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Jahn in Liga 3: Nach Chancenwucher noch Zitterpartie gegen Hoffenheim

Regensburg. In der ersten Halbzeit hätte der SSV Jahn so weitermachen können wie zuletzt in Rostock. Kompliziert vor dem Tor braucht Regensburg aber einen Elfer zur Führung gegen die Hoffenheimer Jungspunde. Und viel Geduld bis zum Schlusspfiff.

Jahn in Liga 3: Nach Chancenwucher noch Zitterpartie gegen Hoffenheim

Mal wieder zwei Siege in Folge für den SSV Jahn gegen kriselnde Jung-Hoffenheimer. Foto: Gatzka/SSV Jahn

Nach einer Horror-Bilanz mit nur einem Punkt aus sechs Spielen merkt man der TSG Hoffenheim II die Verunsicherung zu Beginn im Jahn-Stadion deutlich an, auch wenn acht Zähler Vorsprung auf die Abstiegsränge auch nach dem 0:3 gegen Ingolstadt vergangene Woche keine Panikattacke auslösen sollte.

Andererseits kann Regensburg nach dem famosen 5:2 in Rostock und dem auch rechnerisch perfekt gemachten Klassenerhalt frei aufspielen. Das nehmen die Oberpfälzer vielleicht etwas zu wörtlich und verspielen im Strafraum kompliziert beste Chancen, bis Noel Eichinger geschickt einen Elfer zieht. Eric Hottmann verlädt Lukas Petersson vom Punkt souverän – 1:0 (21.).

Nach der rot-weißen Führung vor knapp 10.000 Fans in Feierlaune droht der Talentschuppen endgültig unter die Räder zu kommen, aber weder Eichinger, Hottmann noch Nicolas Oliveira treffen aus besten Positionen.

Chancenwucher rächt sich fast

Die erste dicke Möglichkeit gehört dem Jahn: Oscar Schönfelder wird früh geschickt, lupft aber über das Tor (3.). Danach entwickelt sich ein offenes Spiel, ehe Regensburg zunehmend Druck macht. Nach feiner Kombination legt Eichinger zurück, Hottmann bekommt aber zu wenig Druck hinter den Ball (22.). Kurz darauf profitiert der Stürmer beinahe von einem Patzer, legt quer auf Oliveira, der aus bester Lage über das Tor hebt (27.).

Die größte Chance zum 2:0 vergibt erneut Eichinger: Er umkurvt Petersson, wird aber zu weit nach außen abgedrängt, der Abschluss von Hottmann wird geblockt (33.). Auf der Gegenseite taucht Ben Opoku Labes frei vor Felix Gebhardt auf, scheitert aber im Eins-gegen-eins (40.).

Eric Hottmann hat’s schon wieder getan: Mal wieder zwei Siege in Folge für den SSV Jahn gegen kriselnde Jung-Hoffenheimer. Foto: Gatzka/SSV Jahn

Erlösung durch Dietz

Nach der Pause verflacht die Partie. Der Jahn kontrolliert, ohne zwingend zu werden. Hottmann per Kopf (53.) und Eichinger nach Solo (48.) bleiben ungefährlich. Hoffenheim kommt nur sporadisch durch, etwa durch Paul Hennrich, dessen Hereingabe abgefälscht wird (57.).

Grammer Solar
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Die Entscheidung fällt spät: Nach Ballgewinn im Mittelfeld hebt Adrian Fein den Ball gefühlvoll in den Lauf von Florian Dietz, der sich die Kugel zurechtlegt und präzise ins lange Eck vollendet – 2:0 (90.).

Doch die siebenminütige Nachspielzeit bringt noch einmal unnötige Spannung: Nach einer Ecke fällt der Ball über Umwege vor die Füße von Florian Bähr, der aus kurzer Distanz einschiebt – 2:1 (90.+7). Mehr passiert nicht mehr.

