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WITRON – Osterferien
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Grundseminar bildet 14 Brandschutzerzieher in Altenstadt aus

Altenstadt. Im Feuerwehrhaus bildete der Fachbereich neun des KFV Neustadt/WN nach drei Jahren Pause 14 neue Fachkräfte für Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung aus. Sie unterstützen Kindergärten und Schulen.

Altenstadt. Im Feuerwehrhaus bildete der Fachbereich neun des KFV Neustadt/WN nach drei Jahren Pause 14 neue Fachkräfte für Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung aus. Sie unterstützen Kindergärten und Schulen.
Bild: Thomas Mathes

Grundseminar bildet 14 Brandschutzerzieher in Altenstadt aus

Brandschutzerziehung ein wichtiges Thema – Fachkräfte werden ausgebildet. Ein Einsatz im Kindergarten muss nicht gleich ein Ernstfall sein. Für den Umgang und die richtige Handlungsweise bei der Brandschutzerziehung werden Fachkräfte gebraucht. Im Fachbereich 9 des Kreisfeuerwehrverbandes Neustadt/WN (KFV NEW) wurden hierzu freiwillige Feuerwehrleute geschult. An einem Samstag konnten 14 neue Fachkräfte in diesem Fachgebiet ausgebildet werden.

Ausbildung im Feuerwehrhaus Altenstadt

Fachbereichsleiter Thomas Mathes begrüßte die wissenshungrigen Teilnehmer aus acht Feuerwehren des Landkreises. Nach drei Jahren fand nun wieder ein Grundseminar statt. Hier im Feuerwehrhaus in Altenstadt wurden bereits mehrere solcher Grundseminare abgehalten. „Hier fühlen wir uns wohl und haben mit den Hausherren einen guten Partner an unserer Seite“, meinte Mathes eingangs. Immer wieder hören wir von zündelnden Kindern, was uns motiviert, die Gefahren des Feuers unseren Kindern zu erklären.

Bei der Begrüßung durch Kreisbrandrat Marco Saller wurde klar, wie wichtig dieses Aufgabenfeld sei. „Ein sehr umtriebiger und gut aufgestellter Fachbereich, für den Landkreis und darüber hinaus bekannt“, stellte Saller fest. „Es kann auch in Zukunft auf die Unterstützung des Kreisfeuerwehrverbandes gerechnet werden“, machte der Verbandsvorsitzende klar. Neben einem neuen Rauchhaus, das von der Versicherungskammer Bayern gesponsert wurde, sollen noch weitere zwei BE-Koffer der neuen Generation beschafft werden. Rektorin Doris Bodensteiner von der Grundschule Altenstadt überbrachte die Grußworte vom Staatlichen Schulamt. „Wir in den Schulen freuen uns, wenn im Unterricht die Feuerwehren mit dabei sind“, erklärte Bodensteiner. Unter anderem sind im Lehrplan Plus in den Klassen drei und vier viele Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung machbar. „Das zeigt uns Herr Mathes in der Grundschule Püchersreuth als unser Brandschutzerzieher vor Ort mit großem Engagement im Unterricht auf.“ Dabei kann von Deutsch, Mathematik, Heimat- und Sachkundeunterricht bis hin zu Sport alles Mögliche zum Thema „Brennen und Löschen“, „Alles über Feuer und Rauch“ angeboten werden. Hilfreich ist hierzu ein Ordner mit vielen verschiedenen Hilfestellungen zum Thema.

Überörtliche Mitwirkende

Wie wird die BE überörtlich gestaltet? Das erklärte Fachbereichsleiter Thomas Mathes. Es wurden Statistiken zu bereits gemeldeten Maßnahmen, wichtige Daten zum Dienstgebrauch und die Meldemöglichkeiten aufgezeigt. Hierbei ging er speziell auf verschiedene Handreichungen zum Thema ein. So werden zum Beispiel Möglichkeiten im Kindergarten, in den Grundschulen oder auch bei der Öffentlichkeitsarbeit aufgezeigt. Bayernweit beschreibt der Landesfeuerwehrverband Bayern Gleiches. Hierzu können verschiedenes Material oder Hilfsmittel zur Unterrichtsgestaltung bestellt werden. Mathes schmunzelnd: „Gut, wenn wir hierzu viele Leute kennen, die mitgestalten.“ Eine große Unterstützung hierbei ist die Versicherungskammer Bayern, die sehr viele Mittel für unsere Arbeit bereitstellt. Nicht zu unterschätzen ist auch unser Bezirksfeuerwehrverband Oberpfalz (BFV OPf). Mit dem Vorsitzenden, Kreisbrandrat Jürgen Kohl (Landkreis NM), und unserem KBR, Marco Saller, dessen Stellvertreter im BFV, gibt es kurze Wege bei Anfragen oder Unterstützung. Beide machen vieles möglich, wenn es um Fachbereiche aus den Landkreisen geht.

