Bayernwerk Netz investiert 94 Millionen Euro für die Energiewende

Bayernwerk Netz investiert 94 Millionen Euro für die Energiewende
94 Millionen Euro wendet die Bayernwerk Netz GmbH im Jahr 2026 für die Energiewende im Versorgungsgebiet des Kundencenters Weiden auf – und damit 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Stefan Dobmeier, Leiter des Kundencenters: „Mit Rekordbudgets setzen wir unseren Weg des ambitionierten Netzausbaus fort.“ Neben dem Netzausbau über alle Spannungsebenen hinweg bleibt die Digitalisierung der Energieinfrastruktur ein zentrales Thema.
Enorme Anforderungen an Energieinfrastruktur
„Neue Berechnungen zeigen, dass sich die Erzeugungsleistung der Erneuerbaren, überwiegend aus Photovoltaik und Windkraft, bis 2045 verdreifachen wird. Gleichzeitig rechnen wir in diesem Zeitraum mit einer Verdopplung des Stromverbrauchs, angetrieben durch E-Mobilität, Wärmepumpen und Rechenzentren“, konkretisiert der Kundencenter-Leiter. Damit steigen die Anforderungen an die Energieinfrastruktur noch einmal enorm.
Starker Zu- und Ausbau bei EE-Anlagen
Im Versorgungsgebiet des Kundencenters Weiden sind auf der Nieder- und Mittelspannungsebene in Summe 30.772 Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1.071 Megawatt in Betrieb (Stand: 21. Mai 2026). Der Großteil entfällt auf Photovoltaik-Anlagen. Mit 30.234 Anlagen und einer Leistung von 896 Megawatt sind sie für den Großteil der EE-Leistung in der Region verantwortlich. Auf Platz zwei und drei folgen 137 Biomasse-Anlagen mit einer Einspeiseleistung von 77 Megawatt und 38 Windkraftanlagen mit 75 Megawatt.
2025: ein Plus von beinahe 192.000 Metern Netz
Dieser enormen Einspeisemenge begegnet der Verteilnetzbetreiber mit dem weiteren Ausbau seiner Netze. Allein im Versorgungsgebiet des Kundencenters Weiden, das 82 Gemeinden in den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Bayreuth, Neustadt/WN, Nürnberger Land, Schwandorf und Tirschenreuth versorgt, kamen im vergangenen Jahr 103.990 Meter Niederspannungskabel und 87.990 Meter Mittelspannungskabel hinzu. Auch in puncto Digitalisierung hat das Kundencenter einen weiteren großen Schritt mit 220 zusätzlichen smarten Ortsnetzstationen nach vorne gemacht, davon 85 sogenannte digitale Ortsnetzstationen (digiONS) und 135 Retrofit-Stationen. DigiONS sind von Grund auf neu und mit moderner, digitaler Technologie ausgestattet, um Fernüberwachung und -steuerung zu ermöglichen. Bei den Retrofit-Stationen hingegen handelt es sich um Bestandsanlagen, die nachträglich mit intelligenter Mess- und Kommunikationstechnik nachgerüstet werden. Die Digitalisierungsoffensive wird auch im Jahr 2026 fortgesetzt.
Drei Beispiele für den Netzausbau in der Region
Versorgungssicherheit und Kapazitätssprung für Weiherhammer
Die Bayernwerk Netz verstärkt das Stromnetz in Weiherhammer (Landkreis Neustadt/WN). Dabei ersetzt sie eine 1,8 Kilometer lange 20-kV-Freileitung, die zum Großteil durch ein Waldgebiet verläuft, durch ein leistungsstarkes Erdkabel. Im Zuge der Maßnahme wird eine Kundenstation ins Netz eingebunden und eine Turmstation durch eine digitale Ortsnetzstation ersetzt. Nach der Inbetriebnahme werden die bestehende Freileitung und die Masten zurückgebaut. Der mit 450.000 Euro budgetierte Netzbau stärkt die Versorgungssicherheit und schafft zusätzliche Kapazitäten für die EE-Einspeisung und den steigenden Strombedarf. Die Arbeiten sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Stärkeres Stromnetz für den Landkreis Amberg-Sulzbach
Die Bayernwerk Netz verstärkt ihr Netz im Landkreis Amberg-Sulzbach. Im Rahmen des Maßnahmenpakets wird das Schalthaus in Gebenbach über zwei neue, jeweils rund 13 Kilometer lange 20-kV-Erdkabel an das Umspannwerk Rosenberg angebunden. Gleichzeitig wird die bestehende Freileitung zwischen Hahnbach und Frohnberg durch leistungsstarke Erdkabel ersetzt. Die neuen Kabel können deutlich mehr Strom transportieren – womit noch mehr Energie aus erneuerbaren Quellen ins lokale Netz gespeist werden kann. Schließlich wird die Maststation Hahnbach 7 durch eine digitale Ortsnetzstation ausgetauscht. Start für die mit 6,5 Millionen Euro budgetierten Maßnahmen ist im Sommer 2026, der Projektabschluss ist für Ende 2028 geplant.
Netzverstärkung im Landkreis Tirschenreuth
Die Bayernwerk Netz investiert in die Verstärkung des Stromnetzes im Landkreis Tirschenreuth. In Bärnau entsteht ein modernisiertes Schalthaus, das künftig über zwei neue, jeweils rund zwölf Kilometer lange 20-kV-Erdkabel mit dem Umspannwerk Tirschenreuth verbunden ist. Zusätzlich wird das Netz vom Umspannwerk Tirschenreuth nach Stein mit einem sechs Kilometer langen, leistungsstarken Erdkabel verstärkt. Mehrere bisherige Mittelspannungsfreileitungen, unter anderem vom Schalthaus Bärnau nach Wendern, werden in diesem Zuge durch Erdkabel ersetzt sowie zwei Turmstationen durch moderne digitale Ortsnetzstationen. Nach Inbetriebnahme der neuen Kabel werden die Freileitungen zurückgebaut. Der Baustart ist für Sommer 2026 geplant. Das Gesamtprojekt mit einem Investitionsvolumen von rund neun Millionen Euro soll bis Ende 2029 abgeschlossen sein.
Sicherheit, Stabilität und Resilienz
Die Versorgungssicherheit im Netzgebiet der Bayernwerk Netz liegt bei über 99 Prozent. Für die restlichen 0-Komma-Prozent, denen klimatische und sicherheitsrelevante Risiken zugrunde liegen, gibt es keinen umfassenden Schutz; es kann keinen umfassenden Schutz geben. Die Bayernwerk Netz beobachtet die Sicherheitslage genau und nimmt Entwicklungen zum Anlass, ihre Aktivitäten bei Bedarf anzupassen, stets vor dem Hintergrund, im Krisenfall schnell und effektiv reagieren zu können. Mit Bundeswehr, Heimat- und Zivilschutz, THW und Freiwilligen Feuerwehren steht der Verteilnetzbetreiber im engen Austausch und führt gemeinsame Übungen durch.
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