Sascha Hildmann schenkt den Jungs einen freien Tag: Mal wieder zwei Siege in Folge für den SSV Jahn gegen kriselnde Jung-Hoffenheimer. Foto: jrh

Jahn-Trainer Sascha Hildmann: „Das Leben schwer gemacht“

„Zunächst einmal will ich der TSG Sonnenhof Großaspach zum Aufstieg gratulieren. Ich war da schon Trainer und weiß, dass für die das ein besonderes Ding ist, jetzt von der Oberliga durch die Regionalliga und direkt wieder Dritte Liga, freue ich mich für den Club, der sehr sympathisch ist und wo ich immer viel Spaß bei der Arbeit hatte.

Jetzt heute zum Sieg, muss ich sagen, wir hätten’s viel früher klar machen müssen, in der ersten Halbzeit waren wir richtig gut drin, hatten so viele Torchancen. Das ärgert mich dann, dass du dir das Leben schwer machst, weil du am Ende den Gegner stärker machst, als er eigentlich war. Und dann musst du noch mal zittern, und am Ende kriegst du so ein blödes Eiertor. Wenn du das 2:0 nicht machst, steht’s 1:1, und du guckst dich an und denkst: Was war’n das jetzt? Deshalb war es gut, dass wir’s rübergekriegt haben, war ein gutes Spiel von uns, und ich freu mich einfach.

Die Mannschaft hat sich auch geärgert, weil sie vorher den Sack nicht zumachen. Trotzdem haben sie sich, glaube ich, mehr gefreut, dass ich morgen freimache als alles andere.“

Adrian Fein hat verlängert: Mal wieder zwei Siege in Folge für den SSV Jahn gegen kriselnde Jung-Hoffenheimer. Foto: jrh

Jahn-Regisseur Adrian Fein: „Trainer mit großen Ambitionen“

„Ich denke, es war das ganze Spiel über das Gefühl, dass wir eigentlich das zweite, dritte, vierte Tor nachlegen müssen. Ich glaube, die Hoffenheimer dürfen sich nicht beschweren, wenn es zur Halbzeit 4:0 steht. Das hatten wir jetzt schon ein paar Mal diese Saison, haben dann zum Glück das zweite nachgelegt, aber dann darfst du dir nicht in der Nachspielzeit noch so ein Eiertor einschenken lassen. Das war dann ein bisschen bitter, aber im Endeffekt ist’s auch scheißegal, wir haben gewonnen, das ist das Einzige, was zählt.

Ich denke, dass wir über die Saison hin eine gute Entwicklung genommen haben. Das haben wir uns alle am Anfang ein bisschen anders vorgestellt, haben jetzt erst vergangene Woche rechnerisch den Klassenerhalt geschafft. Aber die spielerische Entwicklung war schon Mitte, Ende der Hinrunde zu erkennen. In der neuen Runde müssen wir daran arbeiten, dass wir kaltschnäuziger werden. Aber ich denke, wir sind auf einem richtig guten Weg. Der Teamspirit ist da, alle haben Bock, deswegen freue ich mich auf die letzten zwei Spiele, dann auf den Urlaub und die neue Saison.

Der Trainer ist mit großen Ambitionen hierhergekommen, mit einem ganz klaren Plan, das war dann natürlich auch wichtig, als es um meine Zukunftsfrage ging. Deswegen war es relativ schnell klar, dass ich hier bleiben möchte. Der Jahn war ein wichtiger Verein für mich gewesen, schon immer, deshalb bin ich super froh, hier zu bleiben und freue mich auf die Zukunft.“

TSG-Trainer Stefan Kleineheismann darf trotzdem den Klassenerhalt fast sicher feiern: Mal wieder zwei Siege in Folge für den SSV Jahn gegen kriselnde Jung-Hoffenheimer. Foto: jrh

TSG-Trainer Stefan Kleineheismann: „Das zweite Tor killt uns“

„Erste Halbzeit haben wir etwas ängstlich gespielt nach der Leistung vergangener Woche, hatten Glück, dass wir nicht höher zurück liegen, hatten überwiegend über Standardsituationen Chancen zu Toren. Zweite Halbzeit war’s eine kämpferisch gute Leistung meiner Mannschaft. Ja, das zweite Tor killt uns natürlich hinten raus.