Hilfsorganisationen miteinander verbinden

„Sicherheitstage an Schulen sind ein beliebtes Thema, wenn alle Hilfsorganisationen mitwirken, noch besser“, weiß Ehrenkreisbrandinspektor Uli Kraus. Sein Unterrichtsthema folgte nun: „Wie gestaltest du einen solchen Tag, wie viel Vorlauf braucht es, wen nimmst du alles mit?“, fragte er in die Runde. Kraus zeigte anhand vieler Vorschläge den Ablauf dieser Veranstaltungsmöglichkeit auf. Dazu braucht es gute Ideen, einen straffen Zeitplan und Unterstützer. Mit verschiedenen Stationen und vielen Informationen kann ein solcher Tag zum Event werden. Dem Alter der Schülerinnen und Schüler sei jedoch auch das Ausbildungsspektrum anzupassen. „Was hierzu einen 16-Jährigen interessiert, ist nicht unbedingt für die Drittklässler passend“, erklärt Kraus. Mit verschiedenen Ideen zur Gestaltung eines Sicherheitstages konnten die Teilnehmer vieles an Eindrücken mitnehmen.

Versuche mit Lernziel

Heiß und mit Wow-Effekt ging es nun in der Fahrzeughalle weiter. Wie entzünde ich ein Streichholz richtig, was brennt schnell, langsam oder gar nicht, wie lösche ich am besten? Dies und viele Versuche zum Thema Brennen und Löschen konnten die Teilnehmer nun selbst erleben. Uli Kraus und Markus Weinbeck haben hierzu ihre Versuchsreihen mitgebracht. Mit diesen verschiedensten Versuchen zeigen wir Kindern, aber auch Erwachsenen, den richtigen Umgang mit dem Thema auf. Überraschend war es dennoch, weil nicht alle vorgestellten Versuche bisher bekannt waren. So kann mit einer Benzinrutsche aufgezeigt werden, wie gefährlich Dämpfe sind. Schwerer als Luft ist die Gefahr nicht immer dort, wo auch zum Beispiel brennbare Flüssigkeiten zu sehen sind. Großes Interesse herrschte bei Metallbränden. Wie sich dort das Material auf ein Brandgeschehen auswirkt, war sehenswert. Ein leerer Feuerlöscher und dessen Innenleben mit Sicht auf die Funktion, gebrauchte Löschdecken bei Fehlanwendung oder auch diverse beschädigte Elektrogeräte mit Schadstellen lagen zur Ansicht bereit. Die Teilnehmer testeten fleißig die Möglichkeiten durch.

Spedition Wagner
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Hauptberuflicher Brandschutzerzieher

Referent, Stadtbrandinspektor Markus Weinbeck, ist als einziger hauptamtlicher Feuerwehrdienstleistender in Bayern bei der Berufsfeuerwehr der Stadt Regensburg unter anderem für die Brandschutzerziehung in den Grundschulen des Stadtgebiets unterwegs. Weinbeck ist im Bezirksfeuerwehrverband Oberpfalz der Fachbereichsleiter für den FB 9. „Mit Freude und engagiertem Auftreten könnt ihr Kinder schon früh auf die ehrenamtlichen Aufgaben der Feuerwehr aufmerksam machen“, schilderte Weinbeck. Als Synergieeffekt ist auch die Mitgliedergewinnung ein Punkt. Dabei sei zu beachten: Kinderfeuerwehr ist nicht im Fachbereich 9 integriert. Über seine Aufgaben berichtete er vom Kennenlernen der Klassen bis hin zur Unterrichtsgestaltung. „Wir können euch nur Tipps zur Durchführung solcher Unterrichte geben“, appellierte der Stadtbrandinspektor. Weinbeck machte abschließend deutlich, dass im Landkreis Neustadt/WN der Fachbereich sehr gut funktioniert. „Tom und ich sind gut vernetzt, wir ziehen an einem Strang und sind vom Erfolg unseres Tuns überzeugt“, schloss der Stadtbrandinspektor.

