Wie sich die Firma Wies Faszinatour für die Zukunft rüstet
Wie sich die Firma Wies Faszinatour für die Zukunft rüstet
Maximilian Wies weiß genau, wie wichtig und auch zukunftsträchtig der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist. Gleichzeitig ist dem 34-jährigen Jungunternehmer aber bewusst, vor welch gewaltigen wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen Busunternehmen stehen: steigende Energiekosten, problematische Personalgewinnung, Dumpingpreise.
Busunternehmen trotz schwieriger Zeit stabil
Die Busunternehmen in Deutschland zeigen sich trotzdem auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stabil. „Sie sichern Mobilität im Alltag, im Fernverkehr und im Tourismus – und sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für Klimaschutz und Daseinsvorsorge“, sagt Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmen (bdo). Gleichzeitig spüre man, dass die Stimmung in der Branche gedrückter werde. „Die Belastungen nehmen zu, während die Spielräume kleiner werden.“
Die Unruhe im Markt spürt auch Maximilian Wies. Das sei einerseits auf die Energiepreiserhöhungen zurückzuführen. „Noch können wir das einigermaßen abfangen, aber wenn die Krise länger dauert, wird es problematisch.“ Deshalb sei er froh, dass man die temporäre Umstellung im Betrieb auf die E-Mobilität begonnen habe. „Ein Elektrobus kostet mit 600.000 bis 700.000 Euro zwar doppelt so viel wie ein Verbrenner. Auf Dauer amortisiert sich das aber, weil die reinen Betriebskosten für Elektrofahrzeuge angesichts hoher Dieselpreise und der steigenden CO₂-Abgabe günstiger sind.“
Seit dem Studium in der Firma
Maximilian Wies, wie sein Vater Wolfgang Wies Geschäftsführer, arbeitet seit seinem Studium (Jura und Betriebswirtschaft in Bayreuth) im Unternehmen, hat das Geschäft von der Pike auf gelernt. „Es wurde aber nie Druck auf mich ausgeübt. Ich hatte einfach schon immer ein Interesse an der Firma und der Arbeit. Ein wenig bedauert er, nicht bei der Bundeswehr gewesen zu sein. Dort hätte er gut fürs Leben lernen können. „Aber zu der Zeit, die für meinen Wehrdienst infrage gekommen wäre, wurde just die Wehrpflicht abgeschafft.“
Der Schwerpunkt von Wies Faszinatour liegt klar auf dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). So betreibt das Unternehmen seit vielen Jahren den Stadtbus Weiden. Im vergangenen Jahr hat sich Wies in einer europaweiten Ausschreibung durchgesetzt und der Vertrag mit der Stadt wurde um weitere zehn Jahre verlängert. Ein weiteres Standbein sei der Schienenersatzverkehr. „Wenn immer mehr Züge ausfallen, sind halt Busse gefragt.“ Dagegen spielt der Anmietverkehr durch Vereine und andere Organisationen eine immer geringere Rolle. „Der Rückgang begann mit Corona, als solche Reisen kaum noch möglich waren. Jetzt sind die Dumpingpreise mancher Unternehmen das Problem. Die verderben den Markt.“ Wenn man wie bei Wies Faszinatour selbstverständlich nach Tarif und Zulagen zahle, könne und wolle man hier auch nicht mithalten.
Ausreichend qualifizierte Mitarbeiter
Die Firma Wies besitzt 80 Busse und beschäftigt circa 150 Mitarbeiter – davon 125 Fahrerinnen und Fahrer von mehr als zehn Nationalitäten – an den Standorten Weiden, Schwandorf und Chemnitz. Bislang sei es immer gelungen, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden, betont Maximilian Wies. Dagegen bereite ihm die überbordende Bürokratie schon mehr Sorgen. “Ein Beispiel: Beim Deutschland-Ticket müssen wir jährlich mindestens 50 verschiedene Anträge stellen. Das ist natürlich extrem aufwendig und man kann kaum langfristig planen.“
Wir sind gut aufgestellt und haben die Weichen richtig gestellt.
Maximilian Wies, Geschäftsführer von Wies Faszinatour
Trotz all der Schwierigkeiten, mit denen sich Busunternehmen wie Wies beschäftigen müssen, sehe er optimistisch in die Zukunft. „Wir sind gut aufgestellt und haben die Weichen richtig gestellt.“ Als frisch gebackener Stadtrat wolle er sich hauptsächlich für eine starke Wirtschaftsförderung, eine funktionierende Mobilität und eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung einsetzen.