Ich hatte immer das Gefühl, dass noch ein Unentschieden drin ist. Dennoch haben wir eine gute Moral heute bewiesen, hatten wieder viele junge Spieler auf dem Feld, gehen trotzdem als Verlierer heute vom Platz. Da muss man natürlich gucken, wie die anderen spielen. Wir wollen Dinge weiterhin selber regeln. Wir haben noch zwei Spiele, um Punkte zu holen, und das werden wir auch machen.“

Eric Hottmann hat’s schon wieder getan: Mal wieder zwei Siege in Folge für den SSV Jahn gegen kriselnde Jung-Hoffenheimer. Foto: Gatzka/SSV Jahn
Eric Hottmann im Glück: Mal wieder zwei Siege in Folge für den SSV Jahn gegen kriselnde Jung-Hoffenheimer. Foto: jrh
Eric Hottmann im Glück: Mal wieder zwei Siege in Folge für den SSV Jahn gegen kriselnde Jung-Hoffenheimer. Foto: jrh
Mal wieder zwei Siege in Folge für den SSV Jahn gegen kriselnde Jung-Hoffenheimer. Foto: Gatzka/SSV Jahn
Eric Hottmann hat’s schon wieder getan: Mal wieder zwei Siege in Folge für den SSV Jahn gegen kriselnde Jung-Hoffenheimer. Foto: Gatzka/SSV Jahn
Noel Eichinger zieht den entscheidenden Elfer: Mal wieder zwei Siege in Folge für den SSV Jahn gegen kriselnde Jung-Hoffenheimer. Foto: Gatzka/SSV Jahn
Adrian Fein sieht seine Zukunft in Regensburg: Mal wieder zwei Siege in Folge für den SSV Jahn gegen kriselnde Jung-Hoffenheimer. Foto: Gatzka/SSV Jahn
Bene Saller bleibt das Regensburger Urgestein: Mal wieder zwei Siege in Folge für den SSV Jahn gegen kriselnde Jung-Hoffenheimer. Foto: Gatzka/SSV Jahn
Seit Bekanntgabe seines Wechsels wirkt Noel Eichinger etwas gehemmt: Mal wieder zwei Siege in Folge für den SSV Jahn gegen kriselnde Jung-Hoffenheimer. Foto: Gatzka/SSV Jahn
Adrian Fein hat den Durchblick: Mal wieder zwei Siege in Folge für den SSV Jahn gegen kriselnde Jung-Hoffenheimer. Foto: Gatzka/SSV Jahn
Adrian Feins Ecken sorgen für Verwirrung im Hoffenheimer Strafraum: Mal wieder zwei Siege in Folge für den SSV Jahn gegen kriselnde Jung-Hoffenheimer. Foto: Gatzka/SSV Jahn
Robin Ziegele organisiert die Abwehr souverän: Mal wieder zwei Siege in Folge für den SSV Jahn gegen kriselnde Jung-Hoffenheimer. Foto: Gatzka/SSV Jahn
Mal wieder zwei Siege in Folge für den SSV Jahn gegen kriselnde Jung-Hoffenheimer. Foto: Gatzka/SSV Jahn

Nachbarschaftsduell mit Pfeffer in Mannheim

Nächster Halt: Carl-Benz-Stadion. Am kommenden Samstag (16.30 Uhr) gastiert der SSV Jahn beim SV Waldhof Mannheim – und es ist mehr als ein lauer Saisonausklang. Es ist ein tabellarisches Schulter-an-Schulter-Duell: Platz 10 gegen Platz 11, beide mit 49 Punkten, nur getrennt durch das bessere Torverhältnis der Regensburger (-2 zu -10).

Für den Jahn geht es um mehr als Kosmetik. Nach dem Klassenerhalt hat sich die Mannschaft intern ein neues Ziel gesetzt: einstellig bleiben – und vor allem vor Mannheim ins Ziel kommen. Der Auftritt gegen Hoffenheim hat gezeigt, dass spielerisch vieles passt, aber die Kaltschnäuzigkeit noch Luft nach oben hat. Genau die wird in Mannheim gefragt sein.

Der Waldhof wiederum ist traditionell unangenehm, robust, lautstark unterstützt – ein Gegner, der Spiele gerne in emotionale Gefilde zieht. Für Regensburg könnte das die perfekte Reifeprüfung sein: Kann die Hildmann-Elf die spielerische Überlegenheit auch in einem kampfbetonten Auswärtsspiel durchziehen?