Startschuss für ALIA-Bau in Weiherhammer

Startschuss für ALIA-Bau in Weiherhammer
„Heute ist ein guter Tag“, sagte ALIA-Geschäftsführer Severin Hirmer vor rund 30 Vertretern, die alle mithelfen, dass dieses 30-Millionen-Euro-Modellprojekt Realität wird. „Die Familie Engel mit der LUCE-Stiftung will der Gemeinde und Region etwas zurückgeben – non-profit, aber nachhaltig und damit multiplizierbar.“ Stifter Lars Engel war selbst mit vor Ort als Vertreter der Familie. ALIA bedeutet „Agil leben im Alter“.
Hirmer dankte Bürgermeister Ludwig Biller, dem Gemeinderat und der Verwaltung, dass sie dieses Projekt mit einstimmigen Beschlüssen konstruktiv mitbegleitet und selbst stark investiert haben, Landrat Andreas Meier sowie der Katholischen Kirche, die sich anschließt und ihr Pfarrheim realisiert. Gedankt wurde auch dem Stiftungsrat und MdL Stephan Oetzinger für die Unterstützung bei den Fördergeldern sowie der Firma Matek für die Beteiligung an der europaweiten Ausschreibung. Architekt Christian Schönberger „bringt sich weit über die üblichen Maßstäbe hinaus ein“, sagte Hirmer und David Rester habe mit seiner Expertise dazu beigetragen, dass Weiherhammer zur „sorgenden Gemeinde“ werde.
Architektonisches Konzept und historische Parallele
„Was hat die Augsburger Fuggerei aus dem Jahr 1521, die Jakob Fugger mit seinem Bruder für bedürftige Bürger als die weltweit älteste bestehende Sozialsiedlung baute, mit dem ALIA-Projekt in Weiherhammer zu tun?“ Auf diese Frage wusste Architekt Christian Schönberger die Antwort: „Zusammen mit der Gemeinde tun dies nun die Gebrüder Engel mit dem komplexesten und vielseitigsten Holzmodellbau Deutschlands.“ Schönberger erinnerte an die Bedarfsermittlung von Dr. David Rester. Die vielen Aspekte, Beteiligten, Funktionen und Ausrichtungen bedurften einer maximal flexiblen Architektur. Schönberger stellte das Vorzeigeprojekt in allen Einzelheiten vor und dankte allen beteiligten Behörden, Kommune, Bürgermeistern, Gemeinderat, ALIA-Geschäftsführern Dieter Moller und Severin Hirmer und natürlich den Initiatoren Gebrüder Engel.
Modulbau in neuer Größenordnung
Matek-Geschäftsführer Kaarel Vaer, der zusammen mit Firmeninhaber Sven Mats extra aus Estland angereist war, sprach vom ersten Modulbauweise-Projekt in dieser Größenordnung in Deutschland – nachdem die Firma Matek dies bisher nur im Baltikum und Skandinavien praktiziert habe.
Daten und Ziele des Mehrgenerationen-Projekts
Es verfolgt das Ziel, den mittlerweile in der Gemeinde etablierten neuen Modellen für Bildung, Beratung, Unterstützung, Betreuung, Sorge und Pflege eine räumliche Heimat zu geben und weitere im und für den sozialen Nahraum zu entwickeln und umzusetzen. Dabei sollen Wohnen, Begegnung, Versorgung und gesellschaftliche Teilhabe für alle Generationen verknüpft werden. Auf dem rund 14.000 Quadratmeter großen ALIA-Areal an der Hauptstraße entstehen Wohn- und Gewerberäume, Begegnungszentrum mit Bürgercafé und -saal, Pfarrheim, Kita und Parkanlage. Bauherren sind die ALIA GmbH und die Gemeinde in einer Bauherrengemeinschaft. Die ALIA GmbH ist eine Projektgesellschaft, die aus der LUCE-Stiftung von Lars und Christian Engel hervorgegangen ist. Diese koordiniert Entwicklung, Vernetzung und Umsetzung der Angebote vor Ort zusammen in einer Innovations- und Verantwortungsgemeinschaft mit der Gemeinde und weiteren Institutionen, wie zum Beispiel mit dem Kooperationspartner SEGA e. V.
Öffentliche Förderung und Umsetzung
Die bauliche Umsetzung übernimmt die Firma Matek aus Berlin, hinter der das gleichnamige, international tätige Unternehmen aus Estland steht. Der Bau ist öffentlich gefördert, unter anderem durch Mittel des Freistaats Bayern im Rahmen der PflegeSoNah-Förderrichtlinie.
Zeitplan und Ausblick
Mit dem ALIA-Objekt setzt Weiherhammer einen wichtigen Impuls für eine zukunftsorientierte, generationenfreundliche und sozial integrierte Gemeindeentwicklung, die neue Wege in der Versorgung, Betreuung und Teilhabe beschreibt. Die Fertigstellung des Baus ist in der ersten Hälfte 2027 vorgesehen. Der Spatenstich wurde im kleinen Rahmen vollzogen. Ein großes Hebefest wird im Mai bereits mit den ersten Modulen auf dem ALIA-Areal stattfinden.
Der Spatenstich markierte den Auftakt des Mehrgenerationenprojekts. Darüber freuten sich die Beteiligten aus Politik, Firmen, Architektur und ALIA GmbH.




