.
Den Tourismus in Pleystein nennt Werner Rieß „ein schwieriges Thema“. Die Kommune selbst habe wenig Möglichkeiten, einem Abwärtstrend entgegenzusteuern. Ein gewisses Angebot für Urlauber, wie beispielsweise Radwanderwege, sei vorhanden, gefragt sei aber die Gastronomie, auf die die Stadt wenig Einfluss habe. Ein kleiner Lichtschein für den Tourismus könnte vielleicht eine Verbesserung der Campingmöglichkeiten sein, sagt Werner Rieß, um aber gleichzeitig nochmals hervorzuheben, dass die Pflichtaufgaben der Stadt gegenwärtig absoluten Vorrang haben. Die Möglichkeit, Projekte mit „Magnetwirkung“ anzustoßen, sehe er nicht, betont Werner Rieß.
Stadtjubiläum 2031: Vorbereitung und Beteiligung der Vereine
Beim persönlichen Gespräch kommt auch das Thema „700 Jahre Stadt Pleystein“ im Jahr 2031 aufs Tapet. „Die Vorbereitungen für ein Fest müssen mit Sicherheit zwei Jahre vorher beginnen“, weiß Werner Rieß, und stellt gleichzeitig die Überlegung an, in welchem Rahmen ein derartiges Stadtjubiläum gefeiert wird. Hierzu verweist Werner Rieß auf das Jubiläum der Stadt Vohenstrauß, bei dem die Veranstaltungen auf das ganze Jahr verteilt waren. „Ich bin für alles offen, es müssen in erster Linie alle Vereine an einem Strang ziehen.“ Die Stadt könne wohl unterstützen, das Fest selbst müsse nach Einschätzung Rieß’ über die Vereinsgemeinschaft laufen.
Angesprochen wird aber die Aufstellung von zwei Listen bei der Kommunalwahl für die SPD und die Freie Wählergemeinschaft. „Die Freien Wähler wollten eigentlich nicht mehr mit uns zusammenarbeiten“, erklärt Werner Rieß und verweist auch auf personelle Veränderungen in der Fraktion der Freien Wähler. Werner Rieß sieht jetzt dank der Änderung im kommunalen Wahlrecht, also auch, weniger Kandidaten bei der Kommunalwahl aufzustellen, als Sitze zu vergeben sind, keinen Nachteil.




