Blue Devils Weiden nutzen Überzahl für Last-Minute-Sieg bei Altmeister EV Füssen
Blue Devils Weiden nutzen Überzahl für Last-Minute-Sieg bei Altmeister EV Füssen
Der EV Füssen, Altgroßmeister des deutschen Eishockeys der Nachkriegszeit, führt noch im dritten Drittel mit 3:2. Kurt Davis dreht für Spitzenreiter Blue Devils Weiden das Spiel in fast letzter Minute. Füssens Trainer Janne Kujala hadert anschließend mit der Fünf-Minuten-Strafzeit gegen Florian Simon (41.), die die Wende in diesem spannenden Match einleiten sollte. „Beide Hauptschiedsrichter haben die Szene nicht gesehen, aber Florian Simon wird vom Eis geschickt“, wundert sich der Coach.
Dann geht es Schlag auf Schlag: In Überzahl gelingt Neal Samanski zunächst der Ausgleich (44.). Füssen lässt in dieser Phase sichtbar Körner, Chad Bassen dreht das Spiel auf 3:4. Noch einmal bäumen sich die Gastgeber gegen die drohende Niederlage auf. Jere Helenius gelingt der Ausgleich.
Die Oberpfälzer benötigen dann noch eine Überzahlsituation, um den Sack endgültig zu zumachen. „Meine Jungs haben zwar zu einfache Tore zugelassen“, bemängelt Weidens Trainer Sebastian Buchwieser. „Am Ende haben wir uns aber in den entscheidenden Szenen durchgesetzt.“
EVF startet mit Konzentrationsschwächen
Bereits nach 22 Sekunden liegen die Hausherren aus dem Südwesten Bayerns gegen die Nordostbayern durch Dennis Thielsch mit 0:1 zurück. Ein Wirkungstreffer gegen eine fahrige Füssener Defensive, die bei einem Pfostentreffer noch Glück hat. Dominik Müller nutzt dann aber einen Patzer von EVF-Keeper Moritz Borst zum frühen 0:2 – und beendet damit den Arbeitstag des 21-jährigen Torwarts nach nicht einmal zwei Minuten.
Stammtorhüter Benedikt Hötzinger kehrt zurück in den Kasten. Ein Ruck geht mit diesem Wechsel durch die Mannschaft des finnischen Trainers. Der Tabellen-Zehnte gewinnt mit zunehmender Spieldauer an Sicherheit, erarbeitet sich selbst einige Gelegenheiten – noch allerdings ohne Torjubel.
Kurt Davis taucht Füssen in die Eistonne
Dafür klingelt’s im zweiten Drittel umso schneller: Carl Zimmermann macht den Hausherren nach kaum einer Minute mit dem 1:2 (21.) Mut. Finnisch ist dann beim Ausgleich Trumpf: Jere Helenius legt für Janne Seppänens Ausgleichstreffer zum 2:2 (27.) auf. Jetzt wachen die Oberpfälzer aus ihrem verspäteten Pausenschlaf auf, drücken den EVF mit Powerplay vors eigene Tor. Aber wenn du vorne die Tore nicht machst … Nach dem schweren Bock eines blauen Teufels stellt Julian Straub die Partie vorübergehend durch die 3:2-Führung auf den Kopf.
Beste Voraussetzungen also für ein erfolgreiches Schlussdrittel, sollte man meinen. Wenn da nicht die bereits geschilderte umstrittene 5-Minuten-Strafe den Füssenern einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Erst gleicht Samanski nach Vorarbeit von Bassen und Homjakovs zum 3:3 (44.) aus. Bassen (Schug, Voit) lässt die Teufel mit seinem 3:4 bereits am Auswärtssieg schnuppern (52.), Seppänen (Wiedemann, Noack) Füssen mit seinem 4:4 (57.) wieder hoffen. Aber Kurt Davis (Homjakovs, Thielsch) mit dem 4:5 (58.) und 4:6 (60., Tomáš Rubeš, Thielsch) tunkt die Allgäuer tief in die Eistonne.




