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SC Luhe-Wildenau dreht Derby gegen den FC Amberg

Luhe-Wildenau. Nach schwacher erster Halbzeit kämpfte sich der SC zurück – drei späte Treffer sichern den ersten Saisonsieg. 370 Zuschauer erleben ein packendes Landesliga-Duell mit zwei vollkommen unterschiedlichen Halbzeiten.

SC Luhe-Wildenau dreht Derby gegen den FC Amberg

Grenzenloser Jubel beim SC Luhe-Wildenau nach dem 2:1-Führungstreffer von Spielertrainer Benjamin Urban; Foto: Norbert Tannhäuser
Friedrich Lieder erzielte die 0:1-Führung für Amberg – dieser Freistoß blieb jedoch ohne Erfolg; Foto: Norbert Tannhäuser
Matthew Carswell (Nr. 10) spielte früher für Amberg, Fabian Geitner (links von ihm) lange Zeit für den SC; Foto: Norbert Tannhäuser
Friedrich Lieder jubelt mit Kapitän Dennis Weidner über den 0:1-Führungstreffer – später musste Weidner verletzt ausgewechselt werden; Foto: Norbert Tannhäuser
Nico Argauer (Nr. 97) muss sich auch in dieser Szene gegen die enge Manndeckung der Amberger behaupten; Foto: Norbert Tannhäuser
SC-Kapitän Nico Argauer behauptet sich gegen Ambergs Matthias Graf im intensiven Duell; Foto: Dagmar Nachtigall
Matthew Carswell (weißes Trikot) im Zweikampf gegen Matthias Graf vom FC Amberg; Foto: Dagmar Nachtigall
Zwei Spieler, ein Ziel: Jamal Dubois und Friedrich Lieder kämpfen im Laufduell um den Ball; Foto: Dagmar Nachtigall
Zweikampf mit vollem Einsatz: Luhe-Wildenaus Fabian Magerl gegen Ambergs Noah Majdic; Foto: Dagmar Nachtigall

Amberg dominiert die erste Halbzeit

Derbyzeit in Luhe-Wildenau: Vor 370 Zuschauern empfing der SC den Aufsteiger FC Amberg zum mit Spannung erwarteten Derby in der Landesliga Mitte. Während Amberg schon drei Punkte auf dem Konto hatte, wartete der SC nach zwei Niederlagen zum Saisonstart noch auf den ersten Erfolg. Dabei erwischten die Gäste den deutlich besseren Start. Bereits in der 6. Minute brachte sie Friedrich Lieder in Führung. Nach einem langen Ball missglückte der Abwehrversuch von Maximilian Bauer, und der herauseilende SC-Torhüter Daniel Hartnegg konnte dem über ihn hinweg gelupften Ball nur noch hinterherschauen.

Gäste hellwach und klar besser

Der frühe Rückstand verunsicherte die Hausherren sichtlich. Der SC fand überhaupt nicht ins Spiel, agierte fahrig und unkonzentriert. Viele Fehlpässe und schnelle Ballverluste verhinderten einen geordneten Spielaufbau. Amberg hingegen war hellwach, gewann viele Zweikämpfe und erspielte sich mehrere Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Die Gäste ließen dabei beste Chancen liegen. Ein ums andere Mal fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss, einmal musste Daniel Hartnegg mit einer starken Parade den zweiten Gegentreffer verhindern.

Der Ausgleich kurz vor der Pause fiel wie aus heiterem Himmel. In der 44. Minute setzte sich Jamal Dubois auf der linken Seite durch und brachte den Ball gefährlich nach innen. Beim Rettungsversuch unterlief Jonas Pirner ein unglückliches Eigentor. Der 1:1-Ausgleich zur denkbar günstigsten Zeit sorgte für lange Gesichter beim FC Amberg, denn gemessen am Spielverlauf war der Halbzeitstand aus seiner Sicht äußerst bitter.

Komplett verwandelter SC in Halbzeit 2

Nach dem Seitenwechsel zeigte der SC Luhe-Wildenau ein vollkommen anderes Gesicht. Von Beginn an war die Mannschaft präsent, erhöhte die Intensität und gewann deutlich mehr Zweikämpfe. Die Hausherren waren nun aggressiver, holten sich die zweiten Bälle und setzten Amberg zunehmend unter Druck. Die große Chance zur Führung hatte Nico Argauer. Nach einer Standardsituation kam der SC-Kapitän aus kurzer Distanz zum Kopfball, doch FC-Torhüter Lukas Peterson reagierte glänzend und verhinderte mit einer herausragenden Parade den Einschlag.

