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Letzter Via Carolina-Lauf bewegt Eslarn und Nürnberg

Eslarn. Mit dem 20. Jubiläumslauf endet die Erfolgsgeschichte des Via Carolina-Laufs von Prag nach Nürnberg zugunsten krebskranker Kinder. Auf rund 324 Kilometern prägten Teamgeist, Rekorde und emotionale Momente den Abschied.

Eslarn. Mit dem 20. Jubiläumslauf endet die Erfolgsgeschichte des Via Carolina-Laufs von Prag nach Nürnberg zugunsten krebskranker Kinder. Auf rund 324 Kilometern prägten Teamgeist, Rekorde und emotionale Momente den Abschied.
Foto: Karl Ziegler

Letzter Via Carolina-Lauf bewegt Eslarn und Nürnberg

Eslarn. Mit sportlichen Höchstleistungen, außergewöhnlichem Teamgeist und bewegenden Momenten ist am Wochenende der 20. Via Carolina-Lauf zu Ende gegangen.

Zum letzten Mal bewältigten zahlreiche Läuferinnen und Läufer die rund 324 Kilometer entlang der historischen Via Carolina – der mittelalterlichen Goldenen Straße – von Prag über den Grenzübergang Tillyschanz bei Eslarn bis nach Nürnberg. Gelaufen wurde wie seit der Premiere im Jahr 2006 Tag und Nacht unter dem Motto „Laufen gegen Krebs“ zugunsten krebskranker Kinder.

Letzter Via Carolina-Lauf zwischen Prag und Nürnberg

Was einst mit 75 Läuferinnen und Läufern in fünf Teams begann, entwickelte sich in zwei Jahrzehnten zu einem grenzüberschreitenden Charity-Ereignis, das Sport, Geschichte und soziales Engagement auf einzigartige Weise miteinander verband. Gründer Mario Wallrath hatte die Idee, jährlich auf der historischen Handelsstraße zwischen Prag und Nürnberg Spenden für die Kinderkrebshilfe zu sammeln. Die im 14. Jahrhundert von Kaiser Karl IV. ausgebaute Via Carolina wurde damit Jahr für Jahr zur Bühne für sportliche Herausforderungen, gelebte Freundschaft zwischen Bayern und Tschechien und den europäischen Gedanken.

Nach dem Tod des Gründers im Jahr 2017 führte ein engagiertes Organisationsteam um seinen Sohn Marc Wallrath gemeinsam mit Eduard Rose, Holger Pampel, Wolf-Dieter Walter, Roger Hampel sowie Uschi und Peter Hübner das Lebenswerk fort. Ganz im Sinne von Mario Wallraths Leitspruch „Geht nicht, gibt es nicht“ wurde der Lauf mit großem ehrenamtlichem Einsatz Jahr für Jahr weiterentwickelt.

Start in Prag und nonstop bis Nürnberg

Der Jubiläumslauf startete am Samstagmittag zum letzten Mal am Altstädter Rathaus in Prag. Über die Karlsbrücke führte die Strecke anschließend in 33 Etappen nonstop – auch während der Nacht – bis zum Nürnberger Hauptmarkt. Für die Sicherheit sorgten Begleitfahrzeuge, Radfahrer und eine GPS-Überwachung.

Am frühen Sonntagmorgen erreichten die Sportler den ehemaligen Grenzübergang Tillyschanz bei Eslarn. Bürgermeister Thomas Kleber begrüßte die Teilnehmer herzlich und wünschte ihnen einen unfallfreien Verlauf der letzten Kilometer. Mit Musik und Applaus wurden die Läufer auf bayerischem Boden empfangen. Karl Schmid aus Eslarn erinnerte dabei an frühere Jahre, als Pfarrer Erwin Bauer den Sportlern an gleicher Stelle sozusagen „in aller Herrgottsfrühe“ den Laufsegen spendete. Für Gesprächsstoff sorgte kurz vor der Grenze auch ein außergewöhnliches Erlebnis: Rund 800 Meter vor dem letzten tschechischen Ort Zelezna stürzte unmittelbar hinter einem Läufer ein Baum auf die Straße. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, die tschechische Feuerwehr beseitigte das Hindernis rasch. Organisator Holger Pampel nahm das Ereignis mit Humor: „Vermutlich hat der starke Luftzug unseres schnellen Läufers Simon Bong den Baum umgeworfen.“

