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Großer Umbruch bei den Stiftland Dragons: Neun Spieler weg, sechs Neue schon sicher

Mitterteich. Eishockey-Landesligist EHC Stiftland-Mitterteich muss vor der neuen Saison einen gehörigen Aderlass verkraften: Nicht weniger als neun Spieler haben den Verein verlassen oder ihre Karriere beendet. Demgegenüber stehen aber auch einige Neuzugänge, die den Verantwortlichen Hoffnung auf eine erfolgreiche Spielzeit 2026/27 machen.

Großer Umbruch bei den Stiftland Dragons: Neun Spieler weg, sechs Neue schon sicher

Schmerzlicher Verlust für den EHC Mitterteich: Goalie Filip Grancarov verlässt den Landesligisten in Richtung Würzburg. Foto: Archiv Lena Maria Völkl

Geraume Zeit war nicht einmal klar, ob es in Zukunft überhaupt noch Eishockey gibt in Mitterteich. Nach einer fast 90-prozentigen Erhöhung der Eiszeitgebühren durch die Stadt Mitterteich mussten die EHC-Verantwortlichen alle Register ziehen, um die existenzbedrohende Finanzlücke mehr oder weniger auszugleichen. Durch rigorose Sparmaßnahmen und die Rekrutierung weiterer Sponsoren scheint die Zukunft des Eishockeysports zumindest für die Saison 2026/27 gewährleistet zu sein. Dennoch ist man nach wie vor auf der fieberhaften Suche nach Unterstützern, denn die finanzielle Situation ist laut Vorsitzendem Jochen Firneis weiterhin sehr angespannt.

Grancarovs Abgang schmerzt

Erschwerend kam die daraus resultierende Unsicherheit bezüglich der sportlichen Situation dazu. Viele Fans wurden unruhig, nachdem ständig nur Abgänge kolportiert wurden, von Ersatz in Form neuer Spieler aber überhaupt nichts an die Öffentlichkeit gelangte. Im Exklusivgespräch mit OberpfalzEcho bleibt der sportliche Leiter der Stiftland Dragons, Günter Bäuml, auch angesichts der enormen Kaderveränderungen gelassen: „Wir haben zwar einige Spieler verloren, dafür aber gute, junge und hungrige, aber auch erfahrene Jungs neu dazu bekommen.“ Der definitiv schmerzlichste Verlust ist der von Goalie Filip Grancarov, der zu den absolut stärksten Torhütern der Landesliga zählte. Den Tschechen zieht es zum ESV Würzburg in die Bezirksliga. „Filip war leider nicht zu halten, angesichts dessen, was Würzburg zahlt“, erklärt Firneis.

Weitere Abgänge sind Captain Lukas „Zoco“ Zellner, Philipp Dürr, Simon Schwarz, Sven Schalomon (alle EV Weiden), Dennis Schönberger (Studium/EHC Bayreuth), Lukas Hösl, Dominik Schopper und Konstantinos Karalias (alle Karriere beendet).

Spieler mit Regionalligaerfahrung

Im Gegenzug vermelden die Dragons folgende, bereits feststehende Neuzugänge: Lukas Preßl (22 Jahre, Stürmer, ERSC Amberg), Tizian Smazal (20, Verteidiger, EV Weiden U20), Thomas Schreier (37, Stürmer, EV Weiden), Jonas Wich (29, Stürmer, Schönheide), Mark Schwartling (20, Stürmer, VER Selb U20). Erfreulich: Kevin Tausend wird nach langer Verletzungspause wieder aufs Eis zurückkehren. Damit sind aber laut Bäuml noch nicht alle Aktivitäten auf dem Transfermarkt abgeschlossen. „Wir sind noch in Verhandlung mit einigen Akteuren. Vor allem auf der Torhüterposition müssen und werden wir natürlich noch aktiv werden. Wir haben aber schon einen guten Ersatz für Grancarov an der Hand“, versichert der sportliche Leiter. Weitere gute Nachricht: Trainer Vaclav Drobny ist nach seiner Erkrankung wieder voll einsatzfähig und laut Gürtner Bäuml auch schon wieder „richtig heiß“.

Jonas Wich kommt von den Schönheider Wölfen aus der Regionalliga. Foto: Ellen Hertel/Schönheider Wölfe
Lukas Pressl spielte zuletzt für den ERSC Amberg in der Bayernliga. Foto: ERSC Amberg
Thomas Schreier spielte vor einigen Jahren auch schon für die Eisbären Regensburg. Foto: EV Regensburg

Angesichts ihrer Vita und ihrer bisherigen Stationen darf man sich hauptsächlich von Jonas Wich (Regionalliga), Thomas Schreier (Oberliga) und Marc Schwartling (Deutsche Nachwuchsliga) einiges versprechen, haben die drei doch schon höherklassige Erfahrung gesammelt und bei ihren bisherigen Clubs durchweg Spuren hinterlassen. Zusammen mit dem verbliebenen Stamm um die Top-Torjäger und Leader Marius Schmidt und Felix Köbele ist den Dragons in der am 11. Oktober beginnenden Spielzeit 2026/27 durchaus eine ähnlich respektable Platzierung zuzutrauen wie in der vergangenen Saison. Dort musste man sich als Hauptrunden-Siebter erst im Playoff-Achtelfinale unglücklich dem EHC Bad Aibling geschlagen geben.

Zum Auftakt fünfmal auf eigenem Eis

Apropos neue Saison: Als klare Favoriten gelten der Vorjahres-Zweite ESC Haßfurt und der -Dritte EV Pegnitz sowie der EHC Bayreuth, der aus der Insolvenzmasse des Oberligisten Bayreuth Tigers den einen oder anderen Spieler übernehmen konnte. Etwas seltsam mutet die Spielplangestaltung an. Die Stiftland Dragons bestreiten zunächst fünf Heimpartien in Folge (Auftakt ist am Sonntag, 11. Oktober, 17 Uhr, gegen den EHC Straubing), ehe sie danach fünfmal auswärts ran müssen. Erst danach geht es im gewohnten Heim-auswärts-Rhythmus weiter. Vor allem in den Partien gegen die mit großen Ambitionen startenden Bayreuther dürften sich die Kassierer der Vereine die Hände reiben. Die Oberfranken können erfahrungsgemäß auf eine starke Fanbase bauen, die auch in Mitterteich für Einnahmen und mächtig Lärm sorgen dürfte. In Mitterteich gastieren die Tigers in der 1,5-fach-Runde mit insgesamt zehn Teams gleich zweimal, ebenso wie die Pegnitz Icedogs.

WITRON – Last call Ausbildung
WITRON – Last call Ausbildung

Erstmals gastiert der „EHC Bayreuth die Tigers“ am Sonntag, 6. Dezember, in Mitterteich. Ob Sankt Nikolaus an diesem Tag Geschenke oder die Rute mitbringt, bleibt abzuwarten.

Teil 1 des Spielplans der Landesligasaison, Gruppe B, 2026/27.