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Aufschwung bleibt aus, das Handwerk investiert

Regensburg. Ostbayerns Handwerk wartet auf den Aufschwung, doch Betriebe investieren. Das Geschäftsklima fällt um acht Punkte auf minus fünf; die Investitionsquote steigt auf 41 Prozent, im Lebensmittelgewerbe auf 58.

Regensburg. Ostbayerns Handwerk wartet auf den Aufschwung, doch Betriebe investieren. Das Geschäftsklima fällt um acht Punkte auf minus fünf; die Investitionsquote steigt auf 41 Prozent, im Lebensmittelgewerbe auf 58.
Im Lebensmittelgewerbe war die Investitionsbereitschaft zuletzt besonders hoch. Foto: Fotoatelier am Hafen

Aufschwung bleibt aus, das Handwerk investiert

Ostbayerns Handwerksbetriebe stemmen sich tapfer gegen die ungünstige Wirtschaftslage. Denn obwohl der Geschäftsklima-Index im vierten Quartal wieder deutlich um acht Prozentpunkte auf einen Wert von minus fünf gesunken ist, investieren die Betriebsinhaber weiter in ihre Unternehmen und Mitarbeiter. Dank der Investitionsbereitschaft in einigen Handwerksgruppen ist die Quote der investierenden Betriebe zum Jahresende von 39 auf 41 Prozent angestiegen. Die höchste Quote weist das Lebensmittelgewerbe mit 58 Prozent aus, einer der höchsten Werte der vergangenen Jahre überhaupt. Die Beschäftigungsdynamik hat sich in Richtung der Wintermonate etwas abgeschwächt. Gleichzeitig melden 13 Prozent der Betriebe eine höhere Beschäftigtenzahl gegenüber dem Vorquartal – ein Wert, der in den vergangenen Jahren zum Jahresende in der Regel nicht erreicht wurde.

Unterdurchschnittliche Nachfrage

Auch die Beurteilung der Gesamtgeschäftslage ist geringfügig besser als ein Jahr zuvor. Über ein Drittel der Betriebe (35 Prozent) bewertet diese als gut (Vorjahresquartal 31 Prozent), etwas weniger als die Hälfte der Betriebe (43 Prozent) als befriedigend. Soweit die positiven Aspekte des neuen Konjunkturberichts. Denn der weitere Ausblick der Betriebsinhaber hat sich aktuell wieder deutlich eingetrübt. Die Gründe dafür sind vielfältig.

So stieg der Anteil der Betriebe mit sinkenden Auftragseingängen auf über ein Drittel (36 Prozent). Der Auftragsbestand für das Gesamthandwerk sank insgesamt leicht auf 8,6 Wochen. Die Nachfrage bezeichnen knapp ein Drittel der Betriebe (30 Prozent) als für die Jahreszeit unterdurchschnittlich, vor allem in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf (43 Prozent der Betriebe) sowie in den Handwerken für den privaten Bedarf (37 Prozent) war dies der Fall. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Umsätzen. Zwar hielt über die Hälfte der Betriebe (54 Prozent) diese zum Vorquartal stabil. Gleichzeitig stieg jedoch der Anteil der Gruppe mit Umsatzeinbußen auf 30 Prozent an.

Keine Anzeichen für eine Trendwende

Jürgen Kilger, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, bewertet die aktuellen Konjunkturdaten mit Sorge: „Sie liefern zum Jahresauftakt 2026 keine großen Anzeichen für den Beginn einer nachhaltigen Wachstumsphase. Um Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg zu erreichen, müssen vor allem die Rahmenbedingungen und Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden. Hier sieht das Handwerk weiterhin erheblichen Verbesserungs- und Reformbedarf, der auf sämtlichen politischen Ebenen endlich entschlossen und mit klarer Ausrichtung auch auf den Mittelstand anzugehen ist.“

Die Eintrübung der weiteren Geschäftserwartungen der Betriebe für das erste Quartal 2026 sei vor allem auf eine weiterhin schwache Entwicklung bei den Neuaufträgen sowie eine mäßige Entwicklung der Umsätze zurückzuführen. „Unsere Betriebe stehen unter Druck – und das nicht erst seit gestern. Deshalb müssen wir so schnell wie möglich wieder auf Wachstumskurs kommen“, so Kilger.

Mittelstand braucht bessere Rahmenbedingungen

Aktuell weisen nur zwei der sieben Handwerksgruppen einen positiven Geschäftsklima-Index aus. Neben dem Ausbaugewerbe ist dies gegenwärtig lediglich das Gesundheitsgewerbe. Zu den Betrieben, die rückläufige Auftragseingänge verbuchen mussten, gehören vor allem die Gruppe des Bauhauptgewerbes (46 Prozent der Betriebe) und die Handwerke für den gewerblichen Bedarf (45 Prozent).

Zoigltermine
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Gerade vor diesem Hintergrund nötigt die ungebrochene Investitionsbereitschaft vieler Handwerksunternehmer Dr. Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, großen Respekt ab: „Trotz der herausfordernden Gesamtsituation signalisiert hier ein Teil der Handwerksbetriebe Zuversicht und schafft mit Investitionen sowie der Einstellung neuer Mitarbeiter die Grundlage für die weitere wirtschaftliche Entwicklung.“ Es wäre nur fair, so Haber, diesen kleinen und mittelständischen Betrieben „nun endlich Planungssicherheit und mittelstandsfreundlichere Rahmenbedingungen für mehr Wachstum“ zu bieten.