Landesliga Mitte: SC Luhe-Wildenau dreht das Spiel und meldet sich eindrucksvoll zurück
Landesliga Mitte: SC Luhe-Wildenau dreht das Spiel und meldet sich eindrucksvoll zurück
Nach dem Rückschlag in Grainet zeigt der SC die richtige Reaktion und bezwingt den FC Tegernheim mit 3:1. Ein Rückstand nach 18 Minuten bringt die Heimelf nicht aus dem Konzept – Argauer, Diermeier und Bezdicka sorgen nach der Pause für die Wende.
197 Zuschauer sahen am 9. Spieltag der Landesliga Mitte einen SC Luhe-Wildenau, der nach der blamablen Vorstellung beim SV Grainet unbedingt Wiedergutmachung betreiben wollte. Und das war von der ersten Minute an zu spüren. Die Gastgeber übernahmen sofort die Initiative, setzten den FC Tegernheim tief in der eigenen Hälfte fest und entwickelten ordentlich Druck. Immer wieder erspielte sich der SC Halbchancen, doch im letzten Drittel fehlte zunächst die nötige Präzision. Der entscheidende Pass kam häufig einen Tick zu ungenau.
Umso überraschender fiel der Führungstreffer der Gäste in der 18. Minute. Mit ihrem ersten wirklich gefährlichen Angriff schlug Tegernheim sofort zu. Max Materne spielte aus dem Halbfeld einen präzisen Ball auf den mitgelaufenen Cihangir Özlokman. Dieser konnte den Ball im Strafraum völlig freistehend annehmen und ließ SC-Schlussmann Daniel Hartnegg keine Abwehrchance – 0:1.
Der Gegentreffer änderte am Spielverlauf zunächst wenig. Luhe-Wildenau blieb die aktivere Mannschaft, drängte auf den Ausgleich und kam weiterhin zu Möglichkeiten. Allerdings fehlte auch jetzt die letzte Konsequenz vor dem Tor. Auf der anderen Seite hätte Özlokman kurz vor dem Seitenwechsel beinahe seinen zweiten Treffer erzielt. Wieder tauchte der Torschütze frei vor Hartnegg auf, setzte den Ball diesmal jedoch über das Tor.
Mit dem knappen 0:1-Rückstand ging es in die Halbzeitpause.
Argauer bricht den Bann – Diermeier dreht die Partie
Nur drei Minuten nach Wiederbeginn belohnte sich der SC endlich für seinen Aufwand. Ein sehenswert vorgetragener Angriff über die rechte Seite leitete Felix Diermeier ein. Sein Zuspiel in den Lauf von Caner Gümüsbas öffnete die Abwehr der Gäste. Gümüsbas zog in den Strafraum und flankte nach innen. Raphael Lang bekam den Ball dabei an die Hand – Schiedsrichter Hannes Kimmel wartete zunächst noch kurz ab, ob sich aus der Situation möglicherweise ein Tor ergeben würde, entschied anschließend aber auf Strafstoß.
Nico Argauer übernahm die Verantwortung, blieb cool und verlud FC-Torhüter Stefan Walter. Sicher verwandelte der Kapitän zum 1:1-Ausgleich in der 49. Minute. Für Argauer war es bereits der zweite Saisontreffer – und für den SC gleichzeitig ein Befreiungsschlag.
„Natürlich hat uns der frühe Ausgleich geholfen, danach waren wir präsenter“, analysierte SC-Co-Trainer Stefan Grünauer später. Zuvor hatte er allerdings auch klare Kritik am Auftritt seiner Mannschaft geäußert: „Wir hatten uns viel vorgenommen. In den entscheidenden Situationen waren wir zu weit weg von den Spielern, im Spiel nach vorne waren wir zu träge. Zu wenig Tiefenläufe, langsamer Spielaufbau, zu wenig Intensität.“
Nach dem Ausgleich entwickelte sich das Spiel endgültig zu einer Einbahnstraße. Tegernheim kam kaum noch zu Entlastungsangriffen, während der SC immer stärker auf den Führungstreffer drängte.
In der 61. Minute war es schließlich so weit. Janne Lautner bediente Felix Diermeier mit einem starken Zuspiel. Diermeier erkannte, dass FC-Keeper Stefan Walter weit aus seinem Tor herausgekommen war, und überlupfte den Schlussmann technisch sehenswert zur verdienten 2:1-Führung.
Stefan Walter hält Tegernheim lange im Spiel – Bezdicka macht den Deckel drauf
Anschließend hätte Luhe-Wildenau die Partie eigentlich deutlich früher entscheiden können. Doch Tegernheims Torhüter Stefan Walter erwischte einen herausragenden Nachmittag und hielt seine Mannschaft mit mehreren starken Paraden im Spiel. Jamal Dubois, Benjamin Urban und Nico Argauer scheiterten jeweils am glänzend aufgelegten Schlussmann.
Auch Julius Richter hatte nach seiner Einwechslung die große Möglichkeit, den Deckel draufzumachen. Sein Schlenzer ins lange Eck schien bereits auf dem Weg ins Tor, doch Walter war erneut zur Stelle und entschärfte auch diese Chance.
In der 83. Minute war aber auch der überragende Tegernheimer Torwart machtlos. Jamal Dubois schlug von der linken Seite eine gefühlvolle Flanke in den Strafraum. Dort stieg David Bezdicka am höchsten und nickte den Ball per Kopf zum 3:1 ins Netz. Für Bezdicka war es bereits der vierte Saisontreffer.
In der Schlussphase boten sich dem SC sogar noch weitere Möglichkeiten. Nico Argauer prüfte Walter noch einmal mit einem Kopfball, den der Gästekeeper gekonnt über die Latte lenkte. Auch Fabian Magerl hatte noch eine gute Schussmöglichkeit, verzog jedoch leicht über das Gehäuse.
Während der SC nach dem Schlusspfiff einen aufgrund der zweiten Halbzeit verdienten 3:1-Erfolg feiern durfte, zeigte sich Tegernheims Trainer Andreas Lengsfeld angesichts der Belastung nicht unzufrieden: „Wir wussten, dass wir innerhalb einer Woche drei Spiele haben. Das ist eine Mammutaufgabe gegen einen sehr guten Gegner, der uns das Leben sehr schwer gemacht hat. Hinten raus ist uns die Kraft ein Stück weit ausgegangen.“
SC Luhe-Wildenau zeigt Moral und nimmt Seebach ins Visier
Der Sieg war für Luhe-Wildenau vor allem eines: die geforderte Reaktion auf Grainet. Dennoch ist zu spüren, dass dem SC Luhe-Wildenau in dieser Saison noch etwas die Leichtigkeit fehlt. Jeder Punkt muss hart erarbeitet werden, auch gegen einen Gegner, den man nach der zweiten Halbzeit klar beherrschte. Die Mannschaft hat aber gezeigt, dass sie nach Rückschlägen zurückkommen kann.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt ohnehin nicht. Bereits am Freitagabend wartet mit dem TSV Seebach der nächste Gegner. Die Niederbayern stehen aktuell auf Tabellenplatz 16 und haben acht Punkte auf dem Konto – eine Position, die man vor der Saison sicherlich nicht unbedingt erwartet hätte. Der SC will den Aufwärtstrend fortsetzen und nach dem Heimsieg möglichst auch aus Seebach etwas Zählbares mitnehmen.
Der FC Tegernheim empfängt am Samstag den FC Amberg und hat damit ebenfalls die nächste Gelegenheit, Punkte zu sammeln.
Landesliga Mitte
Weitere Infos gibt es auf den Seiten des BFV.

















