Bayernliga Nord: Wahnsinn im Sparda-Bank-Stadion - Weiden dreht den Abstiegskrimi in letzter Sekunde!
Bayernliga Nord: Wahnsinn im Sparda-Bank-Stadion - Weiden dreht den Abstiegskrimi in letzter Sekunde!
Was für ein Fußballnachmittag, was für ein Kraftakt, was für ein Lebenszeichen im Abstiegskampf! Die SpVgg SV Weiden hat im so wichtigen Kellerduell der Bayernliga Nord gegen die zweite Mannschaft des FC Ingolstadt 04 einen schon verloren geglaubten Sieg aus dem Hut gezaubert. Vor 560 Zuschauern im heimischen Sparda-Bank-Stadion setzte sich die Mannschaft von Cheftrainer Michael Riester nach einem dramatischen Spielverlauf mit 4:3 (1:2) durch. Der entscheidende Treffer fiel tief in der Nachspielzeit – und ließ Spieler, Trainer und Fans gleichermaßen explodieren. Es waren drei Punkte, die im Kampf um den Klassenerhalt kaum wichtiger hätten sein können. Doch Weiden musste dafür an die Schmerzgrenze gehen, Rückschläge wegstecken und einen unglaublichen Willen an den Tag legen.
Früher Doppelschlag bringt Weiden in Bedrängnis
Dabei begann die Partie aus Weidener Sicht denkbar ungünstig. Die Gäste aus Ingolstadt erwischten den besseren Start und schlugen früh zu. Manuel Distl brachte die Schanzer bereits in der achten Minute mit 1:0 in Führung und legte nur acht Minuten später nach und stellte auf 2:0 (16.). Für die Gastgeber war das ein empfindlicher Dämpfer – gerade angesichts der enormen Bedeutung dieser Begegnung mit einem direkten Konkurrenten im Tabellenkeller. Doch die SpVgg SV ließ sich nicht abschütteln.
Kaufmann macht Hoffnung – Meyer schlägt erneut zu
Die Hoffnung kehrte in der 45 + 1 Minute in Person von Julian Kaufmann zurück, er verkürzte in kurz vor der Pause auf 1:2. Plötzlich war der Anschluss hergestellt, die Partie wieder offen und das Publikum zurück im Spiel.
Doch die Gäste erwiesen sich als unangenehmer Gegner. In der 62. Minute traf Alexander Meyer zum 3:1 für Ingolstadt. Wieder lag Weiden mit zwei Toren zurück, wieder drohte der so wichtige Heimsieg in weite Ferne zu rücken. In dieser Situation hätte die Partie für die SpVgg SV auseinanderbrechen können. Stattdessen zeigte die Mannschaft genau jene Widerstandskraft, die im Abstiegskampf den Unterschied machen kann. Torschütze Meyer musste dann per roten Karte in der 70. Mniute den Platz verlassen. Hier witterte Weiden Morgenluft.
Sylejmani und Gebhard läuten die Aufholjagd ein
Weiden warf noch einmal alles nach vorne. In der 72. Minute belohnte Jahi Sylejmani den unermüdlichen Einsatz mit dem Treffer zum 2:3. Auf einmal war wieder Feuer in der Begegnung. Die Gastgeber spürten, dass gegen die wankenden Ingolstädter noch etwas möglich war.
Die Schlussphase entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. Weiden drängte, Ingolstadt verteidigte die knappe Führung – doch in der 81. Minute war es Paul Gebhard, der das Sparda-Bank-Stadion endgültig zum Beben brachte. Sein Treffer zum 3:3 machte aus der Aufholjagd eine echte Zitterpartie. Nun wollten die Weidener mehr als nur einen Punkt.
Bytomski wird zum Helden – und feiert mit doppeltem Flic-Flac
Als sich bereits vieles auf eine Punkteteilung hindeutete, schlug die Stunde von Patryk Bytomski. Der eingewechselte Angreifer setzte in der Nachspielzeit den entscheidenden Stich und traf in der 90. Minute plus vier zum umjubelten 4:3. Die Freude kannte anschließend keine Grenzen. Bytomski ließ seiner Euphorie freien Lauf und schlug nach seinem Siegtreffer gleich einen zweifachen Flic-Flac. Ein spektakulärer Jubel, der die unglaubliche Dramatik dieses Fußballabends perfekt widerspiegelte. Die Mitspieler stürmten auf den Matchwinner zu, auf den Rängen brach grenzenloser Jubel aus. Aus einem scheinbar aussichtslosen Rückstand war ein Heimsieg geworden. Weiden verwandelte die Partie in einen emotionalen Befreiungsschlag.
Riester: „Eine wahnsinnige Energieleistung meiner Mannschaft“
Cheftrainer Michael Riester zeigte sich nach diesem Kraftakt entsprechend stolz auf seine Mannschaft. „Eine wahnsinnige Energieleistung meiner Mannschaft, nach 0:2 und 1:3 jeweils zurück zu kommen zeigt wie sehr diese Mannschaft in Takt ist. Wenn du das nicht wärst fällst du auseinander. Aber wir nehmen unsere Situation an und kämpfen für uns und unseren Verein!“, erklärte Riester.
Big Points im Kampf um den Klassenerhalt
Der Erfolg ist weit mehr als ein spektakulärer Heimsieg. Im direkten Duell mit einem Konkurrenten im Tabellenkeller konnte die SpVgg SV den Abstand zu den Ingolstädtern vergrößern. Weiden verbessert sich auf 17 Punkte und klettert auf Rang zwölf. Ingolstadt II bleibt mit 13 Zählern auf dem 16. Tabellenplatz.
Die Serie spricht für die Oberpfälzer: Seit drei Spielen ist die SpVgg SV ungeschlagen. Der Abstand zur Gefahrenzone ist durch den Erfolg ein Stück größer geworden. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt ohnehin nicht. Bereits am kommenden Freitag wartet mit dem TSV Neudrossenfeld die nächste Aufgabe.
Bayernliga Nord
Weitere Infos gibt es auf den Seiten des BFV.




