Direktvermarkter setzen auf KI, Kommunikation und Hofladen-Update in Reuth

Direktvermarkter setzen auf KI, Kommunikation und Hofladen-Update in Reuth
Pressemitteilung vom 18. März 2026
Direktvermarktung in der Oberpfalz: Auftakt in Reuth bei Erbendorf
Reuth bei Erbendorf. Zum 18. Mal tagten rund 30 Direktvermarkterinnen und Direktvermarkter aus der Oberpfalz anlässlich des Direktvermarktertages, dieses Mal in der Zoiglgaststätte „Zum Rechersimer“ in Reuth bei Erbendorf. Unter dem Motto „Next Level Direktvermarktung – KI, Kommunikation & Hofladen‑Update“ standen praxisnahe Impulse zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz, Tipps für eine offene und wertschätzende Kommunikation in Familienbetrieben sowie konkrete Modernisierungsansätze für Hofläden im Mittelpunkt der Veranstaltung.
Organisation und Begrüßung
Organisiert wurde das Treffen von den Oberpfälzer Ansprechpartnerinnen für die Direktvermarktung unter Federführung von Fachlehrerin Lisa Lukas vom AELF Tirschenreuth-Weiden, die auch als Moderatorin durch den Tag führte.
Auf den hohen Stellenwert der Direktvermarktung in der Nordoberpfalz ging Behördenleiter Reinhold Witt in der Begrüßung zahlreicher Direktvermarkter und Vertreter des Berufsstandes ein. Ely Eibisch, Bezirkspräsident BBV Oberpfalz und Vizepräsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), und die örtliche Kreisbäuerin im Bauernverband Tirschenreuth Irmgard Zintl begrüßten ebenfalls die anwesenden Besucher und Besucherinnen. Eibisch bekundete seine Begeisterung und Bewunderung für die Direktvermarkter: Sie vereinen alle Stufen von Produktion, Verarbeitung und Vermarktung in sich und sind Profis in allen Bereichen der Wertschöpfungskette.
KI in der Direktvermarktung: Praxisnahe Impulse
Mareike Achterberg‑Vogl von der Marketingagentur Eselsohr startete die Fachtagung und vermittelte praxisorientiert, wie KI‑Technologien in der Direktvermarktung nutzbringend eingesetzt werden können. Im Vordergrund standen leicht zugängliche Anwendungen, mithilfe derer Betriebsabläufe vereinfacht oder neue Vermarktungsmöglichkeiten eröffnet werden können. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten die Möglichkeit, vor Ort erste Erfahrungen mit einfachen KI‑Werkzeugen an den eigenen Smartphones auszuprobieren, beispielsweise die Erstellung eines kreativen Rezepts aus den jeweiligen Produkten ihrer landwirtschaftlichen Betriebe für einen Social‑Media‑Beitrag. Sie stellte zehn Bereiche vor, in denen KI für die Direktvermarktung unterstützen kann, zum Beispiel bei der Erstellung von Social‑Media‑Texten, Produktbeschreibungen, Rezeptideen, Flyertexten und E‑Mails. Wichtig, so Achterberg‑Vogl, sei es jedoch immer, gute Fragen, die sogenannten „Prompts“, zu formulieren.
Kommunikation in Hof- und Familienbetrieben
Im zweiten Vortragsteil zeigte Achterberg‑Vogl unter dem Thema „Wenn Fuchs und Reh sich nicht mehr gute Nacht sagen“, wie offene, wertschätzende Kommunikation in Hof‑ und Familienbetrieben gelingen kann und wie mehr Verständnis füreinander geweckt werden kann. „Herr Reh, Frau Fuchs, Frau Schmetterling und Herr Löwe“ verkörperten eindrucksvoll, wie unterschiedliche Grundtypen von Menschen kommunizieren und mit welchen Grundregeln lösungsorientiert gesprochen werden kann. Anhand praktischer Beispiele wurden Gesprächsregeln und einfach umsetzbare Methoden zur Gesprächsmoderation vorgestellt, die sofort im Alltag anwendbar sind.
Hofladen‑Update mit konkreten Tipps
Praxisnah gestaltete sich auch der dritte Hauptvortrag der Veranstaltung von Lisa Lukas vom AELF Tirschenreuth-Weiden. Viele Direktvermarkterbetriebe führen ihren Hofladen schon über viele Jahre hinweg erfolgreich und denken nun intensiv darüber nach, ein „Hofladen‑Update“ durchzuführen und ihn auf den neuesten Stand zu bringen. Die Fachberaterin Lukas präsentierte aktuelle Trends und konkrete Optimierungsansätze für Hofläden. Im Fokus standen einfache, kosteneffiziente Maßnahmen zur Modernisierung durch ansprechende Warenpräsentation, Kundenführung im Laden, Sortimentspflege, ein ansprechendes Logo, gute Beleuchtung, Hinweise zur Werbung sowie Tipps zur modernen und geschmackvollen Einrichtung, ganz im Stil der Firmenphilosophie. Diese vorgestellten Impulse waren praxisnah und auf kleine und mittlere Direktvermarktungsbetriebe zugeschnitten.
Aktuelle Informationen und Vernetzung
Aktuelle Informationen gab es anschließend von Christoph Parzefall vom BBV Regensburg zu den aktuellen Neuerungen beim Kennzeichen „Einkaufen auf dem Bauernhof“ und von Lisa Lukas Informationen von der Landesanstalt für Landwirtschaft, den Qualifizierungen der Oberpfälzer Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie aktuelle Hinweise zu Fördermöglichkeiten und regionalen Vernetzungsangeboten.
Zoiglgaststätte als Erfolgsbeispiel
Abschließend berichtete die Gastgeberin „Zum Rechersimer“ Maria Käß eindrücklich und humorvoll über den Weg vom Kuhstall zur erfolgreichen und typisch Oberpfälzer Zoiglgaststätte. Die persönliche Betriebsvorstellung mit Führung durch Küche und Backhaus machte deutlich, wie Mut zu Veränderung, konsequente Kundenorientierung und die Nutzung regionaler Produkte zur Erfolgsgeschichte beitragen können.
Fazit und Ausblick
Am Ende des Tages waren sich die Teilnehmer einig: Die Veranstaltung bot praktische, unmittelbar umsetzbare Impulse und vernetzte Erzeugerinnen und Erzeuger mit Beratungsstellen der Region. Besonders die Kombination aus technischer Einführung, kommunikativen Werkzeugen und handfesten Hofladen‑Tipps wurde von den Teilnehmenden als sehr gewinnbringend bewertet. Sie bekundeten zudem großes Interesse an vertiefenden Workshops zu KI‑Anwendungen und an weiteren Austauschformaten zur Hofladengestaltung.