In der 68. Minute war es dann aber so weit: Die eingewechselten Felix Diermeier und Benjamin Urban sorgten sofort für neuen Schwung. Diermeier setzte sich auf der rechten Außenbahn gegen seinen früheren Mitspieler Fabian Geitner durch und flankte in die Mitte. Erneut wurde Jonas Pirner zum Pechvogel – der Ball prallte von seinem Rücken zum freistehenden Spielertrainer Urban. Dieser ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und schob den Ball zum 2:1 ein. Nur sieben Minuten später erhöhte der SC auf 3:1. Nico Argauer setzte im gegnerischen Strafraum energisch nach, eroberte den Ball und legte für den ebenfalls eingewechselten David Bezdicka auf. Der Angreifer zeigte seine Qualität, überspielte FC-Spielertrainer Mario Zitzmann und schob überlegt ins lange Eck ein.

Nico Argauer vergibt Elfmeter

Der FC Amberg fand in der Schlussphase kaum noch Mittel gegen die nun deutlich stärkeren Hausherren. Der SC hätte das Ergebnis sogar noch höher gestalten können. Nach einem Foul an Benjamin Urban gab es Strafstoß, doch Nico Argauer scheiterte am starken Lukas Peterson. Eine bittere Szene gab es für den FC Amberg in der 64. Minute: Kapitän Dennis Weidner musste nach einem unglücklichen Zweikampf mit David Bezdicka verletzt ausgewechselt werden.

WITRON – Last call Ausbildung
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Besondere Derbygeschichten

Das Derby bot auch abseits des Ergebnisses einige interessante Geschichten. Das erwartete Brüderduell zwischen Matthew Carswell beim SC und Jamario Carswell beim FC musste leider ausfallen. Beide standen zwar im Kader, spielten jedoch jeweils unterschiedliche Halbzeiten.

Auf SC-Seite kamen zudem die Brüder Josef und Paul Fenzl zum Einsatz. Eine besondere Begegnung gab es auch für Fabian Geitner, der lange Jahre das Trikot des SC Luhe-Wildenau getragen hatte und jetzt für den FC Amberg aufläuft.

Stimmen zum Spiel

SC-Co-Trainer Stefan Grünauer war nach dem Spiel hauptsächlich mit der Reaktion seiner Mannschaft im zweiten Abschnitt zufrieden: „In der ersten Halbzeit waren wir nicht am Platz. Wir haben das, was man in einem Derby braucht – Intensität, Lauffreude, Zweikampfbereitschaft und Willen – nicht auf den Platz gebracht und ängstlich agiert. Die zwei Niederlagen zum Auftakt haben sicherlich für Verunsicherung gesorgt. Ich freue mich für die Jungs, dass wir das Derby noch drehen konnten. Die Einwechslungen haben in der zweiten Halbzeit noch einmal einen Schub gebracht.“

FC-Spielertrainer Mario Zitzmann sah es ähnlich: „In der ersten Halbzeit haben wir ein sehr, sehr ordentliches Spiel gemacht. Bis auf dieses Eigentor haben wir keinen Angriff des Gegners zugelassen und hätten das zweite Tor nachlegen müssen. Warum wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr Fußball gespielt haben, ist mir unerklärlich. Wir waren nicht mehr aktiv, hatten viele Fehlpässe, und irgendwann war klar, dass wir einen Gegentreffer fangen. Aufgrund der zweiten Halbzeit geht die Niederlage in Ordnung.“

Jetzt gehts zum Neuling

Durch den ersten Saisonsieg verbesserte sich der SC Luhe-Wildenau auf Tabellenplatz 11. Der FC Amberg steht mit ebenfalls drei Punkten auf Rang 14. Für den SC geht es bereits am Mittwoch beim Neuling SV Türk Gücü Straubing weiter. Der FC Amberg ist zunächst spielfrei und trifft am kommenden Samstag ebenfalls auf Straubing.