Immer auf der Sonnenseite: Photovoltaik bleibt wirtschaftlich trotz Förderdebatte

Immer auf der Sonnenseite: Photovoltaik bleibt wirtschaftlich trotz Förderdebatte
Eine Kolumne von Siegfried Schröpf
Die Gesetzespläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zur Förderung – oder Nicht-Förderung – von Solarenergie sorgen bei Deutschlands Hausbesitzern für Verunsicherung. Vielerorts wird interpretiert, dass keine Förderung automatisch bedeuten würde, dass PV-Anlagen nun unwirtschaftlich seien und keinen Sinn mehr machten.
Eigenverbrauch macht Photovoltaik wirtschaftlich
Auch wenn die bislang durchgesickerten Pläne in vielen Punkten ärgerlich sind, so stimmt diese vereinfachende Gleichung längst nicht mehr: Vor 20 Jahren hat ein PV-Anlagenbesitzer 100 Prozent seines auf dem Hausdach produzierten Stroms ins öffentliche Netz eingespeist und erhielt dafür 54 Cent pro Kilowattstunde. Eine moderne PV-Anlage verbraucht den Großteil des selbst produzierten Stroms heute selbst – im Haus, für die Heizung, für das Elektroauto. Nur der überschüssige – möglichst kleine – Rest wird ins Netz eingespeist, wofür der Anlagenbetreiber etwa acht Cent pro Kilowattstunde erhält.
Etwa 35 Cent spart der PV-Anlagenbesitzer pro Kilowattstunde für den Eigenverbrauch im Haus. Setzt man diese in Relation zu den Anschaffungskosten von aktuell etwa 20.000 Euro gegenüber 50.000 Euro vor 20 Jahren, so wird deutlich, dass eine Anlage heute deutlich wirtschaftlicher betrieben werden kann als noch vor zwei Jahrzehnten, als mit Höchsttarifen gefördert wurde. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Anlagenbesitzer stolz darauf sind, mit ihrem intelligenten Energiesystem möglichst wenig überschüssigen Strom ins Netz zu speisen und möglichst viel selbst zu verbrauchen. Das ist wirtschaftlich und wird bei steigenden Strompreisen immer wirtschaftlicher – unabhängig davon, welche Pläne eine Bundesregierung im Kopf hat.
Unabhängigkeit als entscheidender Beweggrund
Unabhängigkeit ist bei PV-Anlagenbesitzern ohnehin der zunehmend wichtigere Treiber für die Investition in eine eigene PV-Anlage. Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen bedeutet auch, dass man eine Krise leichter nehmen kann, da sie nicht sofort auf den eigenen Geldbeutel schlägt.
Unabhängigkeit ist zudem ein schönes Gefühl, zum Beispiel wenn man mit seinem Elektroauto fährt und weiß, dass der gesamte „Treibstoff“ vom eigenen Hausdach kommt und nicht erst durch die Meerenge von Hormus unter Feuerbeschuss angeliefert werden musste. So ähnlich formulieren es auch Kritiker des Gesetzesvorhabens: „Wir brauchen eine Unabhängigkeitserklärung von fossilem Öl und Gas. Reiches Pläne würden jedoch das Gegenteil bewirken.“
Nun, ich meine, jeder Hausbesitzer kann mit einer eigenen PV-Anlage nach wie vor selbst bestimmen, ob er sich von Regierungsplänen weitgehend unabhängig machen will.

Kolumne Immer auf der Sonnenseite: Plausch über Solar & Co. mit dem Staatsminister
Amberg. Meinungen und Perspektiven sind Vielfalt - der Geschäftsführer von Grammer Solar Siegfried Schröpf plaudert in seiner Kolumne „Immer auf der Sonnenseite“ über Themen und Erfahrungen rund um die Wirtschaft im Allgemeinen und seiner Branche im Speziellen. Gerade weil er als erfahrener Unternehmer auch die Schattenseiten kennt, weiß er, wovon er spricht.




