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Jahn in Liga 3: Torloser Abnützungskampf gegen Viktoria Köln

Regensburg. Am Ende weiß man an diesem nebeligen Februartag nicht so recht, was man von diesem Remis halten soll. Klar, zur Premiere der Echo-Partnerschaft mit dem SSV Jahn Regensburg hätte man sich einen Dreier Richtung gesichertes Mittelfeld gewünscht. Dazu war Regensburg aber letztlich zu hektisch – und Viktoria Köln hinten raus schlicht zu erschöpft.

Jahn in Liga 3: Torloser Abnützungskampf gegen Viktoria Köln

Die beste Chance ganz zum Schluss: John Posselt scheitert mit seinem Kopfball an Keeper Arne Schulze. Bei der Premiere der Echo-Jahn-Partnerschaft springt nur ein zähes 0:0 gegen Viktoria Köln heraus. Foto: Gatzka/SSV Jahn

Der Jahn kommt ordentlich ins Spiel und hat gleich zu Beginn die beste Chance: Noel Eichinger setzt sich links durch, zirkelt einen grenzgenialen Schlenzer auf Nicolas Oliveira, der aus fünf Metern den schwierig aus der Luft zu nehmenden Ball über die Latte schnippt (2.). Der mögliche frühe Treffer hätte allerdings ohnehin nicht gezählt – Abseits.

Köln strukturierter, Gebhardt hellwach

Damit ist der erste Elan der Oberpfälzer aber auch schon erschöpfend geschildert. Köln wird zunehmend ballsicher, klarer im Passspiel und spielt sich ein ums andere Mal erstaunlich leicht durch die Regensburger Defensive. Felix Gebhardt hält sein Team mit einer starken Fußparade gegen Ex-Jahn-Spieler David Otto im Spiel (20.). Sechs Minuten später hat Meiko Sponsel im Strafraum freie Bahn, verzieht aber knapp.

Erst in der Schlussviertelstunde vor der Pause tankt sich der Jahn wieder zurück ins Spiel. Eric Hottmann wurstelt sich rechts bis zur Grundlinie durch, stolpert dann aber über die Schranke, die ihm Viktoria-Keeper Arne Schulze in den Weg legt (33.). Nach Eichingers Durchmarsch über links fährt Schulze gegen den Schuss aus spitzem Winkel blitzschnell das Bein hoch (34.). Hottmann scheitert kurz darauf erneut mit einem linken Abschluss (37.), ehe Schulze mit den Fingerspitzen auch Eichingers Rechtsschuss in der Nachspielzeit entschärft (45.+1).

Bene Saller kommt zu spät und sieht Gelb. Bei der Premiere der Echo-Jahn-Partnerschaft springt nur ein zähes 0:0 gegen Viktoria Köln heraus. Foto: Gatzka/SSV Jahn

Zweite Hälfte nebulös, Ecken ohne Ertrag

Die Hoffnung, dass die Oberpfälzer in Hälfte zwei endgültig das Kommando übernehmen, verraucht nach wenigen aktiven Minuten im dichter werdenden Nebel. Stattdessen hat erneut Köln die Führung auf dem Fuß: Nach Doppelpass mit Kapitän Simon Handle taucht Otto frei auf, Gebhardt rettet mit einer Glanzparade (54.).

Anschließend erspielt sich der Jahn zwar Ecke um Ecke – am Ende steht ein Dutzend auf der Anzeigentafel –, doch die Hereingaben von Adrian Fein bergen zu selten echtes Gefahrenpotenzial. Zu wenig Präzision, zu wenig Überraschung.

Jahn-Trainer Michael Wimmer ist mit dem Punkt halbwegs zufrieden. Foto: jrh

Späte Chancen, aber kein Durchbruch

Die Offensivbemühungen der Regensburger bleiben Stückwerk: zu ungenau, zu überhastet oder gänzlich ins Leere laufend. Ein Lichtblick: Der eingewechselte Oscar Schönfelder bricht links durch, bedient Hottmann, doch erneut ist Schulze gegen den zu unplatzierten Abschluss zur Stelle (77.). Christian Kühlwetter wird in letzter Sekunde geblockt (90.+2).

WITRON – Schnuppertage
WITRON – Schnuppertage

In der Schlussphase werfen die Hausherren noch einmal alles nach vorne. John Xaver Posselt verzieht zunächst aus der Drehung (89.), zwingt Schulze dann aber nach zu kurz abgewehrtem Einwurf per Kopf aus fünf Metern zur finalen Glanzparade (90.+7). Es bleibt beim 0:0 – zäh, umkämpft, folgerichtig.

