Kolumne Immer auf der Sonnenseite: Plausch über Solar & Co. mit dem Staatsminister
Kolumne Immer auf der Sonnenseite: Plausch über Solar & Co. mit dem Staatsminister
Eine Kolumne von Siegfried Schröpf
Anlässlich der Eröffnung der 30. Amberger Baumesse durfte ich den bayerischen Finanzminister Albert Füracker auf unserem Ausstellungsstand begrüßen. Er besitzt selbst seit längerem eine PV-Anlage und findet sie grundsätzlich super, aber „wenn nur der Winter nicht wäre, denn dann bringt sie nichts!“. Ich bin dankbar ob solcher ehrlicher Statements, doch mag sie der ein oder andere skeptische Zeitgenosse so verstehen, dass aus diesem Grund eine PV-Anlage überhaupt keinen Sinn macht.
Unserem Staatsminister konnte ich aus eigener Erfahrung und gutem Gewissens entgegnen, dass die Anlage vor allem auch im Winter doch deutlich mehr bringt, als seine Aussage vermuten ließe, auch wenn es für die Wärmepumpe oft nicht ganz reiche.
Ananas züchten in Alaska? Ein Rückblick lohnt sich
Unabhängig von der kurzen Szene mit unserem Finanzminister behauptet ja auch kein Mensch ernsthaft, dass wir in Deutschland zu 100 Prozent den konventionellen fossilen Strom durch Photovoltaik ersetzen könnten. Aber eben deutlich mehr als mancher Mitbürger annehmen möchte.
Hier lohnt sich ein kurzer Blick zurück: So meinte in den 90er Jahren die damalige Umweltministerin Angela Merkel immer wieder, dass Sonne, Wasser oder Wind auch langfristig nicht mehr als 4 Prozent unseres Strombedarfs decken könne. Sie fand sich damals in guter bzw. schlechter Gesellschaft: Zahlreiche Forschungsinstitute dachten in der gleichen Größenordnung und noch in den 2010er Jahren lästerte der damalige Vorstandsvorsitzende der RWE Jürgen Großmann: „Photovoltaik in Deutschland macht ökonomisch so viel Sinn wie Ananas züchten in Alaska.“
Die knapp fünf Millionen PV-Anlagenbesitzer in Deutschland sehen das sicher anders und das Statistische Bundesamt gibt ihnen recht: 2025 wurde 20 Prozent des bundesdeutschen Stromverbrauches von der Sonne und 30 Prozent vom Wind gedeckt. Zusammen mit den 7,5 Prozent Biomasse und 3 Prozent Wasserkraft machen die Regenerativen 60 Prozent aus!
Und so sind wir wieder bei unserem Finanzminister: ja, er hat recht, im Winter reichts noch nicht ganz! Aber was heißt das schon? Für die deutlich gestiegene energetische Unabhängigkeit der letzten Jahre ist dies auch nicht unbedingt notwendig.




