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Stadt TIR/MuseumsQuartier – James Rizzi
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Bockboanig [ˈbɔkbaɪ̯nɪç]: MiMiMi...st, rausgeflogen – war doch sowieso klar!

Nordoberpfalz. Wie immer nach einem verpatzten Turnier stellt sich Fußballdeutschland die Frage nach den Tätern. Also wer ist schuld? Die Antwort ist einfach - wir alle. Eine Glosse.

Bockboanig [ˈbɔkbaɪ̯nɪç]: MiMiMi...st, rausgeflogen – war doch sowieso klar!

Foto: KI-generiert mit ChatGPT

Grau ist alle Theorie und grün des Lebens güldener Baum. Liebe Freunde, jetzt haben wir alle den Schock verdaut, völlig wider Erwarten sind wir also bei der WM mal wieder sehr früh rausgeflogen. Was folgt, ist das, was unsere Gesellschaft inzwischen definitv am besten kann: Spot, Häme, Dipferlscheißerei. Der Mannschaft, dem Trainer und dem DFB kann und darf man selbstverständlich Vorwürfe machen, aber das Ganze ist doch ein wahres Spiegelbild unserer Gesellschaft.

Heute schon einen antizipiert?

Bestes Beispiel sind meines Erachtens ganz besonders die Sportreporterinnen und -reporter. Hier ist die Gleichberechtigung zumindest im Fußball mal komplett angekommen. Auch wenn ich es zugegebenermassen auch nicht besser könnte, bin ich immer wieder überrascht, wie blutleer und emotionslos das alles über die Bühne bzw. Äther geht. Aber hauptsache das Maul wackelt.

Gott ist eben doch nicht vollkommen, weil er die Augen, aber nicht die Ohren schließbar gemacht hat, schon klopft der erste Gartenzwerg am Trommelfell an. Während der südamerikanische Sportreporter bei einem Treffer seines Teams die gesamte Sprecherkabine auseinandernimmt, passiert in der schwarz-rot-goldenen in einer vergleichbaren Situation – nix. Aber sowas von garnichts.

Das Netz hat noch garnicht ausgezappelt, folgt stante Pede die Königsdisziplin der deutschen Sportreportenden: Wird ja auch Zeit, dass der mal trifft, hätte ein anderer vielleicht viel fester getroffen und hat er den Ball mit seinen Testikeln antizipiert, als ihm der Abwehrspieler aus nächster Nähe voll draufgeschossen hat und die abprallende Kugel im Netz landete? Hauptsache irgendwas mit Fremdwort, viel Negatives und Uns-gehts-net-gut-Gewinsel – scheinbar wollen es die Leute im Lande so.

Und immer wenn du denkst, schlimmer geht’s nicht mehr …

John Cleese als amerikanischer Präsident? Selbstverständlich ist diese WM auch eine Monty-Python-Nummer. Agent Orange und der Schmierlappen haben da am Montag wieder sauber einen nachgelegt – darauf würde keiner von uns kommen, das würde sich auch keiner trauen.

Gscheidhaferl am Spielfeldrand

Eine weitere Spezies, die es in der deutschen Sportfernsehlandschaft unbedingt braucht, ist der Experte. Wie in allen Lebensbereichen hat der/die Experte/in dabei ein exaktes Anforderungsprofil. So muss er nicht nur hinterher genau wissen, warum etwas nicht geklappt hat (warum sagt er/sie uns das denn nicht vorher?), sondern vielmehr in seiner bisherigen Vita im Optimalfall noch nie in irgendeiner Form selbst Verantwortung übernommen haben. Auch hier gilt selbstverständlich: Hauptsache, das Maul wackelt und auch hier wollen es die Deutschen scheinbar genauso. Bittesehr.

Grammer Solar
Grammer Solar

Nass rauswischen, umschichten und voller Fokus auf die Jugend?

Jetzt kommt also Kloppo, der Messias, der Heilsbringer – und man muss jubeln, obwohl es dem typischen deutschen Fan doch eher den Magen zusammenzieht, denn was passiert, wenn der jetzt wirklich umsetzt, was alle von ihm erwarten? Wenn junge, sympathische Talente hochmotiviert über den Platz jagen und hinterher auch noch einen coolen Spruch ablassen? Wer soll dann das wahre Vakuum in unserem bundesdeutschen Fußballherz füllen?

Viel Spaß. Kloppo…