Krisengipfel in Regensburg: Tabellenletzter Jahn empfängt Hannover 96
Krisengipfel in Regensburg: Tabellenletzter Jahn empfängt Hannover 96
Es bedarf wahrlich keiner großen Fußballexpertise, um Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic zuzustimmen, wenn er in der Partie gegen Hannover 96 „keinen fußballerischen Leckerbissen“ erwartet. Beide Teams sind in der Rückrunde noch punktlos und nehmen somit die beiden letzten Tabellenplätze in der Jahrestabelle 2023 ein. Aber auch in der regulären Tabelle sieht es für die Jahnelf nicht besser aus: Nach furiosem Saisonstart ist in Regensburg mittlerweile die Rote Laterne angekommen.
Die harten Fakten scheinen Selimbegovic aber nicht aus der Ruhe bringen zu können. Das liegt wohl auch zum Teil an seiner exklusiven Bewertung der jüngsten Leistungen seiner Mannschaft. Sollte der Regensburger Ruhepol gegen die angeschlagenen Rothosen aus Hannover aber erneut nicht liefern, könnte es auch für ihn ungemütlich werden.
Pflichtspiele von Hannover 96 im Jahr 2023:
- 18. Spieltag: Hannover 96 – 1. FC Kaiserslautern 1:3 (1:0)
- 19. Spieltag: FC St. Pauli – Hannover 96 2:0 (2:0)
- 20. Spieltag: Hannover 96 – SC Paderborn 3:4 (2:2)
Selimbegovic sieht Positives
Im Anbetracht dessen, dass der SSV Jahn Regensburg Tabellenletzter ist und die kritischen Stimmen gegenüber seiner Person immer lauter werden, wirkt Selimbegovic’s Ruhe beinahe grotesk. Die „Frage aller Fragen“, wie das Ruder noch herumgerissen werden könne, entlockt dem Trainer ein Lachen, ehe er antwortet: „Durch Training, viele Gespräche und einen Matchplan. Die Spieler müssen aber auch liefern“, nimmt er sein Team in die Pflicht.
Ein Geheimnis von Selimbegovic bleibt, ob er die vergangenen Begegnungen wirklich so positiv gesehen hat oder ob er sich demonstrativ vor seine Elf stellen will. „Fakt ist, dass wir in allen Spielen auf dem Niveau waren, dass das Spiel auch in unsere Richtung kippen hätte können“, beteuert der Übungsleiter. Er hat seine Mannschaft in allen Partien der Rückrunde „auf Augenhöhe“ gesehen. Ob allerdings eine Augenhöhe auf dem Level Not gegen Elend, wie es bei der Niederlage in Nürnberg der Fall war, wünschenswert ist, bleibt dahingestellt.
Hoffnung ruht auf Rückkehrern
Auf welche Bereiche soll sich also die Hoffnung der Jahn-Fans richten? Die gute Nachricht ist, dass die zuletzt arg ausgedünnte Abwehr endlich wieder personell aufgewertet wird. Scott Kennedy wird nach seiner Rotsperre wohl wieder in die Startelf zurückkehren. Daneben haben Steve Breitkreuz und Benedikt Saller die komplette Trainingswoche absolviert. Ob es für die beiden schon zu einem Startelfeinsatz reichen wird, steht aber in den Sternen.
Während die eigene Abwehr zumindest personell stabilisiert ist, könnte die gegnerische Abwehr den Jahn zum Toreschießen einladen. Hannover war in den bisherigen Rückrundenspielen offen wie ein Scheunentor, kassierte im Schnitt drei Treffer pro Partie. Bleibt zu hoffen, dass Sarpreet Singh und Co. die Einladungen nutzen, um sich den Frust der vergangenen Spiele von der Seele zu schießen.




