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Von Amberg in die Weltspitze: Skeleton-Star Kim Meylemans jagt Olympia-Gold für Belgien

Rieden/Amberg. Die frischgebackene deutsch-belgische Europameisterin und Weltcupgewinnerin 2026 im Skeleton, Kim Meylemans, ist in Amberg geboren und in Kreuth bei Rieden aufgewachsen. Sie ist die große Olympia-Goldhoffnung für Belgien.

Von Amberg in die Weltspitze: Skeleton-Star Kim Meylemans jagt Olympia-Gold für Belgien

Kim Meylemans in Action. Foto: Myriam Meylemans
Kim Meylemans am Renntag. Foto: Myriam Meylemans
Familie Meylemans. Foto: Myriam Meylemans
Die kleine Kim. Foto: Myriam Meylemans

Am 9. Januar fanden die Bob- und Skeleton-Europameisterschaften in St. Moritz (Schweiz) statt. ARD-Kommentator Eik Galley kündigte die nach dem ersten Durchgang führende Skeleton-Pilotin Kim Meylemans (Weltranglistenzweite und amtierende Europameisterin) als Deutsch-Belgierin an, die in Amberg geboren wurde. Mit über einer Sekunde Vorsprung gewann sie souverän das Rennen und verteidigte so ihren Europameistertitel von 2024 in Sigulda (Lettland).

Diese Übertragung sah auch unser Mitarbeiter (freier Journalist) Peter Gattaut aus Rieden-Vilshofen, der innerhalb der Zeit von 1996 bis 2006, als der Dressurausbildungsstall Meylemans inklusive Turnierorganisation in Kreuth beheimatet war, als Pressevertreter mit Vater Dirk und Mama Myriam eng zusammenarbeitete. Nach kurzer Recherche war klar, dass es sich um die Kim handelt, die Gattaut schon als kleines Mädchen kennengelernt hatte, in Rieden in die Grundschule (noch heute hat sie Kontakt mit ehemaligen Mitschülern) ging und mit ihren Eltern bis zu ihrem zehnten Lebensjahr ihre Kindheit im Pferdesport- und Turnierzentrum Kreuth verbrachte.

Asthma, CJD und der Weg zum Skeleton

Starkes Asthma (Pferdehaarallergie) führte die heutige 29-jährige Top-Ausnahmeathletin zuerst an die Nordsee (St. Peter-Ording) und danach mit dreizehn Jahren in das Asthma-Zentrum nach Berchtesgaden. Nach allen Gesundheitschecks im CJD (Christliches Jugenddorfwerk Deutschland), eines der größten Bildungs- und Sozialunternehmen in Deutschland, war bereits zwei Wochen später das Haus Kehlstein am Dürreck ihr neues Zuhause. Kim Meylemans: „Ich kannte Skeleton überhaupt nicht, bevor ich ans CJD gekommen bin. Es war der damalige Sportkoordinator Roman Szczepaniak, der mich ständig nur Fußball spielen gesehen hat. Der hatte letztlich auch die zündende Idee, mich zu dieser neuen Sportart zu bringen. Nach einem inspirierenden Gespräch mit Tina Hermann (siebenfache Weltmeisterin im Skeleton) war es für mich beschlossene Sache. Ich wollte unbedingt Skeleton fahren.“

Währenddessen brachen ihre Eltern 2006 die Zelte in Kreuth ab und betreuten einige weitere Ausbildungsställe im Freistaat. Dirk Meylemans ist nach wie vor Landestrainer der Dressurjugend in Bayern. 2009 unternahm Kim ihre ersten Gehversuche auf der Bobbahn, um bereits 2011 zum ersten Mal an der deutschen Meisterschaft teilzunehmen (Rang 13). Im selben Jahr ging sie im Europacup an den Start und fuhr bei ihrer Premiere in Altenberg auf einen beachtlichen siebten Platz. Es folgten neben mehreren Podestplätzen zwei Siege (2012 in Innsbruck, 2013 in Winterberg). 2012 qualifizierte sich das Ausnahmetalent für die Olympischen Jugend-Winterspiele und belegte eine hervorragende fünfte Position.

Historische Meilensteine und Gesamtweltcup 2026

Ihre Eltern kehrten 2013 zurück in die belgische Heimat, kauften ein Haus und bildeten Pferde aus, die es zu Medaillen und sogar zum Olympiasieg in Tokio geschafft haben. Zur Saison 2014/15 wechselte Kim Meylemans vom Bob- und Schlittenverband Deutschland zum belgischen Verband und lebte bei ihren Eltern in Neeroeteren, einem Ortsteil der Stadt Maaseik in Limburg. Beim Weltcupdebüt in Altenberg im November 2015 gelang ihr mit dem neunten Platz direkt ein Top-Ten-Platz. Als erste Skeleton-Vertreterin Belgiens überhaupt nahm Meylemans an den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang teil und belegte den 14. Rang. Kim wurde immer besser und lief zur Hochform auf. In der Skeleton-Weltcupsaison 2023/24 erreichte Meylemans einen historischen Meilenstein, indem sie als erste Belgierin eine Skeleton-Europameisterschaft gewann. Außerdem sicherte sie sich bei den Weltmeisterschaften 2024 in Winterberg, Deutschland, eine Silbermedaille, was Belgiens erste Weltmeisterschaftsmedaille in dieser Sportart bedeutete. In dieser Saison verteidigte sie souverän ihren Europameistertitel in St. Moritz und sicherte sich eine Woche später im Abschlussrennen in Altenberg mit Platz drei den Weltcupgesamtsieg. Kim Meylemans ist die große Gold-Hoffnung für Belgien bei der Winterolympiade 2026 (6. bis 22. Februar) in Cortina d’Ampezzo (Italien).

Die größten Erfolge von Kim Meylemans

  • 2026: Gesamtweltcupsiegerin
  • 2026: Europameisterin in St. Moritz (Schweiz)
  • 2024: Vizeweltmeisterin in Winterberg (Deutschland)
  • 2024: Europameisterin in Sigulda (Lettland)

Die gebürtige Oberpfälzerin und sympathische Überfliegerin ist standesamtlich verheiratet mit der Skeleton-Mitstreiterin und Kinderkrankenschwester Nicole Rocha Silveira (Brasilien), mit der sie in St. Moritz noch gemeinsam auf dem Stockerl stand und zukünftig im kürzlich gemeinsam erworbenen Haus in Calgary (Kanada) ihre glückliche Zweisamkeit genießen wird.

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