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Lust auf Land

Großbüchlberg. „Es ist Wahnsinn, was unsere Kreisbäuerin Irmgard Zintl und unser Kreisobmann Ely Eibisch laufen“, zeigte sich Geschäftsführer Ulrich Härtl, bei der Obmännerversammlung des Bauernverbandes Tirschenreuth von der Arbeit der […]

Großbüchlberg. „Es ist Wahnsinn, was unsere Kreisbäuerin Irmgard Zintl und unser Kreisobmann Ely Eibisch laufen“, zeigte sich Geschäftsführer Ulrich Härtl, bei der Obmännerversammlung des Bauernverbandes Tirschenreuth von der Arbeit der […]
Kreisobmann Ely Eibsich (links) blickte in seinem Vortrag auf ein vielfältiges sowie terminreiches Jahresprogramm zurück und informierte über aktuelle Entwicklungen in der Landwirtschaft.

Lust auf Land

Großbüchlberg. „Es ist Wahnsinn, was unsere Kreisbäuerin Irmgard Zintl und unser Kreisobmann Ely Eibisch laufen“, zeigte sich Geschäftsführer Ulrich Härtl, bei der Obmännerversammlung des Bauernverbandes Tirschenreuth von der Arbeit der Verbandsspitzen begeistert. In der Petersklause erinnerte Kreisobmann Eibisch in seinem Bericht an 99 Termine seit der Obmännerversammlung im Oktober 2017.

Von Benedikt Grimm

BBV Tirschenreuth Obmännerversammlung 2018-001
Kreisobmann Ely Eibsich (links) blickte in seinem Vortrag auf ein vielfältiges sowie terminreiches Jahresprogramm zurück und informierte über aktuelle Entwicklungen in der Landwirtschaft.

Bei landwirtschaftlichen Informationstagen wie dem Branchentag erneuerbare Energien in Taufkirchen oder einer Veranstaltung zum erfolgreichen Anbau der durchwachsenen Silphie informierte sich die Vorstandschaft über aktuelle Entwicklungen in der Branche. Auf dem Programm standen auch ein Besuch des Bauerntages in Wiesbaden, die Kreisobmännertagung in Herrsching, mehrere Pressegespräche mit lokalen und überregionalen Medien, ein Termin mit Wirtschaftsminister Albert Füracker und der Leiterin des Landwirtschaftsresorts Michaela Kaniber sowie eine Fortbildung für Realschullehrer im Fachzentrum Almesbach. Auch bei schulischen Veranstaltungen wie dem Forstwettbewerb oder dem Berufswettkampf und vielen weiteren Terminen waren die Verbandsvertreter präsent und aktiv.

Zweite Ökomodellregion im Landkreis?

„Ich glaube man versucht Bayern wirklich neu zu gestalten, egal in welcher Konstellation und mit welchem Landwirtschaftsminister“, sagte der Mitterteich Bürgermeister und stellvertretende Landrat Roland Grillmeier zu den laufenden Koalitionsgesprächen in München. Die Stadt Mitterteich habe zusammen mit dem Amt für ländliche Entwicklung viel in ihre Dörfer investiert. Aktuell habe die „IKOM Stiftland“ – ein interkommunaler Zusammenschluss von zehn Gemeinden – erste Schritte für die Bewerbung als Ökomodellregion in die Wege geleitet. Neben der Ökomodellregion Steinwald-Allianz wäre es die zweite im Landkreis. Ob die Bewerbung weiterverfolgt werden soll, werde zusammen mit den Landwirten erörtert.

Grillmeier riet ferner die „Lust auf Land“ in breiten Teilen der Bevölkerung zu nutzen und Angebote für „Urlaub auf dem Bauernhof zu schaffen“. Es gäbe gute Fördermöglichkeiten, die investitionsbereite Landwirte nutzen sollten. Auch für den Tourismus wäre eine weitere Ökomodellregion ein großer Pluspunkt, sagte AELF-Chef Wolfgang Wenisch, der eine Bewerbung befürwortete. Das Risiko zu scheitern sei indes relativ hoch, da in der Oberpfalz bereits drei solcher Regionen bestünden.

Ausgleichszulage, Borkenkäfer und Dürrehilfe

„Die Ausgleichszulage ist etwas aus der Welt gefallen“, kritisierte Wenisch die neuen Regelungen. Demnach würde Grünland jetzt eher schlechter gestellt, als Feldfrüchte auf intensiv bewirtschafteten Flächen. In der Summe werde man im Landkreis keine Einbußen haben, einzelne Betriebe aber dürften die Auswirkungen durchaus spüren. Für große Probleme in der Forstwirtschaft sorge der Borkenkäfer. Der Winter sollte möglichst genutzt werden, um schadhafte Bäume aufzuarbeiten. Die bayerische Dürrehilfe sei für den Großteil der Betroffenen nicht praktikabel. Die Voraussetzungen im Landkreis seien zweifellos erfüllt, die Beantragung sei allerdings derart aufwendig, dass viele eigentlich berechtigte Landwirte darauf verzichten würden.

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Neuer Ranger am Landratsamt

Im Ringen mit Biber und Fischotter hat der Landkreis Tirschenreuth eine neue Institution ins Leben gerufen. Jacob Keller ist als Gebietsleiter eine Art „Ranger“, der die Geschädigten bei der Regulierung ihrer Einbußen unterstützt.

Herr Keller hat in erster Linie eine vernetzende Funktion. Er wird nur auf Bitten des Jagdberechtigten tätig. Es ist kein Eingriff sondern lediglich eine Hilfestellung durch unseren Landkreis,

betonte Eibisch. Der Gebietsbetreuer könne über das Landratsamt kontaktiert werden.

Neue Voraussetzungen für Direktzahlungen

Die Neuerungen in der EU-Agrarpolitik stünden vor dem Hintergrund des Brexit. Durch den Austritt Großbritannien verliere die Gemeinschaft Einnahmen in beträchtlicher Höhe. Gleichzeitig werde die EU durch neue Aufgaben wie dem Schutz der EU-Außengrenzen mit zusätzlichen Ausgaben konfrontiert sein. Direktzahlungen würden künftig nur noch „echte Landwirte“ erhalten. Dabei werde auf die Herkunft der Haupteinnahmen abgestellt. Etwa die Betreiber von Biogas- oder Photovoltaikanlagen, die für deren Betrieb ein eigenes Gewerbe angemeldet hätten, könnten somit aus der Definition herausfallen.

Außerdem würden die Direktzahlungen an Auflagen gebunden. „Diese Grundanforderungen werden auf jeden Fall mehr werden“, sagte Eibisch. Der Verband beobachte die Planungen der Stromtrassen weiterhin intensiv und dränge auf eine auskömmliche Entschädigung der betroffenen Landwirte. Zuletzt sollen in Etzenricht im Nachbarlandkreis Neustadt/WN bereits Probebohrungen durchgeführt worden sein.