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Elf Etappenrekorde und ein neuer Gesamtstreckenrekord

Auch sportlich setzte der Abschiedslauf noch einmal eindrucksvolle Maßstäbe. Elf neue Etappenrekorde, aufgestellt von vier verschiedenen Teams, sowie ein neuer Gesamtstreckenrekord unterstrichen das außergewöhnlich hohe Leistungsniveau des Finales. Besonders beeindruckte erneut Simon Bong vom Team Rödl. Er absolvierte die anspruchsvolle Bergetappe von Bela nad Radbuzou zur Tillyschanz – die „Königsetappe“ – in hervorragenden 39:48 Minuten und bestätigte damit nahezu seine Spitzenzeit aus dem Vorjahr.

Als schnellstes Team wurde FAU Sport von der Universität Erlangen ausgezeichnet. Mit einer sensationellen Gesamtzeit von 23:38:18 Stunden sowie fünf Etappensiegen, den meisten aller Mannschaften, sicherte sich das Team verdient den Gesamterfolg. Platz zwei belegte Rödl mit fünf Etappensiegen und 23:19:02 Stunden, gefolgt von parkrun mit 25:43:27. Dahinter reihten sich weitere Mannschaften mit ebenfalls starken Leistungen ein und sorgten bis zum Schluss für einen spannenden sportlichen Wettbewerb.

Teamgeist wichtiger als jede Platzierung

Trotz aller Rekorde stand auch beim letzten Via Carolina-Lauf der Gemeinschaftsgedanke im Mittelpunkt. Deshalb vergab die Jury den Preis für den besten Teamgeist erstmals an alle teilnehmenden Teams. Organisator Holger Pampel brachte die Entscheidung auf den Punkt: „Den Preis für den besten Teamgeist haben wir diesmal allen Teams zugewiesen, da alle Teams wirklich guten Teamgeist gezeigt haben.“ Eine besondere Auszeichnung erhielt Andreas „Andy“ Gabler vom Team parkrun!. Er absolvierte fünf Etappen und wurde dafür als Läufer mit den meisten Streckeneinsätzen geehrt. Mit dem Jury-Preis wurde das Team „Run together Come together“ ausgezeichnet. Die Mannschaft aus Neustadt an der Weinstraße hatte sich als erstes Team aus größerer Entfernung angemeldet, ohne auf Teilnehmer aus der Region zurückgreifen zu können – ein besonderes Zeichen für die Strahlkraft des Via Carolina-Laufs.

Emotionaler Zieleinlauf in Nürnberg

Nach den letzten Kilometern wartete auf dem Nürnberger Hauptmarkt ein stimmungsvoller Empfang. Ein Nebelsprüher sorgte bei sommerlichen Temperaturen für willkommene Abkühlung, eine Mega-Musicbox verwandelte den Zielbereich in eine kleine Partyzone, während sich die Läuferinnen und Läufer mit lautstarken Anfeuerungsrufen gegenseitig feierten. Der gemeinsame Zieleinlauf spiegelte noch einmal den besonderen Geist wider, der den Via Carolina-Lauf zwei Jahrzehnte lang geprägt hatte.

Jahr für Jahr kamen durch Startgelder und Spenden beachtliche Beträge für die Kinderkrebshilfe zusammen. Nach insgesamt 6.480 gemeinsam gelaufenen Kilometern endet nun eine Veranstaltung, die weit mehr war als ein Staffellauf. Sie verband Geschichte und Gegenwart, Bayern und Tschechien, sportliche Spitzenleistungen und Menschlichkeit. Die Worte des verstorbenen Gründers Mario Wallrath bleiben als Vermächtnis bestehen: „Ein einzigartiger Team-Lauf, der Kultur und Sport, Menschen und Städte verbindet.“

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