Warnstreiks legen Busverkehr in Regensburg lahm

Warnstreiks legen Busverkehr in Regensburg lahm
Am 19. Februar 2026 trafen sich die Beschäftigten des kommunalen Verkehrsbetriebs „dasStadtwerk.Regensburg.Mobilität GmbH“ im Gewerkschaftshaus in Regensburg. Hier wurde ihnen „live“ durch ihre Kollegen und Tarifkommissionsmitglieder Özgür Geles und Andreas Sallinger von der zweiten Verhandlungsrunde am 13. Februar 2026 berichtet.
„Wir sind enttäuscht über den fehlenden Verhandlungswillen der Arbeitgeber. Wir haben das Gefühl, dass gute Argumente nichts mehr wert sind“, berichtete Andreas Sallinger seinen Kolleginnen und Kollegen. Ebenfalls besuchte die ver.di-Verhandlungsführerin Dr. Katharina Wagner die Streikenden im Gewerkschaftshaus und war begeistert von der großen Streikbereitschaft. „Regensburg steht geschlossen hinter den Forderungen“, stellte sie treffend fest.
Regensburger Unterstützung in Passau
Am heutigen Freitag machten sich um 7 Uhr die Beschäftigten des kommunalen Verkehrsbetriebs „dasStadtwerk.Regensburg.Mobilität GmbH“ dann auf den Weg nach Passau zu den dortigen Warnstreikenden. „Die Teilnahme übertraf unsere Erwartungen, beide Busse waren sehr gut gefüllt“, berichtete ver.di-Gewerkschaftssekretär Jens Gotthardt.
Die Passauer Kolleginnen und Kollegen waren hoch erfreut über den zahlreichen Besuch aus Regensburg. Bei der gemeinsamen Kundgebung am Betriebsgelände des Verkehrsbetriebs Passau bekräftigte Michael Kren, Betriebsratsvorsitzender in Passau und Tarifkommissionsmitglied, die Forderungen für eine spürbare Entlastung durch Absenkung der Arbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche und eine Lohnerhöhung von 668,75 Euro, um den seit 2005 bestehenden hohen Lohnunterschied zwischen den Verkehrsbetrieben und den anderen Bereichen der Stadtwerke endlich auszugleichen.
An beiden Tagen beteiligten sich über 200 Busfahrer des Regensburger Verkehrsbetriebs. Der städtische Busverkehr kam zum Erliegen, lediglich von privaten Unternehmen betriebene Linien wurden bedient.
Hintergrund zur Tarifrunde im bayerischen Nahverkehr
Anders als in anderen Bundesländern gibt es in Bayern nur einen Tarifvertrag Nahverkehr, der sowohl die Entgelte als auch die Arbeitsbedingungen regelt. Die Gewerkschaft will die Tarifverträge trennen, da die Erfahrung zeigt, dass Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in schwierigen Zeiten schnell gegen eine Anhebung der Entgelte ausgespielt werden.
ver.di strebt eine bundesweite Angleichung der Arbeitsbedingungen auf hohem Niveau an. Seit Jahren weist ver.di darauf hin, dass ein verlässlicher ÖPNV – ein Mobilitätsgarant für alle Menschen – nur möglich ist, wenn ausreichend Personal für die Branche gewonnen und in dieser gehalten werden kann.
Hierfür ist eine solide Finanzierung vonnöten, die von Ländern und dem Bund mitgetragen wird. Der Verweis auf die klammen Kassen der Kommunen ist keineswegs neu.
Der sich zuspitzenden Lage kann nur mit einer grundlegend anderen Finanzierung des ÖPNV begegnet werden. Wer Antworten im Sparen an den Beschäftigten sucht, hat das Ziel einer nachhaltigen Verkehrswende aufgegeben.
Die dritte Verhandlungsrunde findet am 9. März 2026 in Nürnberg statt.




