Verbraucherzentrale warnt vor Fakeshops zum Oktoberfest

Verbraucherzentrale warnt vor Fakeshops zum Oktoberfest
Die Tracht sitzt auf dem Foto perfekt. Dazu ein Rabatt von 60 Prozent und „nur noch wenige Stücke verfügbar“. Ein Klick auf Kaufen und schon ist das vermeintliche Wiesn-Schnäppchen unterwegs. Oder auch nicht. Rund um das Oktoberfest wittern nicht nur Trachtenfans ein gutes Geschäft, sondern auch Betrüger.
Erst die Werbung, dann die Falle
Viele dubiose Trachtenshops erreichen Verbraucherinnen und Verbraucher direkt über soziale Medien. Zwischen Urlaubsfotos und Reels taucht plötzlich die perfekte Tracht zum kleinen Preis auf. Die Werbung führt direkt in einen Onlineshop, der professionell aussieht und mit Rabatten um Aufmerksamkeit buhlt.
Wer dort bestellt, erlebt oft eine böse Überraschung: Das Dirndl kommt nie an, das Geld verschwindet unwiederbringlich. Oder statt der bestellten Ware liegt ein völlig anderes Produkt im Paket. „Betrüger gestalten Onlineshops heute so professionell, dass auf den ersten Blick kaum ein Unterschied erkennbar ist“, sagt Simone Bueb von der Verbraucherzentrale Bayern. „Gerade Werbung in sozialen Medien verleitet dazu, spontan zu bestellen, ohne den Anbieter vorher zu prüfen.“
Der Shop klingt bayerisch, die Ware kommt aus China
Der Shop erzählt eine schöne Geschichte: ein Familienunternehmen, viel Tradition, echte Handarbeit, vielleicht ein Bezug zu einem kleinen beschaulichen Ort in Bayern. Die Bilder zeigen eine vermeintliche Manufaktur und Menschen bei der Arbeit. Über dieses fragwürdige Geschäftsmodell erhält die Verbraucherzentrale Bayern fortlaufend Beschwerden.
Das Problem: Der Händler sitzt gar nicht in Bayern. Stattdessen kommt die Ware aus China und hat mit der versprochenen Handarbeit wenig zu tun. Das Dirndl sieht plötzlich ganz anders aus als auf dem Foto, der Stoff wirkt billig oder riecht, die Verarbeitung enttäuscht auf ganzer Linie.
Spätestens jetzt beginnt der zweite Akt: Der Kunde möchte das Dirndl zurückschicken und stellt fest, dass er es nach China senden soll. „Verbraucher sollten nicht nur fragen, wo der Shop laut Startseite sitzt“, sagt Bueb. „Entscheidend ist, wer Vertragspartner ist und wohin die Ware im Widerrufsfall zurück muss – denn das kann die Rücksendung schnell richtig teuer machen.“
Gegenangebote statt Rücksendung
Wer den Widerruf erklärt, bekommt nicht selten keine Rücksendeadresse genannt, sondern erhält ein Gegenangebot, etwa: „Behalten Sie das Dirndl, wir erstatten Ihnen 30 Prozent.“ Lehnt der Verbraucher ab, bietet der Händler vielleicht 40 Prozent. So versucht er, die Rücksendung zu umgehen.
Kurze Prüfung kann viel Ärger ersparen
Damit es gar nicht erst zu den genannten Problemen kommt, empfiehlt die Verbraucherzentrale Bayern einen kurzen Check, bevor die Tracht im Warenkorb landet.
Impressum ansehen: Wer steckt hinter dem Shop? Sind Name, Anschrift und Kontaktangaben angegeben?
Rücksendebedingungen prüfen: Wohin geht die Ware zurück, wenn sie nicht gefällt? Wer bezahlt für die Rücksendung?
Zahlungsart kontrollieren: Verlangt ein Shop ausschließlich Zahlung per Vorkasse? Finger weg!
Shop unabhängig recherchieren: Was berichten andere über den Anbieter? Nicht nur Bewertungen auf der Shop-Seite selbst lesen.
Fakeshop-Finder nutzen: Kostenlos checken, ob ein Onlineshop seriös ist oder nicht.
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