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Staatspreis ehrt Dorferneuerung in Etzelwang

Etzelwang. Bei einem Festakt in der Residenz hat Staatsministerin Michaela Kaniber den Staatspreis Land.Dorf.Zukunft 2026 verliehen und elf Projekte ausgezeichnet, darunter die Dorferneuerung Etzelwang mit 5.000 Euro.

Staatspreis ehrt Dorferneuerung in Etzelwang

Verleihung vom „Staatspreis 2026 mit Ehrungsrede von Michaela Kaniber. Foto: Matthias Balk/ StMELF
Würdigung Preisträger Etzelwang. Foto: Matthias Balk/ StMELF
Foto: Matthias Balk/ StMELF
Staatsministerin Michaela Kaniber. Foto: Matthias Balk/ StMELF

Ein Dorfplatz wird wieder zum Treffpunkt, oder aus brachliegenden Flächen entstehen neue Chancen: Genau solche und viele andere Projekte zeichnet der Staatspreis „Land.Dorf.Zukunft“ 2026 aus.

Staatspreis „Land.Dorf.Zukunft“ 2026: Elf Projekte ausgezeichnet

Bei einem Festakt in der Münchner Residenz hat Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, die auch für die Ländliche Entwicklung zuständig ist, heute elf herausragende Projekte mit dem Staatspreis gewürdigt.

„Die Projekte zeigen eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Menschen vor Ort nicht nur Ideen haben, sondern gemeinsam anpacken. Die Menschen hinter diesen Projekten übernehmen Verantwortung, bleiben mit Herzblut an der Sache dran und machen ihre Heimat so Stück für Stück lebenswerter. Genau diese Tatkraft zeichnet unsere ländlichen Räume aus. Es ist beeindruckend, was entstehen kann, wenn Kommunen, Ehrenamt und Ländliche Entwicklung an einem Strang ziehen. Allen Beteiligten gebührt herzlicher Dank und großer Respekt“, so Kaniber.

Auszeichnungen in drei Kategorien

Die mit jeweils 5.000 Euro dotierten Staatspreise gingen in der Kategorie „Umfassende Leistungen“ an die Flurneuordnungen der Buttenwieser Gruppe (Landkreise Dillingen a.d. Donau und Donau-Ries), die Dorferneuerung Weidenbach (Landkreis Ansbach), die Dorferneuerung Lorenzreuth (Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge) sowie die Dorferneuerung Etzelwang (Landkreis Amberg-Sulzbach).

In der Kategorie „Lösung von Landnutzungsansprüchen mit Hilfe von Bodenordnung“ zeichnete die Ministerin die Flurneuordnung Stockstadt am Main (Landkreis Aschaffenburg), die Dorferneuerung Birnbaum im Markt Steinwiesen (Landkreis Kronach), die Flurneuordnung Landauer Grieswiesen (Landkreis Dingolfing-Landau) sowie den freiwilligen Landtausch zur Realisierung der KZ-Gedenkstätte Mühldorfer Hart (Landkreis Mühldorf am Inn) aus.

Soziale Dorf- und Gemeindeentwicklung geehrt

Staatspreise in der Kategorie „Soziale Dorf- und Gemeindeentwicklung“ erhielten die Dorferneuerung Dombühl (Landkreis Ansbach), das Gemeindeentwicklungskonzept des Marktes Waal (Landkreis Ostallgäu) sowie die Dorferneuerung Baierbach mit der Umnutzung des Wiesmerhofs (Landkreis Landshut).

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Den Staatspreis „Land.Dorf.Zukunft“ vergibt das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus alle zwei Jahre. Die Auszeichnung würdigt beispielhafte Projekte der Ländlichen Entwicklung. Die ausgezeichneten Vorhaben verbessern die Lebensqualität vor Ort und geben zeitgleich Impulse weit über die eigene Region hinaus.