Recht und Rhetorik

Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es mit Rhetorik, Öffentlichkeitsarbeit, Umgang mit der Presse und der Gefahr Internet weiter. Hierzu konnte als Referent Heinrich Rewitzer gewonnen werden. Der pensionierte Polizist konnte mit verschiedensten Tipps den Teilnehmern auch Rechtliches vermitteln. Zu Beginn seines Vortrags wurden in verschiedenen Fallbeispielen wichtige Antworten erarbeitet: Was darf mit Fotos, die bei Veranstaltungen aufgenommen wurden, alles gemacht werden? Eigene Internetauftritte und Social-Media-Inhalte auf Homepages sind schnell im Netz. Diese wieder zu entfernen, ist fast unmöglich. „Kümmert euch vor einem Fototermin um die Freigabe, am besten durch die Eltern, wenn Kinder mit auf Fotos sind“, ermahnte Rewitzer.

Notruf als Ziel

Eins und eins ist zwei. So wird unter anderem in Kindertagesstätten die Notrufnummer erklärt. Wie eine BE im Kindergarten ablaufen kann, erläuterte Angelika Feige, stellvertretende FB-9-Leitung. Sie erklärte, wie es bei ihnen in der Einrichtung abläuft. Feige ist selbst Erzieherin im Kindergarten, also in der Kindererziehung bestens vertraut. Als Feuerwehrfrau bringt sie ihren Löschanzug in die Tagesstätte und lässt durch Begreifen die Kinder Berührungsängste weniger werden. Wie sich eine Feuerwehrkraft verwandelt, wenn sie sich den Löschanzug anzieht, ist das eine. Wenn dann noch Spezialausrüstung dazukommt, ist das noch einmal etwas anderes. Atemschutzgeräte machen komische Geräusche und sehen schon „gespenstisch“ aus. Gut, wenn Kinder das schon einmal gesehen und gehört haben. Wenn dann noch ein Feuerwehrfahrzeug zur Besichtigung bereitsteht, haben die BEler neue Fans im Kindergarten gefunden. Bei Rundfahrten mit dem Feuerwehrauto sollten jedoch alle verkehrsrelevanten und versicherungstechnischen Auflagen beachtet werden.

Stationsausbildung als Workshop

Was ist drin im neuen BE-Koffer, der im Inspektionsbereich stationiert ist? In vier Stationen konnten die Teilnehmer ihr Wissen vertiefen. Ausbildungshilfen im Ordner, Apps und Vorlesebücher für Kindergarten und Grundschule. Modelle wie das Verbrennungsdreieck, kleine Versuchsreihen und Anschauungsmaterial wie Fluchtwegschilder liegen bei. „Auch Rauchwarnmelder können mit dem beiliegenden Material gut erklärt werden“, so Mathes. Ein neues Aufgabenfeld werden immer mehr Elektrobrände. Glühlampe, Muster von defekten Kabeln, Mehrfachsteckern können gezeigt werden. Auch unsere Sirenentöne werden wieder zunehmend nachgefragt. Was ist ein Notfall, wann heulen die Sirenen und wie hört sich der Entwarnungston an? All das kann kompakt aus diesem Koffer heraus gezeigt werden. Feuerwehrauto-Bastelbögen, Malbücher, Info-Broschüren sind in großer Anzahl vorhanden und können über den FB 9 geordert werden.

„Der Umgang mit Handpuppen kommt besonders in Kindergärten an“, erklärt Anita Günther von der FF-Mantel. Fix, Flip und Flapsi – so heißen die Klappmaulpupen. Worauf beim Nutzen dieser Puppen zu achten ist, die Handhabung und auch die Herangehensweise wurden fleißig geübt. Hierbei sei eine gute Verständigung mit Kindern möglich, die sich etwas schüchterner an die Themenwelt Feuerwehr herantasten.

Um Notrufe zu simulieren, ist im Equipment eine schnurlose Telefonanlage dabei. Sebastian Meier, FF-Luhe, verweist hierbei auch auf kabelgebundene Telefone. „Bei den Großeltern sind manchmal noch alte Telefone vorhanden“, weiß Meier zu berichten. Interessant in den Grundschulen ab der vierten Klasse sind aber Handys. Auch hierzu kann der zukünftige Ausbilder sein eigenes Smartphone nutzen. Um Notrufe zeitgemäß und realistisch zu üben, haben wir auch sehr gute Kontakte zur Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz (ILS). Wenn es möglich ist, stehen uns dort Disponentinnen und Disponenten gern mit Rat und Tat auch vor Ort für Schulen zur Verfügung. Die Angst vor dem Notruf zu nehmen, ist wichtig. Jedoch auch darauf hinzuweisen, was passieren kann, wenn der Notruf zum Spaß gewählt wird.

