Jahn in Liga 3: Ohne Energie von Osnabrück ausgekontert
Jahn in Liga 3: Ohne Energie von Osnabrück ausgekontert
Fast das Spiegelbild zum Auswärtssieg in Verl: Was die Ostwestfalen am Dienstag gegen Regensburg nicht auf die Kette brachten, gelingt heute den Oberpfälzern so gar nicht gegen den ballsicheren VfL: Zugestellt von hinten rauszuspielen, im eigenen Ballbesitz die gut organisierte Abwehr der Niedersachsen zu überraschen – dazu sind die Rot-Weißen viel zu ungenau, zu ideenlos, zeigen zu wenig Bewegung und Energie. So kann’s gegen selbstbewusste Spitzenmannschaften nichts werden.
Gute Anfangsphase – doch Osnabrück lauert
Lediglich in den ersten zehn Minuten ist Regensburg „Jahn-like“ im Pressing, da kann man noch auf den Aufwärtstrend hoffen. Früh prüft Eric Hottmann den Osnabrücker Keeper Lukas Jonsson zweimal aus spitzem Winkel (6.), doch der Schlussmann bleibt Sieger.
Schlüsselszene dann das völlige Tohuwabohu nach einer guten Viertelstunde im eigenen Strafraum, als die Gastgeber dreimal kopflos Kerzen in den sonnigen Himmel schießen – Szenen, die erahnen lassen, dass heute nicht der Tag der geradlinigen Spielzüge, der toughen Entscheidungen und der hohen Fußballkunst werden wird.
Jahn bemüht – Osnabrück kaltschnäuzig
Nach der Pause versucht der Jahn Druck zu entwickeln. Ein Freistoß von Noel Eichinger streicht knapp über das Tor (79.), doch gegen die gut organisierte Defensive der Niedersachsen bleibt vieles Stückwerk.
Osnabrück bleibt im Umschalten brandgefährlich – und entscheidet die Partie mit einem klassischen Konter: Robin Meißner schickt Lars Kehl auf die Reise, der alleine vor Felix Gebhardt mit dem Außenrist in die kurze Ecke zum 0:2 trifft (63.). Kurz vor Schluss verpasst Bjarke Jacobsen sogar noch das 0:3 (90.+4).
Wimmer: „Uns hat die Energie gefehlt“
Keiner der zuletzt starken Akteure kann an seine Form der vergangenen Spiele anschließen – weder Shootingstar Noel Eichinger, den die Osnabrücker Abwehr komplett abmeldet, noch Spielgestalter Adrian Fein, der keine Lücke findet. Auch Malte Karbstein, Oscar Schönfelder, Nicolas Oliveira oder Philipp Müller leisten sich wiederholt haarsträubende Fehlpässe – Ausgangsbasis für die gefährlichen Konter der Gäste.
Allein Chefcoach Michael Wimmer findet in der Spielanalyse zur gewohnten Form und analysiert korrekt: „Ich finde auch, dass uns im gesamten Spiel so ein bisschen die Energie gefehlt hat. Die Englische Woche hat wohl zu viel Kraft gekostet.“
Stimmen zum Spiel
Michael Wimmer: „Verdienter Sieg für Osnabrück, klar, wir kriegen zwei Gegentore aus Kontern, vor denen wir gewarnt haben, dass sie im Umschaltspiel richtig stark sind. Da verteidigen wir nicht gut, nicht gut auch in der Restverteidigung. Aber ich finde auch, dass uns im gesamten Spiel so ein bisschen die Energie gefehlt hat. Das hat nicht so intensiv gewirkt wie in den letzten Wochen.
Das soll jetzt keine Ausrede sein, aber ich glaube, das Spiel in Verl hat sehr viele Körner gekostet. Von daher kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, aber es hat heute nicht gereicht. Unser Spiel lebt von Energie, von Power – die hatten wir heute nicht.“
Timo Schulz (Trainer VfL Osnabrück): „Ähnlich wie beim Jahn hatten auch wir einen schwierigen Start, man muss schauen, was zu den Spielern passt. Ich finde, dass wir von Anfang an eine hohe defensive Stabilität hatten und uns in allen Bereichen verbessert haben – auch heute gegen den Regensburger Block. Aber im Umschalten habe ich schon ein paar ganz gute Kicker dabei.“
Lars Kehl: „Wenn es hier 4:0 oder 5:0 ausgeht, kann sich auch niemand beschweren. Die Spielweise von Timo Schulz passt sehr gut zu uns. Wenn man Erster ist, will man auch dort bleiben.“
Kampf ums Mittelfeld im Saarland
Der Jahn bleibt trotz der Niederlage mit 35 Punkten im gesicherten Mittelfeld der Tabelle – der Abstand auf die Abstiegsplätze beträgt weiterhin komfortable elf Zähler. Am kommenden Spieltag wartet jedoch eine anspruchsvolle Auswärtsaufgabe: Der 1. FC Saarbrücken würde gerne wieder an Regensburg vorbeiziehen und seinen Abstand zum Keller vergrößern.
Für Michael Wimmer und seine Mannschaft geht es dabei vor allem um eines: frische Kräfte sammeln, die Energie zurückgewinnen und an die starke Serie vor dem Osnabrück-Spiel anknüpfen. Mit der Intensität der vergangenen Wochen kann der Jahn auch im Ludwigspark wieder unangenehm werden.