Dorferneuerung Etzelwang: Ein lebendiger Treffpunkt verbindet Tradition und modernes Leben

Bewertung für die „Dorferneuerung in Etzelwang – Ein lebendiger Treffpunkt verbindet Tradition und modernes Leben“.

Die Dorferneuerung Etzelwang erhält den diesjährigen Staatspreis „Land.Dorf.Zukunft“ in der Kategorie „Umfassende Leistungen“.

Innenentwicklung statt Wachstum am Ortsrand

Die Gemeinde Etzelwang liegt inmitten eines Landschaftsschutzgebiets, eingebettet in eine kleinteilige, gewachsene Kulturlandschaft. Trotz der Zugehörigkeit zur Metropolregion Nürnberg hat sich der Ort seinen ländlichen Charakter bewahrt. Gerade diese besondere Lage ist Chance und Herausforderung zugleich: Einerseits profitieren viele Bürgerinnen und Bürger vom nahegelegenen Wirtschaftsraum Nürnberg, andererseits zieht die reizvolle Landschaft Erholungssuchende und Gäste an. Doch neue Bauflächen sind kaum möglich – der Handlungsspielraum ist begrenzt.

Etzelwang hat darauf eine klare Antwort gefunden: Innenentwicklung statt Wachstum am Ortsrand. Mit Mut, Kreativität und beeindruckender Eigenleistung der Dorfgemeinschaft ist es gelungen, neue Perspektiven aus dem Bestand heraus zu entwickeln.

Historische Bausubstanz neu belebt

Im Herzen des Ortes entstand ein lebendiges Zentrum: Ein naturnah gestalteter Wasserspielplatz am historischen Bachlauf, vielfältige Aufenthaltsbereiche, Grünflächen, Obstbäume und ein liebevoll gestalteter Dorfplatz schaffen Raum für Begegnung – für Jung und Alt. Hier verbinden sich Lebensqualität, Natur und Gemeinschaft auf vorbildliche Weise.

Ein herausragendes Beispiel für den Umgang mit bestehender Bausubstanz ist der denkmalgeschützte Gemeindestadel von 1825. Was einst vom Verfall bedroht war, wurde mit großem Engagement der Bürgerschaft zu einem modernen Begegnungszentrum umgebaut. Der „Gmoistodl“ vereint heute Tradition und zeitgemäße Nutzung, beherbergt die Feuerwehr und dient als Ort des Miteinanders – ein Symbol für den starken Zusammenhalt im Ort.

Resiliente Dorferneuerung mit Blick nach vorn

Mit dem barrierefreien Festplatz und dem neuen Feststadel wurde ein weiterer zentraler Treffpunkt geschaffen. Nachhaltig geplant, mit Versickerungsflächen und durchdachter Begrünung, verbindet er Funktionalität mit ökologischer Verantwortung. Gleichzeitig wurde brachliegendes Potenzial im Ortskern aktiviert – ganz im Sinne des Prinzips „Innen statt Außen“.

Etzelwang zeigt eindrucksvoll, wie aus begrenzten Möglichkeiten echte Zukunftsperspektiven entstehen können. Grundlage dafür war ein umfassendes Dorferneuerungskonzept, das konsequent – zu großen Teilen – im Rahmen der Dorferneuerung umgesetzt wurde. Heute ist der Ort nicht nur lebenswerter, sondern auch widerstandsfähiger und gemeinschaftlich stärker aufgestellt.

Gemeinschaft, Identität und Zukunft

Und der Blick geht weiter nach vorn: Mit der geplanten Umnutzung des Schulhauses zu einem Mehrgenerationenwohnen – getragen von Bürgerbeteiligung und Bürgerfinanzierung – gestaltet Etzelwang seine Zukunft aktiv und gemeinschaftlich.

Die Gemeinde Etzelwang ist damit ein leuchtendes Beispiel für eine resiliente Dorferneuerung: innovativ, gemeinschaftlich und identitätsstiftend.

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