PSZ-Vohenstrauß – International, Innovativ, familiär
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Deutsch lernen für die Pflege: Volkshochschulen unterstützen Azubis aus aller Welt

[Advertorial] Weiden/Neustadt/Tirschenreuth. Die Pflegeausbildung in Bayern ist anspruchsvoll - erst recht für Azubis aus aller Welt. Damit sie die Herausforderungen meistern, bieten die Volkshochschulen in der Region berufsbezogene Deutschkurse an. Diese verbinden Sprachtraining mit praxisnahen Inhalten für die Pflege.

[Advertorial] Weiden/Neustadt/Tirschenreuth. Die Pflegeausbildung in Bayern ist anspruchsvoll - erst recht für Azubis aus aller Welt. Damit sie die Herausforderungen meistern, bieten die Volkshochschulen in der Region berufsbezogene Deutschkurse an. Diese verbinden Sprachtraining mit praxisnahen Inhalten für die Pflege.
Kursleiterin Alice Nicolson mit der pädagogischen Leiterin der vhs, Tanja Fichtner. Foto: Christine Ascherl

Deutsch lernen für die Pflege: Volkshochschulen unterstützen Azubis aus aller Welt

Fast 10.000 Kilometer liegen zwischen der Oberpfalz und El Salvador. Aus diesem kleinsten Land Mittelamerikas – berühmt für Vulkane, Pazifik-Strände und Maja-Tempel – kommen rund 75 Auszubildende. Viele von ihnen haben in Pflegeheimen der Region angeheuert.

Seit 2020 absolvieren Azubis in Bayern eine generalistische Ausbildung, die ihnen einen späteren Einsatz in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege ermöglicht. Die Pflegeausbildung ist anspruchsvoll – auch die Prüfung am Ende der dreijährigen Lehrzeit.
Für die Mittelamerikaner gilt das umso mehr.

Finanziert vom BAMF

Um Ausbildungsabbrüchen entgegenzuwirken, bieten die Volkshochschulen seit dem letzten Schuljahr einen maßgeschneiderten Deutschkurs an: den Azubi-Berufssprachkurs (BSK) Pflege unter Leitung von Alice Nicolson.

Finanziert wird die Teilnahme vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), für die Teilnehmer ist er kostenlos. Es laufen zwei Lehrgänge: einer für die zwölf Azubis im ersten Ausbildungsdrittel, einer für 14 aus dem zweiten und dritten Drittel. Innerhalb der drei Jahre Ausbildung sind 100 Unterrichtseinheiten vor-gesehen. Der Kurs findet online statt.

Ich möchte meine Deutsch-Sprachkenntnisse verbessern. Ich komme aus Indien und ich bin 25 Jahre alt.

Teilnehmerin Asish


18 Uhr. Es ist so weit. Kursleiterin Alice Nicolson heißt aus ihrer Wohnung in Weiden ihre Schützlinge willkommen. Vor den Webcams versammelt sich die Welt. Die Teilnehmer kommen aus der Ukraine, dem Irak, Indien, Syrien und eben auch El Salvador. Zwei Drittel sind junge Frauen, ein Drittel Männer. Die Jüngste ist 20 Jahre alt, der Älteste – ein Syrer – ist 42 und damit der Senior.

Kursleiterin: „Sie sind super motiviert“

Man kennt das aus Videokonferenzen. Kaum einer macht die Kamera an und bei auffallend vielen ist das Mikro „defekt“. Im Pflege-Deutschkurs ist das anders. Hier sind die Teilnehmer zu sehen, machen mit. chatten, melden sich. Alle, die da sind, sind super motiviert und dankbar“, freut sich Alice Nicolson. Die Teilnehmer eint das gemeinsame Ziel: sich hier als Pflegekraft ausbilden zu lassen. Sie wissen, dass dies ein Angebot ist, ohne das sie die Ausbildung womöglich nicht bewältigen könnten.

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Das Kursangebot trifft ins Schwarze. Der Bedarf ist groß. Es hat uns wirklich überrascht, welche Dynamik da drin ist“, sagt pädagogische Leiterin Tanja Fichtner. Zurzeit laufen die Kurse mit der Berufsfachschule für Pflege des BRK Neustadt/WN als festem Partner. Aber auch mit NEWlife“, der Gesundheitsakademie der Kliniken Nordoberpfalz, ist die VHS im Gespräch. Parallel dazu führt die vhs des Landkreis Tirschenreuth zwei Kurse für Auszubildene des BBZ Erbendorf nach gleichem Konzept durch. Die Teilnehmer sind auf B1/B2-Sprachniveau, was fehlt ist Praxis-Wortschatz aus der Pflege.

Ich komme jeden Montag zum Online-Deutschunterricht, weil ich für die Prüfung lernen muss. Ich bin 24 Jahre alt, ich komme aus dem Irak. Ich freue mich, dass ich Deutsch lerne.

Hadar

Online-Unterricht mit haptischen Elementen

Zurück in der BigBlueButton-Konferenz. Alice Nicolson spielt „Tabu“ mit ihren Schülern. Viele kennen das Ratespiel, bei dem ein Wort erklärt werden muss, ohne drei vorgegebene Wörter zu benutzen. Beispiel: Erkläre „Blutdruck“, ohne die Tabuwörter „Messgerät“, Arm“ und Druck“ zu benutzen. Alice Nicolson benutzt dazu laminierte Kärtchen, die sie unter ihre Doku-Kamera legt. Auf dem Bildschirm der Teilnehmer liegen die Karten quasi auf dem Tisch. „Ich arbeite zwar online, aber dabei auch haptisch, mit Material aus der Präsenz.“

Multikulturalität eine Bereicherung

Die Gruppe ist sehr heterogen, was Nationalität und Kultur betrifft – ganz typisch für viele Angebote der vhs-Tochter Zentrum für Regionale Bildung. Alice Nicolson (Masterabschluss in Interkulturalitäts-Management) empfindet das als Bereicherung: „Es ist bereichernd für den Sprachunterricht, auch für den Alltag in der Praxis, in dem man ja auch mit Patienten
und Kollegen aus aller Welt zu tun hat.“

Sie findet auch selbst spannend zu hören, wie Pflege in anderen Ländern abläuft. Ihre Schüler haben unterschiedliche Vorerfahrungen. Einer hat daheim Biologie studiert, aber andere haben schon in der Pflegebranche gearbeitet. In Deutschland seien sie überrascht, dass eine Pflegekraft weniger Kompetenzen hat, beispielsweise bei Impfungen oder Blut ab-nehmen. Thema ist auch, dass in den Heimatländern viele pflegerischen Leistungen auch in den Einrichtungen von Angehörigen übernommen werden, wie etwa die Rasur eines Patienten.

Begleitung durch die ganze Ausbildung

Ein ganz entscheidender Vorteil des Pflege-Berufssprachkurses: Die Dozenten begleiten die Schüler konstant durch die Ausbildungsjahre. Jede Woche können die Azubis berichten, wo Bedarf an Unterstützung ist. Nur in einem Fall muss Alice Nicolson passen. Bei einer für die Oberpfalz recht speziellen Sonder-Schwierigkeit: „Viele berichten, dass der Dialekt eine große Herausforderung ist.“

Alice Nicolson kann auf modernes, hochwertiges Lehrmaterial zurückgreifen. Foto: Christine Ascherl