Blue Devils: viele Fragezeichen vor dem Saisonstart
Blue Devils: viele Fragezeichen vor dem Saisonstart
Fast alles ist neu bei den Blue Devils vor der Saison 2026/27 in der DEL2. Neue Vereinsführung, neue sportliche Leitung, 17 Abgänge, 13 Neuzugänge, fünf Niederlagen in sechs Vorbereitungsspielen sowie zu allem Übel auch noch ein wohl länger ausfallender Trainer Dave Matsos und die Unsicherheit in der Torwartfrage durch die schwere Verletzung von Goalie Michael McNiven. All das lässt eine erneute Zittersaison der Devils befürchten.
Wie reagiert der Verein in der Torwartfrage?
Ganz anders verlief die Testphase beim Freitagsgegner: Die Bilanz des ECDC gegen durchweg anspruchsvolle Gegner lautete fünf Siege und drei Niederlagen. Die Generalprobe gegen Rosenheim endete mit einem 5:3-Sieg des Neulings. Man dürfte also gewarnt sein bei den Blue Devils – nicht nur wegen der eigenen schwierigen Situation. Interimscoach Mikhail Nemirovsky ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Die sportliche Führung traut dem in der Ukraine geborenen Deutsch-Kanadier zu, die Herausforderung zu meistern. Gespannt darf man sein, wem der Trainer das Vertrauen zwischen den Pfosten schenkt. Zur Wahl stehen die beiden 21-Jährigen Patrik Mühlberger und Conner McLeod. Hier scheint Mühlberger die Nase vorn zu haben, stand er doch in den letzten Testspielen die komplette Spielzeit im Tor. Egal, wie gut sich der Goalie am Freitag und wohl auch am Sonntag in Bad Nauheim schlägt: Auf absehbare Zeit wird er wohl seinen Platz für einen neuen Torwart räumen müssen. Wie sportlicher Leiter Stephan Seeger jun. bestätigte, werde man auf dieser Position noch tätig werden.
Wie sehen die Reihen aus?
Relativ gut sieht es bei der Situation der Feldspieler aus. Mit Ausnahme von Filip Reisnecker dürfte Coach Nemirovsky am Wochenende der komplette Kader zur Verfügung stehen. Eine spannende Frage, die sich viele Fans stellen: Wie wird der Trainer die einzelnen Reihen zusammenstellen? Zu erwarten ist ein Line-Up mit den Angreifern Michael Regush, Alex-Olivier Voyer und Brayden Tracey sowie Tommy Muck und Vlad Filin in der Defensive. Im letzten Testspiel gegen Bietigheim (3:4) hatte aber auch die dritte Reihe mit Jordan Knackstedt, Tyler Gron und Yuma Grimm ihre Momente. Was in der kompletten Vorbereitung negativ auffiel: viele Disziplinlosigkeiten, die in unnötigen Strafzeiten mündeten, sowie leichtfertige Puckverluste und gewisse Schludrigkeiten. All das kann und wird sich in der Saison bitter rächen, sollte man dies nicht abstellen.
Hoffen auf „Weidener Mentalität“
Andererseits kann man auf die viel gerühmte „Weidener Mentalität“ hoffen. Zumindest einen Großteil der vergangenen Jahre erwies sich das Blue Devil-Kollektiv als mächtiges Pfund im Kampf um die Punkte. Um in der Fußballersprache zu bleiben: „Wenn sportliche Leitung und Trainer die Kabine erreichen, das Team nicht wieder von einer Verletzungsmisere heimgesucht wird und man auch das berühmte Quäntchen Glück auf seiner Seite hat, kann es schon klappen mit einer einigermaßen sorgenfreien Saison 2026/27. Größere Brötchen zu backen, verbietet sich schon allein aufgrund der Tatsache, dass die meisten anderen DEL2-Clubs mächtig aufgerüstet haben vor der neuen Spielzeit.


