FC Tremmersdorf-Speinshart will wieder oben mitspielen
FC Tremmersdorf-Speinshart will wieder oben mitspielen
Der FC Tremmersdorf-Speinshart gehört seit Jahren zu den festen Größen der Kreisliga Nord im Spielkreis Amberg/Weiden. Seit dem Aufstieg zur Saison 2016/2017 hat sich der kleine Dorfverein kontinuierlich in der Spitzengruppe etabliert und musste sich nie ernsthafte Sorgen um den Klassenerhalt machen. Die bislang schlechteste Platzierung war ausgerechnet in der ersten Kreisligasaison ein neunter Tabellenplatz. Seitdem mischte der FCT nahezu jedes Jahr im oberen Tabellendrittel mit und schnupperte mehrfach am Aufstieg in die Bezirksliga.
In der Relegation gescheitert
Der bislang größte Erfolg blieb jedoch unvollendet. Im Jahr 2023 hatte Tremmersdorf-Speinshart über die Relegation die große Chance auf den Sprung in die Bezirksliga. Im entscheidenden Spiel gegen Schmidmühlen musste sich die Mannschaft in Rosenberg allerdings deutlich geschlagen geben. Trotz dieser Enttäuschung blieb der Verein seiner Linie treu und gehört seitdem weiterhin zu den stärksten Mannschaften der Liga.
Auch in der vergangenen Saison waren die Erwartungen entsprechend hoch. Der Start verlief allerdings alles andere als zufriedenstellend. Nach einer längeren Negativserie zog der Verein die Konsequenzen und trennte sich von Björn Engelmann. Die sportliche Verantwortung übernahm anschließend Robert Schäffler, der die Mannschaft stabilisierte und trotz anhaltender Verletzungssorgen noch auf den vierten Tabellenplatz führte.
Rückblickend überwiegt dennoch ein wenig der Ärger. „Es wäre sogar noch mehr drin gewesen“, sagt Vorstand Wolfgang Seitz. Angesichts der vielen Ausfälle sei das Erreichte zwar respektabel gewesen, dennoch habe die Mannschaft ihr volles Potenzial nicht ausschöpfen können.
Wieder im Favoritenkreis dabei
Mit dem Blick auf die neue Saison zählt der FC Tremmersdorf-Speinshart bei vielen Trainern und Verantwortlichen der Kreisliga Nord erneut zum erweiterten Favoritenkreis. Schäffler selbst geht diese Einschätzung jedoch mit der nötigen Zurückhaltung an. Der Übungsleiter kennt die aktuelle Situation seiner Mannschaft genau und weiß, dass die Vorbereitung alles andere als optimal verlaufen ist.
„Die Vorbereitung lief bisher sehr durchwachsen. Wieder haben wir einige Verletzte. Aber ich muss einfach damit leben“, erklärt der Trainer. Erneut musste der FCT zahlreiche Ausfälle verkraften. Deshalb rückten mehrfach Spieler aus der zweiten Mannschaft in den Kader der Ersten auf. Für Schäffler ist das zwar keine Ideallösung, gleichzeitig lobt er die Bereitschaft aller Beteiligten, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen.
Seine Hoffnung richtet sich nun auf die kommenden Wochen. „Ich hoffe, bis zum Saisonstart kommen wieder einige Spieler zurück. Auch wenn sie vielleicht noch nicht bei einhundert Prozent sind, ist allein ihre Erfahrung für uns enorm wichtig“, betont der Coach.
Verein bleibt sich treu
Trotz der hohen Erwartungen bleibt der Verein seiner Philosophie treu. „Wir sind sehr bodenständig. Wir wissen, wo wir herkommen“, sagt Schäffler. Der FC Tremmersdorf-Speinshart lebt seit Jahren von einem außergewöhnlichen Zusammenhalt innerhalb des Vereins und verzichtet bewusst auf finanzielle Anreize. Gerade dieser familiäre Charakter macht den Dorfclub seit Jahren aus.
Auch auf dem Transfermarkt blieb der Verein seiner Linie treu. Große Veränderungen gab es nicht. Mit Marvin Heindl und Tim Meiler wechselten lediglich zwei Spieler nach Tremmersdorf. Gleichzeitig verließen Sebastian Rauh, Johannes Kopp und Fabian Bytomski den Verein in Richtung Grafenwöhr.
Dennoch bewertet Schäffler die Personalentwicklung insgesamt positiv. „Wir sind froh, dass wir trotz vieler Anfragen von Nachbarvereinen nahezu alle Spieler halten konnten“, erklärt er. Gleichzeitig räumt der Trainer aber auch selbstkritisch ein, dass man die Transferperiode etwas verschlafen habe. „Wir machen hier alles ohne Geld. Da ist es für viele Vereine schwierig, neue Spieler zu bekommen“, sagt Schäffler offen. Der Verein setzt deshalb weiterhin auf die eigenen Spieler und den starken Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft.
Durchwachsene Vorbereitungsspiele, schwerer Start
Die Ergebnisse der bisherigen Vorbereitung spiegeln die wechselhafte Personalsituation wider. Gegen den Bezirksligisten SpVgg Weiden-Ost zeigte der FCT trotz der 1:2-Niederlage eine starke Leistung. Auch das knappe 2:3 gegen den oberfränkischen Bezirksligisten SV Kirchenlaibach-Speichersdorf machte Mut. Nur einen Tag später folgte ein 2:1-Erfolg gegen den Kreisligisten TSV Engelmannsreuth, ehe sich Tremmersdorf-Speinshart wenige Tage später demselben Gegner geschlagen geben musste.
Vor dem Pflichtspielauftakt steht noch ein weiteres Testspiel auf dem Programm. Anschließend beginnt für den FC Tremmersdorf-Speinshart am Sonntag, 26. Juli, die neue Kreisligasaison. Zum Auftakt wartet mit Aufsteiger FC Dießfurt gleich eine anspruchsvolle Aufgabe. Danach geht es auswärts nach Kulmain, ehe mit dem TSV Pleystein bereits der nächste Aufsteiger auf den FCT trifft. Schäffler warnt davor, diese Mannschaften zu unterschätzen. Gerade Aufsteiger würden oft mit viel Euphorie und Selbstvertrauen in die Saison starten. Umso wichtiger sei es, von Beginn an konzentriert aufzutreten und die ersten Punkte einzufahren.
Das erklärte Ziel formuliert der Trainer bewusst zurückhaltend. „Wir wollen im oberen Tabellendrittel mitspielen“, sagt Schäffler. Intern dürfte jedoch jeder wissen, dass der FC Tremmersdorf-Speinshart erneut das Potenzial besitzt, ganz vorne mitzuspielen.
Gemeinsam mit der SpVgg Trabitz und dem SV Grafenwöhr zählt der FC Tremmersdorf-Speinshart auch in der neuen Saison wieder zu den Mannschaften, denen im Meisterschaftskampf einiges zuzutrauen ist. Entscheidend wird allerdings sein, ob der Verein in dieser Spielzeit endlich einmal von größeren Verletzungssorgen verschont bleibt. Gelingt dies, dürfte der kleine Dorfclub erneut eine gewichtige Rolle im Rennen um die Spitzenplätze der Kreisliga Nord spielen.