Rauch ist gefährlicher als Feuer

Wie sich Rauch in einem Haus, einer Wohnung, einem Zimmer ausbreitet, kann im Rauchhaus simuliert werden. Ein großes und ein kleines Modellhaus stehen hierbei zur Verfügung. Von der Kellerverrauchung bis hin zum Küchenbrand kann in diesen Modellen so ziemlich alles aufgezeigt werden. Mit Rauch aus dem Modellbau wird dies sichtbar gemacht. „Wie schnell ein Rauchwarnmelder reagiert“, zeigten Peter Hartinger und Claudia Beugler hierbei auf. Um ein weiteres Rauchhaus aus Glas sind wir bemüht, dies soll in nächster Zeit eintreffen. Hierzu liegt die Anfrage beim BFV OPf vor.

Brandschutzaufklärung mit Senioren

„Eine weitere Risikogruppe sind unsere Senioren“, weiß Mathes. In Haushalten sind diese Menschen mit Handicap allein zu Hause. Bei Seniorennachmittagen kann ein BEler schon auch einmal Brandschutzaufklärung betreiben: Brände verhindern, Möglichkeiten erkennen. Hierbei können Gefahren wie Elektrogeräte, Mehrfachstecker, Holz- oder Kohlefeuerstätten, Kerzen und auch die Küche in den Fokus einer Belehrung kommen. „Hierzu gibt es Flyer, die uns unterstützen“, ermunterte der Fachbereichsleiter. Nicht nur Kindern ein sichereres Erwachsenwerden lernen – auch Erwachsene brauchen einmal eine Ansage, um sicher durch den Alltag zu kommen.

Zertifikat als Zeugnis

Bei der abschließenden Diskussion ermunterten alle Ausbilder die Teilnehmer, sich stets weiterbilden zu lassen. Hierzu stehen verschiedene Möglichkeiten offen. Im Fachbereich 9 ist immer etwas los. So steht die Homepage des Kreisfeuerwehrverbandes zur Verfügung. Digitale Malbücher sind in Planung, Ausbildungsmaterial muss immer wieder erneuert werden. Informationsveranstaltungen im Landkreis werden besucht beziehungsweise ausgerichtet. Im Bezirk stehen ein Forum im Frühling und ein Grundseminar im Herbst in Amberg auf dem Plan. Auch kann ein Lehrgang an der Feuerwehrschule Würzburg genutzt werden, wenn einer der seltenen Plätze zur Verfügung steht. Als Lehrgangsbestätigung erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Zertifikat und einen USB-Stick voller weiterer Unterlagen für den Dienstgebrauch. Wichtig für die Dokumentation und die Statistik sei auch der Rückmeldebogen nach einer Veranstaltung. „Informationen gibt es also genug, macht was draus!“, schloss Mathes das Grundseminar und wünschte allen das Beste bei der Brandschutzerziehung.

Hintergrund

BE = Brandschutzerziehung: Kinder im Kindergarten bis zur weiterführenden Schule.

BA = Brandschutzaufklärung bei Erwachsenen, Senioren und Vereinen; Öffentlichkeitsarbeit.

BEler = Brandschutzerzieherinnen und Brandschutzerzieher.

FB 9 = Fachbereich 9.

BFV = Bezirksfeuerwehrverband OPf.

LFV = Landesfeuerwehrverband Bayern.

Seit dem Jahr 2000 werden in Bayern bei den Kreisfeuerwehrverbänden Brandschutzerziehungsseminare angeboten.

Im Landkreis NEW sind seitdem sieben Grundseminare mit über 104 Teilnehmern durchgeführt worden.

Seit 2008 leitet Thomas Mathes von der Feuerwehr Wurz, Ehrenkommandant, diesen Fachbereich. Ihn unterstützen in den Inspektionsbereichen Ost, Mitte und West weitere acht Kameradinnen und Kameraden.

In 39 von 116 Feuerwehren im Landkreis NEW sind 120 Fachkräfte ausgebildet. Diese unterstützen bei allen möglichen Aktivitäten rund um die Brandschutzaufklärung oder Brandschutzerziehung.

Voraussetzungen für diese besondere Ausbildung sind unter anderem eine abgeschlossene Grundausbildung der Feuerwehr. Daher ist eine Mitgliedschaft in der aktiven Wehr notwendig.

Der Umgang mit Kindern, didaktisch wie auch pädagogisch, ist hilfreich. Viele Mitwirkende im FB 9 sind als Erzieherinnen und Erzieher oder Pädagoginnen und Pädagogen, unter anderem auch Lehrerinnen und Lehrer, berufstätig unterwegs.

Kindergarten, Grundschule und weiterführende Schulen im Einsatzgebiet dienen als Ausbildungsstätten für die BE. Feuerwehreigene Kinderfeuerwehren sind im Fachbereich 14 des KFV eingebunden. Unterstützend hierbei werden Material und Ausbildungsgegenstände des FB 9 mitgenutzt, wenn ausgebildete BEler mit integriert sind.