Schade. Der Jahn verpasst die Chance, zu Köln aufzuschließen, und muss in der kommenden Arbeitswoche am Feinschliff arbeiten. Technisch versierte Spieler wie Adrian Fein sollten aus zwölf Ecken zumindest ansatzweise brenzlige Situationen erzwingen. Die Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen muss besser werden, einfache Fehlpässe ohne Gegnerdruck müssen raus aus dem Spiel. Dann kann in Essen zumindest der nächste Punkt folgen.

Adrian Fein setzt ein paar feine Akzente, aber da geht noch mehr. Bei der Premiere der Echo-Jahn-Partnerschaft springt nur ein zähes 0:0 gegen Viktoria Köln heraus. Foto: Gatzka/SSV Jahn

Michael Wimmer (Jahn-Trainer): „Den Punkt nehmen wir mit“

„Verdientes Unentschieden. Erste Halbzeit leichtes Chancenplus für Köln, am Ende kann das Spiel auch 5:5 ausgehen. Zum Schluss raus hatten wir schon noch gute Chancen, wir wollten es auch, aber haben es nicht mehr hingekriegt.

Felix ist ein herausragender Torwart, das beweist er die ganze Rückrunde – in der 54. Minute hält er uns am Leben. Wir hätten gerne gewonnen, wollten den ersten Heimsieg im Kalenderjahr, aber den Punkt nehmen wir mit.“

Auch der grenzgeniale Noah Eichinger ist heute nicht in Top-Form. Bei der Premiere der Echo-Jahn-Partnerschaft springt nur ein zähes 0:0 gegen Viktoria Köln heraus. Foto: Gatzka/SSV Jahn

Felix Gebhardt (Jahn-Torwart): „Klassisches Torwartspiel“

„Am wichtigsten ist, dass wir etwas geholt haben. Klar, meiner Meinung nach wäre auch mehr drin gewesen. In der 85. Minute habe ich gedacht, das war so ein klassisches Torwartspiel – beide machen es gut, halten die Null. Vielleicht müssen wir uns ein bisschen mehr belohnen, weil wir ein Ticken mehr Chancen hatten.

Vergangene Woche in Unterzahl in Schweinfurt, jetzt gegen eine spielstarke Mannschaft wieder Akzente zu setzen, das müssen wir mitnehmen. Man darf nicht vergessen, wie viele Spieler uns verlassen haben. Diese Liga ist körperlich etwas ganz anderes als die Zweite Liga. Wichtig ist, dass wir zusammenrücken – dann machen wir eine gute Rückrunde.“

Kölns Torwart steht der Jahn-Führung entschieden im Weg. Bei der Premiere der Echo-Jahn-Partnerschaft springt nur ein zähes 0:0 gegen Viktoria Köln heraus. Foto: Gatzka/SSV Jahn

Marian Wilhelm (Viktoria Köln): „Hat Körner gekostet“

„Erste Halbzeit extrem gut, extrem intensiv. Da ist es schade, dass wir uns nicht belohnen – wir hatten drei Hundertprozentige. In der zweiten Halbzeit kommen wir gut rein, aber hinten raus merkt man, dass das Spiel Körner gekostet hat.

Am Ende fehlt uns der Mut, Situationen spielerisch zu lösen. Trotzdem: Zwölf Ecken gegen eine so gute Standard-Mannschaft zu verteidigen und mit Null rauszugehen, da ziehe ich den Hut. Warum so lange nachgespielt wurde, war mir allerdings nicht ganz klar.“

Rot und Weiß leuchtet auch im Februar-Nebel. Bei der Premiere der Echo-Jahn-Partnerschaft springt nur ein zähes 0:0 gegen Viktoria Köln heraus. Foto: Gatzka/SSV Jahn

Status quo & Ausblick

Der SSV Jahn Regensburg bleibt nach dem 23. Spieltag mit 28 Punkten auf Rang 14 – fünf Zähler vor der Abstiegszone, aber weiter mit offensiver Ladehemmung. In den bisherigen Ligaspielen 2026 gelang nur ein Treffer. Defensiv ist der Jahn stabil, im Spielaufbau oft ordentlich, im letzten Drittel jedoch zu fahrig und zu wenig zwingend.

Ausblick: Am kommenden Spieltag geht es auswärts zum Tabellenfünften nach Essen. Dort wird weniger Ballbesitz, aber mehr Klarheit gefragt sein. Standards allein reichen nicht – gefragt sind mutigere Läufe in die Tiefe, sauberere erste Kontakte und eine bessere Balance zwischen Geduld und Zielstrebigkeit. Positiv: Die Mannschaft wirkt gefestigt, der Torwart ist ein sicherer Rückhalt. Der nächste Entwicklungsschritt muss nun vorne erfolgen.